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Forschungsfeld · Regulatorik

Regulatory Intelligence: von der Primärquelle zum prüfbaren Control

NIS2, DORA, der Cyber Resilience Act und der EU AI Act überschneiden sich in Risikomanagement, Lieferkette und Meldewesen – und einzelne Fristen verschieben sich. Vami Research liest die Primärquellen, trennt Pflicht, Leitlinie und Entwurf, verfolgt Fristen und übersetzt Anforderungen in Controls und Nachweise. Daraus entsteht die Grundlage für Agentic GRC Engineering.

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Deep Dives
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Whitepaper
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Lösungen
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Kontext

Dichte Regulierung braucht klare Einordnung

EU-Recht und seine deutsche Umsetzung greifen in dichter Folge: DORA ist seit dem 17. Januar 2025 anwendbar, das NIS2-Umsetzungsgesetz seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft, das KRITIS-Dachgesetz seit dem 17. März 2026. Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des AI Act, seit dem 11. September 2026 die Meldepflichten des Cyber Resilience Act. Hinzu kommen Leitlinien und Orientierungshilfen der Aufsicht, etwa der EBA zum Third-Party Risk und der BaFin zu KI.

Für die Praxis entscheidet der Status. Die BaFin-Orientierungshilfe zu KI ist ausdrücklich unverbindlich, für die neue KRITIS-Verordnung liegt seit dem 26. Mai 2026 ein Referentenentwurf ohne Rechtskraft vor, und den Anwendungsbeginn der EBA-Leitlinien legt erst die Veröffentlichung der Übersetzungen fest. Wer Pflicht, Auslegung und Entwurf vermischt, plant zu früh oder zu spät.

Wir lesen die Primärquellen und belegen Kernaussagen mit Fundstellen; eigene Bewertungen kennzeichnen wir als solche. Daraus entstehen Deep Dives, teils mit interaktiven Werkzeugen, die Reality-Check-Whitepaper zu NIS2, DORA, CRA und AI Act sowie Control-Sets, mit denen eine einmal umgesetzte Maßnahme mehrere Regelwerke bedient.

Forschungsfragen

Offene Fragen der Praxis

  1. 01

    Was ist verbindliche Pflicht – und was Leitlinie, Entwurf oder eigene Empfehlung?

    Unser Ansatz

    Wir weisen für jede Quelle den Status aus und trennen durchgängig, was Verordnung und technische Standards verlangen, was Aufsichten als bewährte Praxis beschreiben und was wir zusätzlich empfehlen. Beispiel BaFin: Die Orientierungshilfe zu KI schafft keine neuen Pflichten – die Pflichten ergeben sich unmittelbar aus DORA und den technischen Standards.

  2. 02

    Wie behalten Sie Fristen im Blick, die sich verschieben – wie beim AI Act?

    Unser Ansatz

    Wir verfolgen Anwendungsbeginn, Übergangs- und Meldefristen je Regelwerk an der Primärquelle. Der Digital Omnibus verschob die Hochrisiko-Pflichten für eigenständige Systeme auf den 2. Dezember 2027, für in Produkte eingebettete auf den 2. August 2028. Die Transparenzpflichten gelten seit dem 2. August 2026; nur generative Bestandssysteme haben für die maschinenlesbare Kennzeichnung Zeit bis zum 2. Dezember 2026.

  3. 03

    Wie setzen Sie NIS2, DORA, CRA und AI Act um, ohne dieselbe Maßnahme mehrfach zu bauen?

    Unser Ansatz

    Wir ordnen Anforderungen einem gemeinsamen Kontrollrahmen zu – etwa ISO/IEC 27001 als Fundament und DORA als Overlay, mit einer Risikomethodik und gemeinsamen Evidenzen. Maschinenlesbar wird das über OSCAL: Der Framework Composer in VamiGRC nutzt ein Control-Set für mehrere Standards, bis zur Erklärung zur Anwendbarkeit.

  4. 04

    Welche Pflichten gelten bereits für KI-Systeme und KI-Agenten in regulierten Organisationen?

    Unser Ansatz

    Seit dem 2. Februar 2025 gilt die Pflicht zur KI-Kompetenz, seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten, die auch Agenten im Kundenkontakt erfassen. Im Finanzsektor fallen KI-Systeme zudem unter das IKT-Risikomanagement nach DORA. Wir beginnen mit einem vollständigen KI-Inventar und dem Rollen-Mapping als Anbieter oder Betreiber, gefolgt von einer Gap-Analyse.

Erkenntnisse

Was wir festhalten

  1. 01

    Transparenzpflichten gelten seit dem 2. August 2026 – auch für KI-Agenten

    KI-Systeme im direkten Kontakt mit Menschen müssen als KI erkennbar sein; ein Hinweis nur im Handbuch genügt laut Leitlinienentwurf der Kommission vom 8. Mai 2026 nicht. Generative Ausgaben, auch agentischer Systeme, sind maschinenlesbar zu markieren.

    Beleg: AI-Act-Transparenzpflichten

  2. 02

    KI unter DORA braucht keine Parallelstruktur

    Die BaFin-Orientierungshilfe vom 18. Dezember 2025 ist unverbindlich und schafft keine neuen Pflichten. Sie ordnet KI-Systeme als Netzwerk- und Informationssysteme im Sinne von DORA ein: Modelle, Trainingsdaten und Bibliotheken gehören ins Asset-Inventar, KI-Vorfälle in den bestehenden Meldeprozess. Der Hebel liegt in der Integration in den IKT-Risikomanagementrahmen.

    Beleg: BaFin-Orientierungshilfe KI

  3. 03

    Third-Party Risk konvergiert: Die EBA übernimmt die DORA-Logik

    Mit EBA/GL/2026/09 vom 18. September 2026 überträgt die EBA die DORA-Definition der kritischen oder wichtigen Funktion auf Non-ICT-Dienstleistungen. Register, Policy und Überwachungsrolle dürfen mit den DORA-Pendants zusammengeführt werden. Der Anwendungsbeginn folgt mit den Übersetzungen; für kritische oder wichtige Funktionen gilt dann eine zweijährige Übergangsfrist.

    Beleg: EBA-Leitlinien zum Third-Party Risk 2026: Was Finanzunternehmen jetzt über Non-ICT-Dienstleister wissen müssen

  4. 04

    NIS2-Betroffenheit prüfen Sie selbst – eine Benachrichtigung kommt nicht

    Das NIS2-Umsetzungsgesetz ist seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft; der Gesetzgeber rechnet mit rund 30.000 betroffenen Einrichtungen. Für bereits bei Inkrafttreten erfasste Einrichtungen lief die Registrierungsfrist am 6. März 2026 ab, die vom BSI kommunizierte Nachfrist am 31. Juli 2026. Nachholen beendet den laufenden Verstoß, heilt aber nicht die Vergangenheit.

    Beleg: NIS2

Methodik

Wie wir vorgehen

Unsere Methode folgt dem Weg einer Anforderung: von der Primärquelle über Status und Frist bis zum Control mit Nachweis.

Primärquellen-Lektüre

Rechtsakte, technische Standards, Leitlinien und Final Reports im Original auswerten und Kernaussagen mit Fundstellen belegen.

Status-Kennzeichnung

Pflicht, aufsichtliche Praxis, Entwurf und eigene Empfehlung durchgängig getrennt ausweisen.

Fristenradar

Anwendungsbeginn, Übergangs- und Meldefristen je Regelwerk verfolgen – einschließlich Verschiebungen wie durch den Digital Omnibus.

Control-Mapping

Pflichten auf einen gemeinsamen Kontrollrahmen abbilden, damit eine Maßnahme mehrere Regelwerke bedient – maschinenlesbar über OSCAL.

Reality Checks für CISOs

Whitepaper zu NIS2, DORA, CRA und AI Act mit Fahrplänen für die Umsetzung – inklusive Agentic AI als neues IKT-Risiko unter DORA.

Werkzeuge und Kompetenz

Interaktive Werkzeuge wie Scope-Navigator und Register-Builder machen Leitlinien anwendbar; Praxisschulungen und VamiAcademy-Lernpfade je Rolle verankern das Wissen.

So starten Sie

  1. 1Lesen und einordnenPrimärquelle auswerten, Status, Adressaten und Fristen bestimmen und gegen bestehende Pflichten abgrenzen.
  2. 2In Controls übersetzenPflichten in Controls, Prozesse und Nachweise übersetzen und mit vorhandenen Regelwerken zusammenführen, statt Parallelstrukturen aufzubauen.
  3. 3Betreiben und nachweisenControls einmal umsetzen, Nachweise laufend pflegen; in VamiGRC erledigen KI-Agenten Routine nach Freigaberegeln, Meldeentwürfe prüft Ihr Team.
Publikationen

Deep Dives, Whitepaper und Analysen

Deep Dives 8

NIS2Was die Richtlinie (EU) 2022/2555 von wesentlichen und wichtigen Einrichtungen verlangt – und wie Deutschland sie mit dem NIS2UmsuCG im BSIG umgesetzt hat.31. Juli 2026DORAWas die Verordnung (EU) 2022/2554 von Finanzunternehmen und ihren IKT-Dienstleistern verlangt – die fünf Säulen, TLPT, das Informationsregister und das Oversight kritischer Drittdienstleister im Überblick.31. Juli 2026Cyber Resilience ActWas die Verordnung (EU) 2024/2847 von Herstellern, Einführern und Händlern von Produkten mit digitalen Elementen verlangt – von Security by Design und SBOM bis zu den Meldefristen ab dem 11. September 2026.31. Juli 2026EU AI ActRisikoklassen, Fristen nach dem Digital Omnibus, Rollen und Sanktionen: was die Verordnung (EU) 2024/1689 für Unternehmen bedeutet – Stand Juli 2026.31. Juli 2026AI-Act-TransparenzpflichtenAb dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des Art. 50 AI Act für interaktive KI-Systeme, generative Inhalte, Emotionserkennung und Deepfakes. Der Guidelines-Entwurf der EU-Kommission vom 8. Mai 2026 konkretisiert, wie Anbieter und Betreiber diese Pflichten umsetzen sollen.30. Juli 2026BaFin-Orientierungshilfe KIAm 18.12.2025 hat die BaFin ihre unverbindliche Orientierungshilfe zu IKT-Risiken beim Einsatz von KI in Finanzunternehmen veröffentlicht. Sie soll helfen, die DORA-Anforderungen an IKT-Risikomanagement und IKT-Drittparteienrisikomanagement auch für KI-Systeme umzusetzen — entlang des gesamten KI-Lebenszyklus und mit einer Fallstudie zum LLM-basierten KI-Assistenten. Diese Seite trennt durchgängig, was DORA und RTS verlangen, was die BaFin als bewährte Praxis beschreibt und was wir zusätzlich empfehlen.6. Oktober 2026EBA-Leitlinien Third-Party RiskMit EBA/GL/2026/09 ersetzt die EBA ihre Outsourcing-Leitlinien von 2019 durch einen Rahmen für das gesamte Drittparteienrisiko aus Non-ICT-Dienstleistungen — mit Fokus auf kritische oder wichtige Funktionen, einem Register nach dem Vorbild des DORA-Informationsregisters und einer Übergangsfrist von zwei Jahren. Diese Seite ordnet die Leitlinien ein, grenzt sie gegen DORA ab und macht die Anforderungen mit Scope-Navigator, Register-Builder und Readiness-Radar greifbar.23. September 2026KRITISWas Betreiber kritischer Anlagen nach dem novellierten BSI-Gesetz und dem KRITIS-Dachgesetz umsetzen müssen – von Schwellenwerten über Angriffserkennung bis zur Nachweispflicht.31. Juli 2026

Welche Pflichten gelten für Sie – und ab wann?

Wir ordnen Ihre Organisation in NIS2, DORA, CRA und AI Act ein, trennen Pflicht von Empfehlung und zeigen, wie eine Maßnahme mehrere Regelwerke bedient.