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GRC · Risikomanagement

ISO 31000 Risiko als Führungsdisziplin

ISO 31000:2018 ist der internationale Leitfaden für unternehmensweites Risikomanagement (Enterprise Risk Management). Wir verankern Cyber-Risiko im übergeordneten Risikorahmen Ihres Unternehmens – prüfbar, entscheidungsnah, wirksam.

2018Aktuelle Ausgabe (2. Edition, 2023 bestätigt)
GuidanceLeitfaden, kein Anforderungsstandard
Nicht zertifizierbarKeine Zertifizierung – Rahmen & Prozess
ERM-DachBasis für ISO/IEC 27005, Bezug zu NIS2 & DORA

Warum ISO 31000 das Dach über Ihrem Cyber-Risiko ist

ISO 31000:2018 liefert Grundsätze und Leitlinien (Principles and Guidelines) für das Management von Risiken jeder Art – branchen- und risikoartenübergreifend, von strategischen über operative bis zu Cyber- und Compliance-Risiken. Die Norm ist bewusst kein Anforderungsstandard und daher nicht zertifizierbar; sie beschreibt, wie Risikomanagement gestaltet, geführt und kontinuierlich verbessert wird.

Für Sicherheitsverantwortliche schließt ISO 31000 die Lücke zwischen technischer Risikoanalyse und unternehmerischer Steuerung. ISO/IEC 27005 setzt methodisch auf diesem Dach-Framework auf, und regulatorische Anforderungen aus NIS2 und DORA verlangen ausdrücklich einen risikobasierten Ansatz. Wer ISO 31000 sauber implementiert, spricht die Sprache der Geschäftsführung und die der Aufsicht zugleich.

Die Kernbausteine der Norm

ISO 31000 ruht auf drei Säulen: Grundsätze, Rahmenwerk und Prozess.

01

8 Grundsätze (Principles)

Wertorientierung, Integration, strukturiertes Vorgehen, Anpassung an den Kontext, Inklusion der Stakeholder, Dynamik, beste verfügbare Information sowie menschliche und kulturelle Faktoren – der Zweck ist die Schaffung und der Schutz von Werten.

02

Rahmenwerk (Framework)

Führung und Verpflichtung (Leadership & Commitment) im Zentrum, umgeben vom Zyklus aus Integration, Gestaltung (Design), Umsetzung (Implementation), Bewertung (Evaluation) und Verbesserung (Improvement).

03

Kontext & Kommunikation

Externer und interner Kontext, Risikokriterien sowie durchgängige Kommunikation und Konsultation (Communication & Consultation) bilden die Grundlage jeder Risikoentscheidung.

04

Risikobeurteilung (Risk Assessment)

Identifikation, Analyse und Bewertung von Risiken (Identification, Analysis, Evaluation) – der methodische Kern, auf dem ISO/IEC 27005 für die Informationssicherheit aufsetzt.

05

Risikobehandlung (Risk Treatment)

Auswahl und Umsetzung von Maßnahmen zur Risikosteuerung – vermeiden, vermindern, teilen oder akzeptieren – inklusive Bewertung von Restrisiken (Residual Risk).

06

Überwachung & Berichterstattung

Kontinuierliche Überwachung und Überprüfung (Monitoring & Review) sowie Aufzeichnung und Berichterstattung (Recording & Reporting) sichern Nachvollziehbarkeit und Verbesserung.

Die Brücke zu Ihren Pflichten

ISO 31000 ist der gemeinsame Nenner, der Cyber-Risiko mit Regulatorik verbindet.

NIS2 & DORA

Beide fordern einen risikobasierten Ansatz und ein Risikomanagement auf Leitungsebene. ISO 31000 liefert die Governance-Struktur, mit der Sie Rechenschaftspflichten der Geschäftsleitung nachweisbar erfüllen.

ISO/IEC 27005 & ISO 27001

ISO/IEC 27005 konkretisiert ISO 31000 für Informationssicherheitsrisiken und speist das ISMS nach ISO/IEC 27001. So wird aus dem Dach-Framework ein prüffähiger Sicherheitsprozess.

CRA & Produktrisiko

Der Cyber Resilience Act verlangt Risikobewertungen über den Produktlebenszyklus. ISO 31000 bietet die einheitliche Methodik, um Produkt-, Lieferketten- und Unternehmensrisiko konsistent zu bewerten.

Enterprise Risk Management

ISO 31000 integriert Cyber-Risiko in das unternehmensweite Risikoregister und die strategische Steuerung – die Voraussetzung für belastbare Entscheidungen im Vorstand.

So gehen wir mit Ihnen vor

Vom Reifegrad-Bild zum gelebten Risikorahmen in vier Schritten.

01

1 · Kontext & Reifegrad

Wir erfassen internen und externen Kontext, bestehende Risikoprozesse und Risikokriterien und bestimmen Ihren Reifegrad gegen die Grundsätze der ISO 31000.

02

2 · Rahmenwerk gestalten

Wir definieren Governance, Rollen, Risikoappetit (Risk Appetite) und Kriterien und verankern Führung und Verpflichtung auf Leitungsebene.

03

3 · Prozess implementieren

Wir operationalisieren Risikobeurteilung und -behandlung, verknüpfen sie mit ISO/IEC 27005 und Ihren regulatorischen Pflichten und bauen das Risikoregister auf.

04

4 · Überwachen & verbessern

Wir etablieren Monitoring, Berichtswege an die Geschäftsleitung und einen kontinuierlichen Verbesserungszyklus – prüfbereit für Audits und Aufsicht.

Häufige Fragen zu ISO 31000

Was Sicherheits- und Risikoverantwortliche am häufigsten fragen.

Kann man sich nach ISO 31000 zertifizieren lassen?

Nein. ISO 31000 ist ein Leitfaden (Guidance) und kein Anforderungsstandard. Es gibt keine akkreditierte Zertifizierung der Organisation gegen ISO 31000. Zertifizierbar ist Ihr Informationssicherheits-Managementsystem nach ISO/IEC 27001, das methodisch auf ISO 31000 aufbauen kann.

Worin unterscheidet sich ISO 31000 von ISO/IEC 27005?

ISO 31000 ist das übergeordnete Rahmenwerk für Risikomanagement jeder Art. ISO/IEC 27005 konkretisiert diese Methodik speziell für Informationssicherheitsrisiken und verbindet sie mit dem ISMS nach ISO/IEC 27001.

Hilft ISO 31000 bei NIS2 und DORA?

Ja. Beide Regelwerke fordern einen risikobasierten Ansatz und Verantwortung auf Leitungsebene. ISO 31000 liefert die Governance-Struktur und einen konsistenten Risikoprozess, mit dem Sie diese Anforderungen nachweisbar erfüllen.

Welche Ausgabe ist aktuell?

ISO 31000:2018 ist die aktuelle, zweite Ausgabe; sie wurde von ISO überprüft und bestätigt und bleibt gültig. Eine Revision wird in Fachgremien vorbereitet, ist aber noch nicht als neue Ausgabe veröffentlicht.

Für welche Organisationen eignet sich ISO 31000?

Für jede Organisation, unabhängig von Größe, Branche oder Sektor. Die Leitlinien werden an Kontext und Risikoprofil angepasst und lassen sich auf strategische, operative, finanzielle wie auf Cyber-Risiken anwenden.

Machen Sie Risiko zur Entscheidungsgrundlage

Wir verankern ISO 31000 als lebendigen Rahmen – von der Geschäftsleitung bis zur technischen Risikoanalyse.