Teil 1 – Ueberblick & Konzepte (27036-1:2021)
Definiert Begriffe, Prinzipien und das gemeinsame Verstaendnis von Sicherheitsrisiken in Lieferantenbeziehungen. Bildet die konzeptionelle Grundlage fuer die uebrigen Teile.
Der internationale Rahmen fuer Informationssicherheit in Lieferantenbeziehungen (Supplier Relationships) – von der Auswahl bis zur Beendigung. Wir uebersetzen die Norm in ein belastbares Drittparteirisiko-Management (Third-Party Risk Management, TPRM), das NIS2 und DORA normseitig traegt.
ISO/IEC 27036 (Cybersecurity – Supplier relationships) ist die international anerkannte Normfamilie fuer Informationssicherheit in Lieferanten- und Drittparteibeziehungen. Sie strukturiert das Management von Lieferantenrisiken ueber den gesamten Lebenszyklus einer Geschaeftsbeziehung – von der Planung und Auswahl ueber die vertragliche Vereinbarung und den laufenden Betrieb bis zur geordneten Beendigung.
Die Familie besteht aus vier Teilen: Teil 1 (27036-1:2021) liefert Ueberblick und Konzepte, Teil 2 (27036-2:2022) definiert die verbindlichen Anforderungen an Akquirierende und Lieferanten, Teil 3 (27036-3:2023) adressiert die Sicherheit der ICT-Lieferkette (Hardware, Software und Dienstleistungen) und Teil 4 (27036-4:2016) behandelt speziell die Sicherheit von Cloud-Diensten. ISO/IEC 27036 ist ein Leitfaden- und Anforderungsrahmen – nicht eigenstaendig zertifizierbar – und ergaenzt die Lieferanten-Controls A.5.19–A.5.23 aus ISO/IEC 27001.
Struktur und Kernbausteine von ISO/IEC 27036
Definiert Begriffe, Prinzipien und das gemeinsame Verstaendnis von Sicherheitsrisiken in Lieferantenbeziehungen. Bildet die konzeptionelle Grundlage fuer die uebrigen Teile.
Legt die grundlegenden Informationssicherheits-Anforderungen fuer Definition, Umsetzung, Betrieb, Ueberwachung und Verbesserung von Lieferanten- und Akquirierenden-Beziehungen fest. Der normative Kern der Familie.
Leitlinien fuer die Sicherheit der Hardware-, Software- und Dienstleistungs-Lieferkette (ICT Supply Chain). Adressiert Transparenz, Herkunft und Integritaet ueber mehrstufige Lieferketten hinweg.
Guidance fuer Cloud-Kunden und Cloud-Anbieter, um Sicherheitsrisiken aus der Nutzung von Cloud-Diensten sichtbar zu machen und ueber public, hybrid und private Modelle hinweg zu steuern.
Alle Teile folgen dem Lebenszyklus: Planung, Auswahl, Vereinbarung, Betrieb und Beendigung. Sicherheitsanforderungen werden phasengerecht verankert statt nur zum Onboarding geprueft.
Die Norm adressiert beide Seiten der Beziehung mit spiegelbildlichen Pflichten – so entstehen ausgewogene, pruefbare Vereinbarungen statt einseitiger Klauselwerke.
Warum die Norm im DACH-Raum zum Pflichtprogramm wird
Artikel 21 Abs. 2 lit. d verlangt Massnahmen zur Sicherheit der Lieferkette und Beziehungen zu Anbietern. ISO/IEC 27036 liefert die normseitige Methodik, um diese Pflicht strukturiert und pruefbar zu erfuellen.
DORA fordert ein umfassendes Management des IKT-Drittparteirisikos ueber den gesamten Vertragslebenszyklus. Die Lebenszyklus-Logik von ISO/IEC 27036 (Planung bis Beendigung) bildet genau diesen Anspruch ab.
Die Lieferanten-Controls in ISO/IEC 27001:2022 (Lieferantenbeziehungen, Vereinbarungen, ICT-Lieferkette, Ueberwachung, Cloud) werden durch ISO/IEC 27036 methodisch untersetzt und mit Tiefe gefuellt.
Der Cyber Resilience Act (CRA) verlagert Software-Lieferkettenpflichten zum Hersteller; bei M&A wird Drittparteirisiko zum Deal-Faktor. ISO/IEC 27036 gibt beiden Feldern eine gemeinsame Sprache.
Von der Bestandsaufnahme zum gelebten TPRM-Prozess
Wir erfassen Ihre Lieferanten- und Dienstleisterlandschaft, klassifizieren nach Kritikalitaet und mappen bestehende Vertraege gegen die Anforderungen aus Teil 2.
Abgleich Ihrer Prozesse mit ISO/IEC 27036 sowie NIS2- und DORA-Pflichten. Sie erhalten ein priorisiertes Risikobild und eine konkrete Massnahmen-Roadmap.
Wir verankern den Beziehungs-Lebenszyklus in Ihren Prozessen – Auswahlkriterien, Sicherheitsklauseln, Audit-Rechte und Exit-Regelungen – und integrieren sie in Ihr ISMS.
Laufendes Monitoring, wiederkehrende Lieferantenbewertungen und ein KPI-Reporting, das Nachweise fuer Audits und Aufsicht liefert – auf Wunsch als GRC as a Service.
Primaerquellen und weiterfuehrende VamiSec-Angebote
ISO/IEC 27036 kompakt beantwortet
Nein. ISO/IEC 27036 ist ein Leitlinien- und Anforderungsrahmen und nicht eigenstaendig zertifizierbar. Die Zertifizierung erfolgt ueber ISO/IEC 27001; ISO/IEC 27036 untersetzt dort die Lieferanten-Controls A.5.19–A.5.23 methodisch.
NIS2 verlangt in Artikel 21 Abs. 2 lit. d ausdruecklich Massnahmen zur Lieferkettensicherheit. ISO/IEC 27036 liefert die anerkannte Methodik, um diese Pflicht strukturiert, dokumentiert und pruefbar umzusetzen.
Ja, normseitig. DORA fordert ein Management des IKT-Drittparteirisikos ueber den gesamten Vertragslebenszyklus – exakt die Lebenszyklus-Logik von ISO/IEC 27036 von der Planung bis zur Beendigung.
Teil 2 (Anforderungen) ist der normative Kern und meist der Startpunkt. Teil 1 liefert das Begriffsgeruest, Teil 3 vertieft die ICT-Lieferkette und Teil 4 ist relevant, sobald Cloud-Dienste im Spiel sind.
Der Cyber Resilience Act adressiert vor allem Produkt- und Software-Lieferkettenpflichten der Hersteller. ISO/IEC 27036 liefert das organisatorische Rahmenwerk fuer die Beziehungen dahinter – beide ergaenzen sich.
Wir bringen ISO/IEC 27036 in Ihre Prozesse – abgestimmt auf NIS2, DORA und Ihr bestehendes ISMS. Sprechen Sie mit unseren Beraterinnen und Beratern.