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Forschungsfeld · Softwareentwicklung Agentic

Wenn Coding-Agenten mitschreiben: Code und Werkzeugkette prüfbar absichern

Coding-Agenten schreiben Code, führen Befehle im Terminal aus und binden MCP-Server und Skills ein. Die Angriffsfläche reicht damit vom generierten Code über den Harness bis zu Erweiterungen und Pipelines. Wir untersuchen, wo KI-gestützte Codeanalyse belegt hilft und wo sie selbst angreifbar wird, und übersetzen das in einen Secure SDLC, in dem das Sprachmodell berät, nicht steuert.

  • Coding-Agenten & Harness
  • Slopsquatting
  • AI-SAST
  • Exploit-Validierung
  • DAST mit begrenztem LLM
  • Secure SDLC
  • CI/CD-Pipeline-Security
Deep Dives
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Whitepaper
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Lösungen
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Kontext

Vom Assistenten zum Agenten: Die Werkzeugkette wird zur Angriffsfläche

KI erzeugt heute einen Großteil des neuen Codes – Google gibt 75 % an –, und dieser Code führt messbar häufiger Schwachstellen ein: Laut Veracode fallen 45 % der KI-Samples im Sicherheitstest durch. Zugleich wird aus dem Assistenten, der vorschlägt, ein Agent, der im Terminal installiert, MCP-Server aufruft und Skills lädt. Sprachmodelle erfinden dabei auch Paketnamen, die es nicht gibt und die Angreifer registrieren können; seit 2025 heißt das Slopsquatting.

Wie angreifbar die Werkzeugkette ist, zeigte der 29. Oktober 2026: Über den Marktplatz des Code-Editors Cursor wurde eine manipulierte Fassung der Claude-Code-Erweiterung mit SSH-Hintertür verteilt – unter der echten Kennung anthropic.claude-code. Unsere Analyse vom 31. Oktober 2026 nennt Prüfschritte und Maßnahmen. Erweiterungen laufen mit den Rechten des angemeldeten Benutzers und erreichen Quellcode, Zugangsdaten und Terminals; diese Lieferkette auf Entwicklerrechnern wird selten so streng kontrolliert wie Server oder Build-Pipelines.

Auf der Analyseseite wird das Finden zur Commodity: Google Big Sleep meldete 2025 zwanzig reale Zero-Days, die Finalisten der DARPA AI Cyber Challenge fanden im August 2025 vollautonom 86 % der eingebauten Schwachstellen. Auf wirklich ungesehenen Zero-Days scheitern selbst Frontier-Modelle aber noch, und naive LLM-Klassifikation ohne Kontext liegt kaum über dem Münzwurf. KI ergänzt die Prüfschichten, sie ersetzt sie nicht – nach diesem Grundsatz arbeiten VamiAppSec und VamiDAST.

Forschungsfragen

Offene Fragen der Praxis

  1. 01

    Wie prüft man Code, den KI-Assistenten und Coding-Agenten geschrieben haben?

    Unser Ansatz

    Wie menschlichen Code – mit Review, SAST, Tests und Abhängigkeitsprüfung –, aber mit Fokus auf die Klassen, in denen Assistenzcode vorhersagbar durchfällt: Autorisierung, Mandantentrennung, Fehlerbehandlung. Code-Owner erhalten dafür einen Leitfaden. Mitgeprüft werden Agenten- und Prompt-Risiken im Repository, etwa Regeldateien mit unsichtbaren Zeichen, die Menschen im Review nicht sehen, das Modell aber befolgt.

  2. 02

    Kann ein Sprachmodell regelbasiertes SAST ersetzen?

    Unser Ansatz

    Nein. Regelbasiertes SAST bleibt die reproduzierbare Grundhygiene auf jedem Commit und die einzige Schicht, die als Gate im Build taugt. AI-SAST mit semantischem Reasoning setzen wir gezielt auf hochwertigen Repositories ein, etwa gegen gebrochene Autorisierung und Fehler in der Geschäftslogik. KI-Findings bekommen einen Audit-Trail und menschliche Stichproben, weil LLM-Urteile zwischen Läufen schwanken.

  3. 03

    Wie wird aus einem Code-Befund eine belastbare Priorität?

    Unser Ansatz

    Über eine Beweiskette: Eine Regel oder ein Modell markiert eine Stelle, dann werden Erreichbarkeit, tatsächliche Exposition und Ausnutzbarkeit am laufenden System geprüft. Was hinter dem Pfad liegt, entscheidet über die Reihenfolge der Behebung. Deshalb vereinbaren wir SLAs nach Ausnutzbarkeit statt nach CVSS allein und übergeben bestätigte Pfade mit Reproduktionsschritten an die Code-Owner.

  4. 04

    Wie viel Sprachmodell verträgt ein dynamischer Sicherheitstest?

    Unser Ansatz

    So wenig wie nötig, und nie am Steuer. In VamiDAST steuert eine deterministische Engine jeden Scan; ein LLM berät nur an genau drei begrenzten Stellen, ohne LLM arbeiten die deterministischen Detektoren weiter. Jeder Befund ist mit Payload und Antwort-Beleg belegt, Produktivsysteme werden nur im Modus Passiv oder Sicher und nur mit Autorisierung geprüft.

Erkenntnisse

Was wir festhalten

  1. 01

    Angegriffen wird der Harness, nicht das Modell

    Ein Coding-Agent besteht aus Modell und Harness, von Regeldateien über Terminal und MCP-Server bis zu Skills, Geheimnissen und Netzwerk. Dokumentierte Angriffe treffen fast immer diesen Harness; die Forschungsreihe IDEsaster fand mehr als 30 Schwachstellen mit 24 CVEs in KI-IDEs. Wo Hersteller nachbesserten, geschah das nicht am Modell, sondern im Harness.

    Beleg: Slopsquatting & Coding-Agenten

  2. 02

    Wer den Build kompromittiert, trifft jedes ausgelieferte Artefakt

    CI/CD-Pipelines bündeln Berechtigungen auf Repositories, Paket-Registries und Cloud-Umgebungen. Bei Poisoned Pipeline Execution genügt Zugriff auf das Quellcode-System, um den Build zu manipulieren. Wirksam sind isolierte Runner ohne Secrets für ungeprüften Code, CI-Konfigurationen aus geschützten Branches und kurzlebige OIDC-Credentials statt statischer Secrets.

    Beleg: CI/CD-Pipeline-Security

  3. 03

    LLM-Triage ist belegt – der KI-Analyst wird aber selbst zum Ziel

    Hinter einem deterministischen Scanner senkt ein LLM-Filter Fehlalarme konsistent, auf dem OWASP Benchmark um 88,6 % bei 3,1 % Recall-Verlust. Zugleich verarbeitet das Modell Kommentare, READMEs und Issues als Eingabe: Adversariale Kommentare täuschen LLM-Detektoren in über 90 % der Fälle. Wer KI in der Codeanalyse einsetzt, macht sie damit selbst zur Angriffsfläche.

    Beleg: AI-SAST

  4. 04

    Der Auslieferungszeitpunkt entscheidet über die Wirkung von SAST

    Bei Meta lag die Fix-Rate nächtlicher Batch-Scans nahe null. Als dieselbe Analyse als Kommentar in den Code-Review des Diffs wanderte, stieg sie auf über 70 % – bei gleicher Engine und gleicher Fehlalarmquote. Google lässt nur Analysen in den Review, deren effektive Fehlalarmquote unter 10 % bleibt. Befunde wirken dort, wo Entwickler ohnehin arbeiten.

    Beleg: SAST

Methodik

Wie wir vorgehen

Wir trennen konsequent, was deterministisch prüfbar ist, wo ein Sprachmodell berät und wo Menschen entscheiden – vom Harness des Coding-Agenten über den Pull Request bis zur laufenden Anwendung.

Harness-Analyse für Coding-Agenten

Regeldateien, Eingaben, Terminal, MCP-Server, Skills, Paketmanager, Geheimnisse, Repository und Netzwerk als Vertrauensbeziehungen erfassen und außerhalb des Modells absichern.

Drei Schichten der Codeanalyse

Regelbasiertes SAST auf jedem Commit, AI-SAST mit semantischem Reasoning auf hochwertigen Repositories, Frontier-Modell-Analyse risikobasiert und periodisch.

Exploit-Validierung

Vom Finding über Erreichbarkeit und Exposition zur Ausnutzbarkeit: Befunde werden am laufenden System bestätigt, bevor sie Prioritäten setzen.

DAST mit eng begrenztem LLM

VamiDAST: deterministische Engine, ein LLM berät an genau drei begrenzten Stellen; Tests hinter dem Login, BOLA/IDOR mit zweiter Identität, jeder Befund mit Antwort-Beleg.

Pipeline-Härtung

OWASP Top 10 CI/CD Security Risks als Prüfraster: isolierte Runner ohne Secrets für ungeprüften Code, kurzlebige OIDC-Credentials, signierte Artefakte mit Provenance nach SLSA.

Standards und Security Champions

OWASP ASVS 5.0, CWE Top 25 und NIST SSDF als Messlatte, OWASP SAMM für den Reifegrad; Security Champions verankern Sicherheitswissen in jedem Entwicklungsteam.

So starten Sie

  1. 1Werkzeugkette inventarisierenCoding-Agenten, Erweiterungen, MCP-Server, Paketquellen und Pipelines erfassen und Repositories nach Exposition und Datenklasse einstufen.
  2. 2Schichten und Gates festlegenJe Repository bestimmen, welche Analyse in welcher Kadenz läuft; Quality Gates in GitLab, GitHub oder Azure DevOps blockieren kritische Befunde.
  3. 3Befunde belegen und nachweisenAusnutzbarkeit am System bestätigen, Korrekturen an die Code-Owner übergeben und pro Release Nachweise für CRA, NIS2 und Kundenaudits erzeugen.
Publikationen

Deep Dives, Whitepaper und Analysen

Deep Dives 8

Slopsquatting & Coding-AgentenKI-Modelle schlagen Pakete vor, die es nicht gibt — und Angreifer können genau diese Namen registrieren. Coding-Agenten installieren mit Terminal-Zugriff, was sie für richtig halten. Dieser Deep Dive verbindet Typo- und Slopsquatting in npm und PyPI mit einem Sicherheitsmodell für Coding-Agenten und ihren Harness: Angriffskette, fünf Schutzschichten, Pflichten aus CRA, NIS2 und DORA, Self-Assessment und CISO-Whitepaper.8. Oktober 2026AI-SASTSprachmodelle triagieren Findings, schließen semantisch über Funktionsgrenzen hinweg und finden reale Zero-Days. Was davon belegt ist, welche Werkzeuge es 2026 gibt und wo die neuen Grenzen und Risiken liegen — mit Quellen statt Marketing.7. August 2026SASTStatische Codeanalyse ist der am dichtesten kreuzreferenzierte Kontrollpunkt im sicheren Entwicklungszyklus – und zugleich das Werkzeug mit dem größten Frustpotenzial. Was SAST technisch leistet, wo seine Grenzen bewiesen sind, welche Standards es verlangen und was KI daran gerade ändert.6. August 2026Secure CodingWie Sie Schwachstellen systematisch vermeiden: die aktuelle Landkarte aus CWE Top 25 und OWASP Top 10:2025, ASVS 5.0 als Anforderungsrahmen und die Praktiken, die im Entwicklungsalltag den Unterschied machen.31. Juli 2026Secure SDLCWie Sie Sicherheit systematisch in jede Phase der Softwareentwicklung integrieren – mit dem NIST SSDF als Practice-Katalog, OWASP SAMM als Reifegradmodell und Security Gates von den Anforderungen bis zum Betrieb.31. Juli 2026OWASP für Dev-TeamsTop 10, ASVS, Cheat Sheet Series, Developer Guide, WSTG, SAMM und Werkzeuge wie Dependency-Track und ZAP: was welches Projekt leistet – und wie sich die Bausteine im Entwicklungsalltag zu einem durchgängigen Prozess verbinden.31. Juli 2026Security ChampionsWie Sie Sicherheitswissen dauerhaft in Ihren Entwicklungsteams verankern – von der Auswahl geeigneter Champions über Zeitbudget und Community bis zur Erfolgsmessung nach OWASP-Guide und SAMM.31. Juli 2026CI/CD-Pipeline-SecurityWarum Build- und Deployment-Pipelines zu den kritischsten Systemen Ihrer IT gehören – und wie Sie sie entlang der OWASP Top 10 CI/CD Security Risks und SLSA strukturiert absichern.31. Juli 2026

Coding-Agenten im Team – ist die Werkzeugkette abgesichert?

Wir prüfen Agenten-Rechte, Erweiterungen, Pipeline-Gates und Ihre Codeanalyse und zeigen, wo KI-gestützte Prüfung bei Ihnen den größten Hebel hat – mit nachvollziehbaren Belegen.