Die OWASP Top 10 sind ein Awareness-Dokument: Sie benennen die aus Datenanalysen und Community-Umfragen abgeleiteten größten Risikokategorien für Webanwendungen. Die aktuelle Ausgabe 2025 – die achte insgesamt – stützt sich auf Daten zu über 2,8 Millionen getesteten Anwendungen und betrachtet 589 CWEs; neu sind die Kategorien „Software Supply Chain Failures“ (A03) und „Mishandling of Exceptional Conditions“ (A10), auf Platz 1 bleibt „Broken Access Control“, das nun auch SSRF umfasst. Für Entwickler-Teams eignen sich die Top 10 als Einstieg und gemeinsames Vokabular mit Management und Auditoren – als prüfbare Anforderungsliste oder Testkatalog sind sie nicht gedacht. Dafür verweist OWASP selbst auf ASVS und WSTG.
Die OWASP-Landkarte für Entwickler-Teams
Top 10, ASVS, Cheat Sheet Series, Developer Guide, WSTG, SAMM und Werkzeuge wie Dependency-Track und ZAP: was welches Projekt leistet – und wie sich die Bausteine im Entwicklungsalltag zu einem durchgängigen Prozess verbinden.
2,8 Mio.+getestete Anwendungen als Datenbasis der Top 10:2025
345prüfbare Anforderungen in 17 Kapiteln (ASVS 5.0.0)
120laufend gepflegte Cheat Sheets (Stand: Juli 2026)
15Sicherheitspraktiken in fünf Geschäftsfunktionen (SAMM v2)
Die OWASP Foundation pflegt Dutzende offener Projekte rund um sichere Softwareentwicklung – von Awareness-Dokumenten über prüfbare Standards bis zu einsatzfertigen Werkzeugen. In der Praxis kennen viele Teams die Top 10, wissen aber nicht, welches Projekt für Anforderungen, Tests, Onboarding oder Reifegradmessung gedacht ist. Das führt dazu, dass die Top 10 als Checkliste missverstanden werden, während ASVS, WSTG und SAMM ungenutzt bleiben. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Bausteine ein und zeigt, wie sie sich entlang des Entwicklungszyklus zu einem durchgängigen Vorgehen kombinieren lassen – ohne Lizenzkosten und herstellerneutral.
Das Wichtigste im Überblick
Sechs Themenblöcke — zum Aufklappen antippen.
Der OWASP-Werkzeugkasten im Überblick
Fünf Bausteine, ein Prozess — jeder Tab zeigt, was das Projekt leistet und wofür es gedacht ist.
- Awareness-Dokument, kein Standard: Die Top 10 benennen die aus Datenanalysen und Community-Umfragen abgeleiteten größten Risikokategorien für Webanwendungen.
- Die Ausgabe 2025 — die achte insgesamt — stützt sich auf Daten zu über 2,8 Millionen getesteten Anwendungen und betrachtet 589 CWEs; neu sind „Software Supply Chain Failures“ (A03) und „Mishandling of Exceptional Conditions“ (A10), auf Platz 1 bleibt „Broken Access Control“, das nun auch SSRF umfasst.
- Geeignet als Einstieg und gemeinsames Vokabular mit Management und Auditoren — für prüfbare Anforderungen und Tests verweist OWASP selbst auf ASVS und WSTG.
Ausgabe 2025589 CWEsBroken Access ControlSSRFSupply Chain Failures
- Übersetzt „sichere Anwendung“ in konkrete, verifizierbare Anforderungen: Version 5.0.0 (30. Mai 2025) umfasst 345 Anforderungen in 17 Kapiteln — von Autorisierung über Kryptografie bis OAuth/OIDC.
- Drei Stufen: Level 1 als Einstieg in die ASVS-Nutzung, Level 2 als umfassendes Standard-Sicherheitsniveau, Level 3 für Anwendungen mit hohem Schutzbedarf.
- Maschinenlesbar als CSV und JSON — direkt übernehmbar in Backlogs und Definition-of-Done-Kriterien, als objektiver Maßstab in Ausschreibungen und Lieferantenverträgen.
345 Anforderungen17 KapitelLevel 1–3OAuth/OIDCCSV/JSON
- 120 laufend gepflegte Cheat Sheets (Stand: Juli 2026) liefern kompakte, umsetzungsnahe Anleitungen — von Passwort-Speicherung über Injection-Prävention bis Secrets Management.
- Index-Ansichten verknüpfen die Sheets mit ASVS, Top 10 und Proactive Controls — ideal für das Onboarding neuer Entwicklerinnen und Entwickler und als Referenz in Code-Reviews.
- Der Developer Guide (erstmals 2002 veröffentlicht, aktuell Version 4.x) dupliziert keine Inhalte, sondern führt als Wegweiser durch das OWASP-Ökosystem.
120 Cheat SheetsProactive ControlsOnboardingCode-ReviewsVersion 4.x
- Die Referenzmethodik für das Sicherheitstesten von Webanwendungen: Die stabile Version 4.2 (Dezember 2020) adressiert jedes Testszenario über eindeutige Kennungen im Format WSTG-<Kategorie>-<Nummer>.
- Version 5.0 entsteht derzeit öffentlich auf GitHub und ist als Arbeitsstand zu behandeln.
- Teams leiten damit Testpläne für Releases ab, strukturieren interne Sicherheitstests und legen den Scope externer Penetrationstests nachvollziehbar fest.
Version 4.2Test-IDsTestplänePenetrationstestsVersion 5.0
- Dependency-Check (OWASP-Flagship-Projekt) prüft als Software-Composition-Analysis-Werkzeug Projektabhängigkeiten gegen öffentlich bekannte Schwachstellen aus der NVD — integriert per CLI, Maven, Gradle, Jenkins oder Azure DevOps.
- Dependency-Track (ebenfalls Flagship) wertet CycloneDX-SBOMs kontinuierlich aus, unterstützt VEX und macht Schwachstellen-, Versions- und Lizenzrisiken über alle Anwendungen hinweg sichtbar.
- Der DAST-Scanner ZAP ergänzt automatisierte dynamische Tests in der CI-Pipeline — seit 2023 kein OWASP-Projekt mehr, seit 2024 als „ZAP by Checkmarx“ weitergeführt, aber weiterhin quelloffen und kostenfrei.
Dependency-CheckDependency-TrackZAPNVDCycloneDX-SBOMsVEXCI-Pipeline
Standards & Quellen
Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.
OWASP Top 10:2025
Achte Ausgabe der Risiko-Rangliste; Datenbasis über 2,8 Mio. getestete Anwendungen und 589 betrachtete CWEs, neu u. a. „Software Supply Chain Failures“ (A03).
OWASP Application Security Verification Standard 5.0.0
345 prüfbare Anforderungen in 17 Kapiteln mit drei Verifikationsstufen; veröffentlicht am 30. Mai 2025.
OWASP Cheat Sheet Series
Laufend gepflegte Sammlung von 120 themenspezifischen Umsetzungshilfen (Stand: Juli 2026) mit Index-Ansichten nach ASVS, Top 10 und Proactive Controls.
OWASP Web Security Testing Guide v4.2
Stabile Referenzmethodik für das Testen von Webanwendungen (veröffentlicht am 3. Dezember 2020) mit eindeutigen Test-IDs; Version 5.0 in Entwicklung.
OWASP Software Assurance Maturity Model (SAMM) v2
Reifegradmodell mit fünf Geschäftsfunktionen, 15 Sicherheitspraktiken und drei Reifegradstufen; aktuelles Modell-Release v2.2.0 vom 6. Juli 2024.
ZAP Has Joined Forces With Checkmarx
Offizielle Projektmitteilung zum Übergang des ehemaligen OWASP-Projekts ZAP zu Checkmarx (24. September 2024); ZAP bleibt Open Source und kostenfrei.
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