Ein Security Champion ist ein Mitglied des Entwicklungsteams, das als Bindeglied zwischen Informationssicherheit und Entwicklung fungiert – laut OWASP SAMM kann das ein Softwareentwickler, Tester oder Produktmanager sein. Zu den typischen Aufgaben zählen die Recherche, Verifikation und Priorisierung sicherheitsrelevanter Defekte, die Mitwirkung an Risiko-, Threat-Modeling- und Architektur-Assessments sowie regelmäßige sicherheitsbezogene Reviews im eigenen Team. Auch das NIST Secure Software Development Framework (SP 800-218, Version 1.1) nennt Security Champions in seinen Umsetzungsbeispielen – als zu definierende SDLC-Rolle (PO.2.1) und als bevorzugte Zielgruppe für Threat-Modeling-Schulungen (PW.1.1). Champions ersetzen kein zentrales AppSec-Team, sondern skalieren dessen Wirkung in die Breite.
Security Champions in der Softwareentwicklung
Wie Sie Sicherheitswissen dauerhaft in Ihren Entwicklungsteams verankern – von der Auswahl geeigneter Champions über Zeitbudget und Community bis zur Erfolgsmessung nach OWASP-Guide und SAMM.
Ein zentrales Application-Security-Team kann unmöglich jedes Code-Review, jedes Threat Modeling und jede Architekturentscheidung in allen Entwicklungsteams begleiten. Security-Champions-Programme adressieren dieses Skalierungsproblem, indem sie Sicherheitswissen und -verantwortung direkt in den Teams verankern: Ein Mitglied je Team übernimmt – mit dediziertem Zeitbudget – die Rolle des Bindeglieds zur Informationssicherheit. Mit dem OWASP Security Champions Guide und dem Reifegradmodell OWASP SAMM existieren zwei frei verfügbare Referenzen, die Aufbau und Weiterentwicklung solcher Programme strukturieren. Entscheidend für den Erfolg sind dabei weniger die Frameworks als die Rahmenbedingungen: Freiwilligkeit, Management-Rückhalt, Community und messbare Ziele.
Das Wichtigste im Überblick
Sechs Themenblöcke — zum Aufklappen antippen.
Programm-Bausteine im Überblick
Vier Bausteine eines Security-Champions-Programms — von der Rolle bis zur Erfolgsmessung. Tab antippen für Details.
- Ein Security Champion ist Mitglied des Entwicklungsteams und Bindeglied zur Informationssicherheit — laut OWASP SAMM kann das ein Softwareentwickler, Tester oder Produktmanager sein.
- Typische Aufgaben: sicherheitsrelevante Defekte recherchieren, verifizieren und priorisieren, an Risiko-, Threat-Modeling- und Architektur-Assessments mitwirken sowie regelmäßige sicherheitsbezogene Reviews im eigenen Team.
- Auch NIST SP 800-218 (Version 1.1) nennt Champions in seinen Umsetzungsbeispielen — als zu definierende SDLC-Rolle (PO.2.1) und bevorzugte Zielgruppe für Threat-Modeling-Schulungen (PW.1.1); sie ersetzen kein zentrales AppSec-Team.
- Der OWASP Developer Guide rät von willkürlicher Ernennung ab: Motivierte Teammitglieder sollten sich freiwillig melden — „Be passionate about security“ ist das erste Prinzip des Manifests.
- Da Champions ihre eigentliche Rolle behalten, braucht die Zusatzaufgabe ein formal zugesichertes Zeitbudget; SAMM sieht eine feste Stundenzahl pro Woche vor, ohne einen konkreten Wert vorzugeben.
- Bewährt haben sich ein Champion pro Entwicklungsteam und eine dedizierte Programmleitung („Captain“); ohne sichtbare Management-Unterstützung wird das Zeitbudget im Projektdruck erfahrungsgemäß als Erstes geopfert.
- „Create a community“ und „Promote knowledge sharing“: regelmäßige Meet-ups, gemeinsame Kommunikationskanäle und interne Workshops über Teamgrenzen hinweg.
- „Reward responsibility“: formale Anerkennung wie Auszeichnungen oder Badges, Budget für Trainings und Konferenzen, Karrierepfade und erweiterte Mandate wie die Mitwirkung in Sicherheitsgremien — abgestimmt auf die individuellen Motivationen.
- Wird die zusätzliche Verantwortung nicht sichtbar honoriert, erodiert die Motivation der Freiwilligen mit der Zeit.
- Der OWASP-Guide empfiehlt messbare Ziele: für Sicherheit aufgewendete Stunden je Champion, erreichte Trainingsziele, Zahl der Meet-ups und Risikoverringerung — ergänzt um den Abdeckungsgrad der Teams und früh gefundene Schwachstellen.
- Typische Fehler: Champions als Feigenblatt ohne Mandat, fehlendes oder nur informelles Zeitbudget, Ernennung per Dienstanweisung, eine nach dem Kick-off einschlafende Community und fehlende Nachfolgeplanung.
- SAFECode betont: Die bloße Benennung eines Champions ohne formalisiertes, vom Management getragenes Programm stößt in der Regel auf Widerstand oder scheitert ganz.
Standards & Quellen
Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.
OWASP Security Champions Guide
Herstellerneutraler Leitfaden (Incubator-Projekt) mit dem Security Champions Manifesto und zehn Prinzipien, basierend auf Interviews mit AppSec-Verantwortlichen weltweit; laufend gepflegt (Stand Juli 2026).
OWASP SAMM – Education & Guidance, Stream B: Organization and Culture
Verankert Security Champions als Reifegrad-1-Aktivität (ein Champion pro Team, festes Wochenstundenkontingent); aktuelle Modellversion 2.2.0 (Juli 2025).
OWASP Developer Guide – Security champions program
Laufend gepflegtes Online-Kapitel (Stand Juli 2026); empfiehlt Selbstauswahl motivierter Teammitglieder statt willkürlicher Ernennung und beschreibt typische Champion-Aufgaben.
NIST SP 800-218: Secure Software Development Framework (SSDF) Version 1.1
Nennt Security Champions in den Umsetzungsbeispielen zu PO.2.1 (SDLC-Rollen definieren) und PW.1.1 (Threat-Modeling-Training).
Software Security Takes a Champion
Praxisleitfaden der Industrieinitiative SAFECode zu Rolle und Aufgaben von Champions sowie zur Notwendigkeit eines formalisierten, vom Management getragenen Programms.
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