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Vami Research · Forschungsprogramm

VamiHoney: Wir locken agentische Angriffe an, um sie zu verstehen

VamiHoney ist das Honeypot-Programm von Vami Research. Wir betreiben Köder-Systeme für Webanwendungen, Infrastruktur und KI-Dienste, die gezielt KI-Agenten anziehen. Jede Sitzung wird ausgewertet: Mensch, Skript oder Agent? Welche Werkzeuge, welche Ziele, welche Muster? Aus den Antworten entsteht ein Lagebild, das in VamiGRC, in unsere Tests und in die Angriffserkennung zurückfließt.

Status: Programm im AufbauDie ersten Sensoren sind in Vorbereitung. Ergebnisse veröffentlichen wir, sobald sie belastbar sind.

Warum jetzt

Angreifer setzen KI-Agenten ein. Belastbare Messdaten sind rar.

Klassische Honeypots wurden für Menschen und Skripte gebaut. KI-Agenten verhalten sich anders: Sie lesen Banner und Fehlermeldungen als Anweisung, rufen Werkzeuge auf und verfolgen ein Ziel über viele Schritte. Was die öffentliche Forschung bisher zeigt:

Was Köder-Systeme Dritter eingefangen haben

Agenten als Angriffswerkzeug

An einem Köder-Flowise von Sekoia griff ein Angreifer binnen Minuten hinterlegte Schlüssel ab. Später versuchte er, den Agenten per Prompt Injection umzusteuern und gegen reale Server einzusetzen.

Sekoia, Oktober 2026 (öffnet externe Website)

Hinzu kommt: Bei Menschen lenken Köder die Aufmerksamkeit von echten Schwachstellen ab, bei Sprachmodellen fand Horizon3.ai diesen Effekt nicht. Täuschung für KI-Angreifer muss deshalb eigens entworfen und gemessen werden. Genau hier setzt VamiHoney an: mit eigenen, nachvollziehbaren Messdaten zu der Frage, wie oft, wie und mit welchen Zielen KI-Agenten angreifen.

Die VamiHoney-Waben

Vier Sensorfamilien, ein Lagebild

Jede Wabe bildet eine Angriffsfläche nach, die KI-Agenten heute ansteuern. Die Köder wirken für Menschen und Maschinen glaubwürdig und haben für legitime Nutzer keine Funktion. Wer sie berührt, liefert ein Signal.

  1. Web & API

    Köder

    Köder-Webanwendungen, Login-Masken, Admin-Oberflächen und APIs mit OpenAPI-Beschreibung. Antworten erzeugt bei Bedarf ein Sprachmodell.

    Forschungsfrage

    Wie erkunden Agenten eine Anwendung, welche Schwachstellen probieren sie zuerst, und folgen sie Anweisungen in Seiteninhalten?

    Typische Signale

    • Prompt-Injection-Kanarien im HTML
    • Lesen von robots.txt und Dokumentation
    • Natürliche Sprache in Parametern
  2. Infrastruktur & Cloud

    Köder

    SSH- und Fernzugänge, Container- und Kubernetes-Schnittstellen, Cloud-Metadaten-Dienste und Build-Runner. Eine simulierte Shell antwortet auf beliebige Befehle.

    Forschungsfrage

    Wie bewegen sich Agenten nach dem ersten Zugriff weiter, wie gehen sie mit Fehlern um, und wie schnell eskalieren sie?

    Typische Signale

    • Befehlsfolgen mit Selbstkorrektur
    • Gleichmäßiger Antworttakt
    • Erklärende Kommentare in Befehlen
  3. KI & Agenten

    Köder

    Offene LLM-Endpunkte, KI-Gateways, Agenten-Orchestrierung, MCP-Server mit Köderwerkzeugen und Vektordatenbanken mit Kanarien-Dokumenten.

    Forschungsfrage

    Wer sucht offene Modelle und Schlüssel, wer kapert Agenten per Prompt Injection, und welche Werkzeuge rufen fremde Agenten auf?

    Typische Signale

    • Aufruf eines Köderwerkzeugs
    • Abfrage der Werkzeugliste
    • Versuche, Systemanweisungen auszulesen
  4. Köder & Honeytokens

    Köder

    Präparierte API-Schlüssel für LLM-Anbieter und Cloud, Konfigurationsdateien für Agenten, Kanarien-Dokumente und Köder-Repositories.

    Forschungsfrage

    Wo tauchen gestohlene Schlüssel wieder auf, wie schnell werden sie genutzt und von wem?

    Typische Signale

    • Nutzung eines Köderschlüssels
    • Öffnen eines Kanarien-Dokuments
    • Abruf einer Köder-Konfiguration

Weitere Waben, etwa für OT, sind möglich, sobald die ersten vier stabil laufen.

Erkennung

Mensch, Skript oder Agent? Vier Signale entscheiden

Kein einzelnes Merkmal verrät einen KI-Agenten sicher. VamiHoney kombiniert deshalb mehrere Signale je Sitzung und vergibt eine begründete Einstufung. Die Ansätze bauen auf veröffentlichter Forschung auf, unter anderem auf dem LLM Agent Honeypot von Palisade Research.

Prompt-Injection-Kanarien

Versteckte Anweisungen in Bannern, Seiten, Fehlermeldungen und Werkzeugbeschreibungen. Ein Mensch überliest sie, ein Skript ignoriert sie, ein Sprachmodell folgt ihnen oft.

Illustratives Beispiel

Ein Banner bittet KI-Assistenten, ihre Antwort mit einem bestimmten Codewort zu beginnen. Die Sitzung liefert genau dieses Codewort.

Einstufung je Sitzung

  1. Menschunregelmäßiger Takt, keine Reaktion auf Kanarien
  2. Skript oder Scannerstarrer Ablauf, sehr schnell, keine Sprache
  3. KI-gestütztein Mensch steuert, ein Modell liefert Befehle oder Texte
  4. Autonomer Agentplant, handelt und korrigiert sich selbst

Jede Einstufung trägt einen Vertrauensgrad, Verdacht oder bestätigt. Grenzfälle prüft das Team von Hand.

Vom Köder ins Risikomanagement

Aus Sitzungen wird ein Lagebild, und das Lagebild fließt in VamiGRC

Rohdaten der Sensoren sind nur der Anfang. Wir bereiten sie so auf, dass Security- und GRC-Teams damit arbeiten können: als Kennzahlen, als Muster und als belegte Eingangsgröße für die Risikobewertung.

  1. 1ErfassenSitzungen, Befehle, Werkzeugaufrufe und Nutzlasten aus allen Waben, zentral und manipulationssicher protokolliert.
  2. 2BereinigenIP-Adressen früh pseudonymisiert, Rohdaten mit kurzer Speicherfrist, angereichert um Herkunftsnetz und bekannte Infrastruktur.
  3. 3EinordnenZuordnung zu MITRE ATT&CK, MITRE ATLAS und den OWASP Top 10 für LLM- und Agenten-Anwendungen, Einstufung als Mensch, Skript oder Agent.
  4. 4VerdichtenLagebild nach Art und Anzahl der Angriffe, nach Zielen, Werkzeugen und Trends, je Wabe und über alle Waben.
  5. 5VerwendenÜbergabe an VamiGRC, VamiRedteam, VamiReverse und die Angriffserkennung unserer Managed Services.

Wohin die Erkenntnisse fließen

Alle Verknüpfungen entstehen im Aufbau des Programms. Was produktiv verfügbar ist, kennzeichnen wir hier, sobald es so weit ist.

Leitplanken

Forschung mit klaren Grenzen

Honeypots sind in Deutschland zulässig, solange sie auf eigener Infrastruktur laufen. VamiHoney folgt dafür festen Regeln, technisch, rechtlich und ethisch.

  • Nur eigene Infrastruktur

    Alle Köder laufen auf Systemen, die wir selbst betreiben. Kein Hackback, keine Gegenangriffe, kein Zugriff auf Systeme der Angreifer.

  • Kein Sprungbrett

    Die Sensoren sind isoliert, ausgehender Verkehr ist begrenzt und überwacht. Ein Köder darf nie zur Startrampe für Angriffe auf Dritte werden.

  • Datenschutz von Anfang an

    IP-Adressen sind personenbezogene Daten. Wir verarbeiten sie zum Schutz von Netzen und Informationen, einem Zweck, den die DSGVO ausdrücklich anerkennt, pseudonymisieren früh, löschen Rohdaten nach kurzer Frist und veröffentlichen nur zusammengefasste Ergebnisse.

  • Koordinierte Offenlegung

    Finden wir neue Schwachstellen oder Kampagnen, informieren wir Hersteller und zuständige Stellen, bevor wir Details veröffentlichen.

  • Keine Täuschung Unbeteiligter

    Köder werden weder beworben noch verlinkt. Legitime Nutzer haben keinen Grund, sie aufzurufen.

  • Nachvollziehbar gesteuert

    Architektur, Rechtsgrundlagen, Speicherfristen und Freigaben steuern wir in unserem eigenen Managementsystem mit VamiGRC.

Grundlagen: Honeypots & Deception

Vor dem Start jeder Wabe steht eine dokumentierte Rechts- und Datenschutzprüfung. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Fahrplan

Von der Idee zum Lagebild

VamiHoney wächst in Etappen. Jede Etappe beginnt erst, wenn die vorige stabil läuft und rechtlich geprüft ist.

  1. 00AufbauläuftProgrammteam, Architektur, Rechts- und Datenschutzprüfung und Auswahl der Bausteine, etwa quelloffener Plattformen wie T-Pot von Telekom Security und LLM-gestützter Köder wie Beelzebub oder Galah.
  2. 01Erste WabengeplantStart mit „KI & Agenten“ und „Web & API“, weil dort die Fragen zu agentischen Angriffen am dringendsten sind.
  3. 02Volle Abdeckunggeplant„Infrastruktur & Cloud“ und „Köder & Honeytokens“ kommen hinzu, die Erkennung wird an den ersten Messdaten geschärft.
  4. 03Lagebild & VamiGRCgeplantRegelmäßiges Lagebild zu agentischen Angriffen und Anbindung an VamiGRC.
  5. 04Partner & CommunitygeplantSensoren bei Forschungspartnern, Austausch mit Hochschulen und CERTs, offene Veröffentlichungen.
Team

Wer VamiHoney betreibt

Lucas MurtfeldProgrammleitung VamiHoney · Penetration Testing & AI Red Teaming

Lucas Murtfeld leitet VamiHoney und holt je nach Wabe Kolleginnen und Kollegen aus Pentest, Cloud- und OT-Sicherheit, Angriffserkennung und GRC dazu. Die Ergebnisse fließen in die Forschungsfelder von Vami Research ein.

Mitmachen

Gemeinsam forschen

VamiHoney wird stärker, je mehr Perspektiven einfließen. Wir suchen Partner für drei Formen der Zusammenarbeit.

  • ForschungspartnerHochschulen und Institute, die Daten, Methoden und Veröffentlichungen mit uns teilen möchten.
  • Sensor-PartnerUnternehmen, die eine Wabe in einem isolierten Bereich ihres Netzes betreiben lassen möchten und dafür Einblick in deren Ergebnisse erhalten.
  • CommunitySicherheitsforschende, CERTs und Betreiber, die Beobachtungen austauschen und koordiniert melden.
Vami Research auf LinkedIn folgen (öffnet externe Website)
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Verwandte Forschung und Grundlagen

Häufige Fragen zu VamiHoney

Was das Programm tut, was es nicht tut und wie Sie mitmachen können.

Was ist VamiHoney?

VamiHoney ist das Honeypot-Forschungsprogramm von Vami Research, der Forschungsarbeit der VamiSec GmbH. Es betreibt Köder-Systeme für Webanwendungen, Infrastruktur und KI-Dienste, um agentische Angriffe zu beobachten, zu erkennen und auszuwerten, also Angriffe, die KI-Agenten ganz oder teilweise ausführen.

Sind Honeypots in Deutschland erlaubt?

Ja, der Betrieb auf eigener Infrastruktur ist zulässig. Verboten sind Gegenangriffe auf fremde Systeme. VamiHoney betreibt deshalb ausschließlich eigene Köder, schottet sie ab und greift niemals aktiv an.

Welche Daten erfasst VamiHoney?

Verbindungsdaten wie IP-Adressen und Zeitpunkte, Befehle, Anfragen, Werkzeugaufrufe und eingeschleuste Dateien. IP-Adressen sind personenbezogene Daten. Wir verarbeiten sie zum Schutz von Netzen und Informationen, pseudonymisieren sie früh, löschen Rohdaten nach kurzer Frist und veröffentlichen nur zusammengefasste Ergebnisse ohne IP-Adressen von Angreifern.

Wie erkennt VamiHoney einen KI-Agenten?

Über eine Kombination von Signalen: versteckte Anweisungen, denen nur Sprachmodelle folgen, das Zeitprofil einer Sitzung, Aufrufe von Köderwerkzeugen sowie Sprach- und Planungsspuren in Befehlen. Keine Einzelbeobachtung reicht aus, jede Einstufung trägt einen Vertrauensgrad.

Wann gibt es erste Ergebnisse?

Das Programm ist im Aufbau. Wir veröffentlichen Ergebnisse, sobald die ersten Waben stabil laufen und die Daten belastbar sind: auf dieser Seite, im Feed von Vami Research und auf LinkedIn.

Wie hängen VamiHoney und VamiGRC zusammen?

Geplant ist, dass VamiGRC Art und Anzahl der beobachteten Angriffe als Eingangsgröße für Bedrohungskatalog und Risikobewertung übernimmt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos stützt sich dann auf gemessene Angriffe statt auf Schätzungen.

Kann mein Unternehmen mitmachen?

Ja. Wir suchen Forschungspartner, Sensor-Partner und den Austausch mit der Community. Schreiben Sie an contact@vamisec.com mit dem Betreff „VamiHoney“ oder buchen Sie direkt ein Gespräch.

Agentische Angriffe verstehen, bevor sie Ihr Unternehmen erreichen

Sie möchten wissen, welche agentischen Angriffe Ihre Systeme treffen könnten, oder VamiHoney als Partner unterstützen? Sprechen Sie mit uns.