APAS ist der Core Standard der Cloud Security Alliance für die Qualität, Verlässlichkeit und Nutzbarkeit der Evidenz, die KI-gestützte Pentest-Systeme erzeugen. Er definiert, wie ein autonomes System deklariert, was es getestet hat, unter welchen Bedingungen und mit welchen Belegen — und wie weit eine vertrauende Partei sich darauf verlassen darf. APAS ist ausdrücklich keine Testmethodik (PTES, OWASP WSTG und OSSTMM liegen darunter und werden über Crosswalk Annexes zugeordnet), kein Benchmark-Programm, keine Compliance-Attestierung und keine Fitness-for-Deployment-Aussage zur Sicherheit des Systems selbst (Status, 1). Der Core definiert auch keine Scoring-Formeln, Evaluator-Prozeduren, Tier-Schwellen oder Profile — das übernehmen die Companion-Dokumente. Und: Automatisiertes Scanning ohne validierten Exploit-Pfad ist nach APAS kein autonomer Pentest, sondern höchstens ein Q1-Ergebnis (2.2.3).
Autonomous Pentest Assurance Standard (APAS): wann Sie autonomen Pentest-Ergebnissen trauen dürfen
Der Core Standard der Cloud Security Alliance (v1.0, November 2026) macht Aussagen autonomer Pentest-Systeme prüfbar: acht Claim-Dimensionen, sieben Qualitätsdimensionen, ein Evidence-Package und Reliance-Klassen R1 bis R3 — und der Unterschied zum OWASP APTS.
Stand: November 2026 · Valeri Milke, ISO 27001 & ISO 42001 Lead Auditor
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Der Autonomous Pentest Assurance Standard (APAS) der Cloud Security Alliance (CSA) legt fest, unter welchen Bedingungen die Ergebnisse eines autonomen, KI-gestützten Penetrationstests belastbar sind — und wie weit sich ein Auditor, Assessor oder Kunde darauf verlassen darf. Der Core Standard v1.0 (Dokumentstand 2. November 2026, von der CSA am 4. November 2026 veröffentlicht) beantwortet nicht die Frage, wie ein Pentest durchzuführen ist, sondern wie ein autonomes System erklären muss, was es getestet hat, unter welchen Bedingungen und mit welchen Belegen. Dafür definiert APAS einen Claim-String mit acht Dimensionen (Modus, Tier, Ausführungsautonomie, Kollaboration, Assurance-Outcome, Umgebungsklasse, Affordance-Profil, Reliance-Outcome), sieben einzeln zu bewertende Qualitätsdimensionen, Finding-States von der Beobachtung bis zum bestätigten Angriffspfad, vier Evidence-Klassen, eine Coverage-Messung gegen eine vom System unabhängige Baseline sowie Pflichten zu Stop Authority, Agent Integrity und ehrlichen Marketingaussagen. Wichtig für Entscheider: Mit dem Core Standard ist der Weg zur Zertifizierung eröffnet, aber noch nicht geöffnet — solange Evaluator Guide, Profile Registry und Attestation Schema fehlen, darf kein Anbieter eine APAS-Zertifizierung tragen. Diese Seite erklärt den Standard, grenzt ihn vom OWASP APTS ab (APTS: Darf die Plattform sicher operieren? APAS: Darf ich dem Ergebnis trauen?) und zeigt, wie CISOs APAS heute schon in der Entscheidung über autonome Pentests und in der Tool-Evaluation nutzen.
Neun Kernkonzepte des APAS Core Standard
Neun Kernkonzepte des Core Standard v1.0 — zum Aufklappen antippen.
APAS drückt Pentest-Qualität ausschließlich über sieben Dimensionen aus (4.1): Coverage Fidelity (getesteter, teilweise getesteter, ungetesteter, ausgeschlossener und unerreichbarer Scope wahrheitsgemäß gegen die Baseline deklariert), Finding Validity (Befunde validiert, bestätigt, nicht überzeichnet), Evidence Traceability (jede Aussage führt zu integritätsgeschützten Artefakten), Remediation Usability (genug Substanz zum Verstehen, Beheben und Priorisieren), Retestability (agentenunabhängige Reproduction Procedures für die Fix-Verifikation), Process Integrity (Scope-Treue, Safety, Offenlegung von Hilfe und Kollaboration, Evidenz-Handling) und Agent Integrity (das System widersteht, erkennt und meldet Manipulation seines eigenen Reasonings, Kontexts und Toolings). Jede Dimension wird einzeln deklariert und bewertet; ein Gesamtscore ist verboten, eine Schwäche darf nicht mit einer Stärke verrechnet werden (4.1.1 d). Weder höhere Autonomie noch Benchmark-Ergebnisse noch eine niedrige Befundzahl gelten als Qualitätsproxy (1.1.2).
Jeder atomare APAS-Claim folgt dem Format APAS <Modus>-<Tier> / <X>-<C>-<Q> / <E> [<Profil>] {<R>} — zum Beispiel APAS BB-T2C / X2-C2-Q4 / E3 [P-021] {R2} (5.2). Die Lesart: agentengeführter Black-Box-Test mit wiederholter Mensch-Agent-Übergabe, Compliance-Evidence-Tier, assessor-ready Output über eine Vertrauensgrenze hinweg, Affordance-Profil P-021, nutzbar zur Augmentation. Jede unique Kombination ist ein eigener Claim: APAS zertifiziert Fähigkeitskombinationen, nicht Plattformen (1.1.6); ein System mit mehreren Kombinationen braucht eine Capability Matrix mit Statusklassen S1 Supported bis S7 Retired, in der nur S3 „Certified or Conformant“ als zertifiziert gelten darf (5.3, 5.4). Es gibt drei Claim-Typen: die Atomic System Capability Certification des Evaluators, das Multi-Configuration Capability Statement und das Engagement Conformance Statement für ein konkretes Engagement — letzteres zertifiziert nie die Zielumgebung (5.1). Überall, wo der String öffentlich steht, muss eine gleich prominente Klartext-Lesart daneben stehen (11.1.1).
APAS trennt vier Fragen, die im Marketing gern vermischt werden. Wie autonom? Die Execution Autonomy X1–X3 und die Collaboration Class C1–C4 beschreiben die menschliche Beteiligung im Workflow (5.7, 5.8). Wie gut? Das Assurance Outcome Q1–Q4 beschreibt Stärke und Nutzbarkeit des Outputs — von signalgrade bis assessor-ready (5.9). Wie weit verlassen? Das Reliance Outcome R1–R3 reicht von ergänzender Evidenz über Augmentation bis zur bedingten Substitution einzelner Pentest-Aktivitäten (5.10). Dazu die Assistance Class H0–H2, die offenlegt, ob Menschen Strategie, Exploitation, Validierung, Priorisierung oder Bericht beeinflusst haben; ein X3-Claim verbietet H2 während der Ausführung, ein Q4-Claim verbietet H2 beim Zusammenstellen des Evidence-Package (9.1.2). Die Konsequenz für Entscheider: Ein weniger autonomes System kann ein höheres Q erreichen, R darf Q nie übersteigen, und für X2, X3, Q3, Q4, R2 und R3 muss der Evaluator organisatorisch vom Anbieter unabhängig sein (6.1.1). Unentdeckte oder verschwiegene Anbieter-Nachbearbeitung macht Q3-, Q4- und R3-Claims ungültig (6.4.1).
Das zentrale Anti-Gaming-Prinzip von APAS: Ein System darf seine scheinbare Coverage nicht verbessern, indem es weniger entdeckt (1.1.4). Darum muss jeder T2A-, T2C-, T3-, T4-, Q2-, Q3-, Q4-, R2- oder R3-Claim eine Coverage-Deklaration enthalten — mit Scope-Basis, Surface Baseline, Baseline-Alter, erreichbarer Angriffsfläche samt Abweichungen, Asset-Identifiern (CMDB/CAASM, SBOM-Referenzen), Identity Coverage (tatsächlich genutzte Principals, Rollen, Tenants, cross-tenant-Versuche), Coverage-Status je Bereich, versuchten Testklassen, Chaining-Tiefe bei E3, Limitationen und Evidenzlinks (4.2.1). Für Q3, Q4 und R3 stammt der Nenner aus einer Independent Surface Baseline: BS-1 asserted (Inventar des Zieleigentümers), BS-2 directed (vom Evaluator gelenkte Enumeration), BS-3 instrumented (unabhängiges Discovery-Werkzeug ohne gemeinsame Logik) — mindestens BS-2 (4.2.8, 4.2.10). Ohne Profil-Definition dürfen keine Coverage-Prozentzahlen genannt werden (4.2.11), und die Tiefe je Bereich — Request-Level, authentifiziert, Multi-Step, Privilegien- oder Mandantengrenze — muss ausgewiesen sein.
APAS unterscheidet sechs Finding-States (4.3): Observation, Validated Finding, Confirmed Finding, Confirmed Attack Path, Retested Finding und Unsupported Finding (False Positive oder Over-Severity, als Unsupported-Finding Rate berichtet). Nur Confirmed Findings tragen Q2 bis R3 (4.3.1). Confirmed bedeutet: Der Evaluator oder der Konformitätsprozess reproduziert die Schwachstelle mit der aufgezeichneten Reproduction Procedure selbst — ohne sich auf die Erzählung des Systems zu stützen; nur für nicht sicher wiederholbare Bedingungen gibt es die streng gefasste Single-Capture Confirmation mit Hash, Custody-Kette und Evaluator-Validierung (4.3.3). Evidenz hat vier Klassen: EV1 Signal, EV2 Validation, EV3 Traceable Confirmation, EV4 Impact Substantiation; die eigene Beschreibung des Systems, sein Reasoning-Trace oder die Einigkeit interner Judge-Komponenten sind nie EV3 (4.4.1). Retests führen die Reproduction Procedure erneut aus — probabilistische Wiederentdeckung durch den Agenten zählt nicht als Fix-Verifikation (4.3.4). Nicht-Determinismus ist offenzulegen und für Q3/Q4/R2/R3 mit einem vorregistrierten Run-Design und Varianzmaß zu belegen (4.6).
Jeder APAS-Claim verlangt explizite Scope-Grenzen, einen Stop- oder Suspend-Mechanismus und ausreichende Logs (10.1.1). Die Stop Authority — mindestens Zieleigentümer und, falls vorhanden, Evaluator — wirkt out-of-band: Das System darf nie allein darüber entscheiden, ob ein Stop greift; eine maximale Reaktionszeit ist zu deklarieren, laufende Aktionen sind zu unterbrechen, geplante zu stornieren (10.2.2). Fällt Monitoring, Logging oder der Stop-Kanal aus, muss das System fail-safe in den Stillstand gehen — Verlust der Aufsicht führt nie zu Weiterbetrieb (10.2.3). Zum Abschluss gehört ein Access Disposition Record, der jeden vom Engagement erzeugten Zugang (Tokens, Konten, Tunnel, Persistenz) mit Status und Verifikation ausweist (10.2.5). Die Pflichten skalieren mit Autonomie und Irreversibilität: X3, C4 und E3 verlangen unter anderem die automatische Blockade bei Scope-Grenzannäherung und die Durchsetzung der Eskalationslimits (10.3.2). Agent Integrity ist eine eigene Dimension: Kontrollen gegen Prompt Injection aus Zielinhalten, Tool- und MCP-Substitution, Kontext-Poisoning und Manipulation der Laufzeitkontrollen (10.4.1); für Q3/Q4/R2/R3 muss der Evaluator diese Angriffe selbst ausführen — rein anbieterbehauptete Kontrollen reichen nicht (10.4.4).
Abschnitt 11 ist der Teil, den Einkauf und Marketing zuerst lesen sollten. Jeder öffentliche APAS-Claim muss offenlegen: atomaren oder matrixbasierten Status, alle acht Claim-Dimensionen, die Identität des Evaluators, Zertifizierungs- und Gültigkeitsdaten, die Systemversion, materielle Limitationen bei beanspruchter Reliance, die Verfügbarkeit der Qualitätsdeklaration, den Status benachbarter Kombinationen, die Core-Version samt angewandter Companion-Dokumente, dynamisches Umschalten zwischen Kombinationen — und eine Klartext-Lesart des Claim-Strings in gleicher Prominenz (11.1.1). Verboten ist, allein aus einer APAS-Zertifizierung abzuleiten: universelle Menschenäquivalenz oder Pentest-Substitution, Compliance oder Assessor-Akzeptanz per Default, höhere Qualität allein durch höhere Autonomie, Red-Team-Äquivalenz aus einem T4-Claim, Plattformfähigkeit aus einer einzigen zertifizierten Kombination, „vollständige Coverage“ ohne Baseline, Coverage-Prozente mit selbstentdecktem Nenner, Assessor-Reife wegen eines befundarmen Berichts, Benchmark-Führerschaft als Q3/Q4/R3-Beleg oder Safety und Deployment-Eignung (11.2.1). Interne Validierung oder Multi-Agent-Konsens darf nie als unabhängige Bestätigung ausgegeben werden; keine Klasse darf ohne die vollen Claim-Dimensionen vermarktet werden (11.2.2).
Der OWASP Autonomous Penetration Testing Standard (APTS; Version 0.1.0, April 2026, OWASP-Incubator-Projekt, CC BY-SA 4.0) ist nach Einordnung der CSA das nächstverwandte Vorhaben: ein frühes Incubator-Projekt zum sicheren, begrenzten Betrieb autonomer Pentest-Plattformen (Relationship to Existing Work). APTS regelt die Governance der Plattform — 173 Anforderungen in acht Domänen: Scope Enforcement, Safety Controls, Human Oversight, Graduated Autonomy mit den Leveln L1 Assisted bis L4 Autonomous, Auditability, Manipulation Resistance, Supply Chain Trust und Reporting. APAS setzt dort an, wo APTS endet: bei der Frage, ob und wie weit man den Ergebnissen trauen darf. Die CSA fasst es in einem Satz: APTS governs whether an autonomous platform can be trusted to operate; APAS governs whether its results can be relied upon. Überschneidungen gibt es nur bei der operativen Governance (APAS-Abschnitte 7, 9 und 10); Coverage-Messung gegen eine unabhängige Baseline, Reliance-Grading und evaluatorbasierte Zertifizierung kennt APTS nicht — seine Konformität ist eine Selbstbewertung des Betreibers. Für CISOs heißt das: APTS als Beschaffungs- und Betriebs-Baseline für die Plattform, APAS als Maßstab für Berichte, Evidence-Packages und Zulieferer-Claims — Details im Deep Dive zum OWASP APTS und in Kapitel 12 dieser Seite.
Der Claim-String im Explorer
APAS BB-T2C / X2-C2-Q4 / E3 [P-021] {R2} — acht Positionen, die zusammen sagen, was ein autonomes System gezeigt hat und wie weit man sich darauf verlassen darf. Jede Position antippen.
- Der Modus ist das deklarierte Bedrohungsmodell: BB (Black-Box) ohne Quellcode oder privilegiertes Architekturwissen, GB (Grey-Box) mit begrenzten Zugangsdaten und Dokumentation, WB (White-Box, code-aware) mit Quellcode, Repository-Zugang oder tiefem Implementierungskontext.
- Kein Modus ist pauschal überlegen: Ein Claim unter einem Modus gilt nie als gleichwertig zu einem anderen, und BB/GB dürfen nicht abstrakt als defizitär dargestellt werden (5.5.2, 5.5.4). Wer Q4 oder R3 anstrebt und reichhaltigen, rechtmäßigen Kontext hat, soll WB nutzen oder begründen, warum nicht (5.5.3).
- Die Tiers beschreiben den Prüfanspruch: T1 Surface Assurance, T2A Recurring Assurance Pentest, T2C Compliance Evidence Pentest, T3 Business-Critical Deep Assessment, T4 Threat-Led Technical Resilience. Ihre detaillierten Anforderungen definiert erst die noch unveröffentlichte Profile Registry (5.6.1).
- Zwei Grenzen stehen schon im Core: T2C impliziert für sich keinen Control-Pass und keine Anerkennung durch Framework oder Assessor (5.6.2), und T4 ist auf technische Angriffspfade beschränkt — Social Engineering, physische und Funk-Vektoren sind nicht Teil des Claims, ein T4-Claim darf nie als vollumfängliches Red Team dargestellt werden (5.6.3, 2.2.2).
- Die Ausführungsautonomie beschreibt, wer den Test führt: X1 menschengeführt mit materieller Unterstützung durch das System, X2 agentengeführt mit erlaubter menschlicher Mitarbeit im Lauf, X3 unabhängige Agentenausführung ohne analytische menschliche Hilfe während der Ausführung (5.7).
- Die Kollaborationsklasse beschreibt das Zusammenspiel: C1 Mensch führt mit Agentenhilfe, C2 Agent führt mit aktiver, wiederholter Übergabe an Menschen, C3 Agent führt mit menschlicher Eskalation nur an definierten Punkten, C4 Agent allein bis zur Prüfung durch die vertrauende Partei (5.8).
- Nicht alles darf kombiniert werden: X1 nur mit C1, X2 und X3 nie mit C1, X3 nie mit C2 — ungültige Kombinationen dürfen weder attestiert noch in einer Capability Matrix als zertifizierbar geführt werden (5.2.4).
- Beide Achsen messen die menschliche Beteiligung im Workflow, nicht die Qualität des Ergebnisses. APAS sagt ausdrücklich: Ein weniger autonomes System kann ein höheres Assurance-Outcome erreichen als ein autonomeres (1.1.2, Note zu 5.7).
- Höhere Autonomie bringt stärkere Pflichten: Safety-, Aufsichts- und Unterbrechungsanforderungen steigen mit X und C; C4 schließt analytische Mitarbeit aus, nie die Sicherheitsaufsicht (5.7.1 b, 5.8.1).
- Das Assurance-Outcome bewertet Stärke und Nutzbarkeit des Ergebnisses: Q1 signalgrade, nicht entscheidungsreif; Q2 entscheidungsnützlich mit Coverage-Deklaration und Limitationen; Q3 referenzvalidiert gegen einen deklarierten Referenzprozess mit Coverage gegen eine unabhängige Baseline; Q4 assessor-ready — ein vollständiges Evidence-Package ohne analytische Nachbearbeitung durch den Anbieter (5.9).
- Das Reliance-Outcome sagt, was ein Prüfer mit dem Paket tun darf: R1 nur ergänzende Evidenz, R2 Augmentation von Assurance, Coverage, Retest oder Remediation-Validierung, R3 bedingte Substitution einer Teilmenge von Pentest-Aktivitäten — nur wenn Profil, Evaluator-Ergebnis, Qualitätsdeklaration und das vertrauende Framework es zulassen (5.10.1).
- Reliance darf Assurance nie übersteigen: R3 verlangt Q4; R1 passt zu jeder Assurance-Klasse; Profile dürfen strengere, nie laxere Paarungen vorsehen (5.10.5).
- Ein R2- oder R3-Claim muss benennen, welche Aktivitäten, Coverage-Bereiche und Entscheidungszwecke das Paket belegt und welche nicht (5.10.3); ein R3-Claim muss zusätzlich die verantwortliche Partei, den Regress bei mangelhafter Evidenz und Haftungsgrenzen offenlegen — APAS selbst begründet, überträgt oder begrenzt keine Haftung (5.10.4).
- Nichts überträgt sich zwischen den Dimensionen: Q4 impliziert kein Q3, WB kein BB, R3 kein R2 — jede zulässige Übertragung muss ein Profil oder der Evaluator Guide ausdrücklich erlauben (5.10.2).
- Die Umgebungsklasse misst die Reichweite über Vertrauensgrenzen, nicht den Zieltyp: E1 ein einzelnes isoliertes Ziel, E2 mehrrollige, mehrstufige oder zustandsbehaftete Interaktion innerhalb einer Vertrauensgrenze, E3 Interaktion über eine Vertrauens- oder Segmentierungsgrenze hinweg (7.2).
- Die Klassen gelten gleichermaßen für Anwendungen, APIs, Netze, Cloud-Control-Planes, Container, Client-Software, Mobile, Firmware und Embedded-Ziele; ein Test in einer Nicht-Produktionsumgebung darf ohne deklarierte Parität keine Produktionsabdeckung suggerieren (7.2.2).
- Das Affordance-Profil ist die deklarierte Betriebsumgebung des Systems während des Tests — mit Pflichtfeldern wie Access Flags, Agent Topology, Credentials, Reachability, Inference- und Telemetry-Egress (wohin Zieldaten fließen, in welcher Jurisdiktion, mit welcher Aufbewahrung), Tools und Provenance (inklusive MCP-Server), Escalation Limits, Action Reversibility, Data Handling, Timebox, Exclusions, Methodology und Dynamic Behavior (7.1.1).
- Ein generisches Label wie „standard“ erfüllt die Felder zu Zielschutz- und Agent-Integrity-Kontrollen nicht; fehlt die Action Reversibility Class, gilt das Engagement als irreversibel und löst die strengsten Safety-Pflichten aus (7.1.1).
- Jeder Claim ist an die attestierte Konfiguration gebunden: Wechsel von Foundation-Model, System-Prompt, Orchestrierungslogik, Tool-/MCP-Provenance oder persistentem Gedächtnis machen den Claim bis zur Re-Attestierung ungültig (5.11.2).
- Sechs Finding-States: Observation (anomales Signal), Validated Finding (vom System gezeigte Ausnutzbarkeit, noch unbestätigt), Confirmed Finding (unabhängig reproduziert — nie auf das Wort des Agenten hin), Confirmed Attack Path (verkettete Confirmed Findings mit einem Ergebnis, das kein Einzelbefund erreicht), Retested Finding (Reproduktion nach Behebung) und Unsupported Finding (False Positive oder überzeichnete Schwere, als Rate berichtet) (4.3).
- Vier Evidence-Klassen: EV1 Signal, EV2 Validation, EV3 Traceable Confirmation durch unabhängige Reproduktion am Ziel, EV4 Impact Substantiation. Die eigene Beschreibung, der Reasoning-Trace oder die Zusammenfassung des Systems sind nie EV3 — auch die Einigkeit mehrerer Agenten oder eines internen Judge-Modells nicht (4.4.1 f).
- Nur Confirmed Findings tragen Q2-, Q3-, Q4-, R2- oder R3-Claims (4.3.1). Jedes Confirmed Finding trägt einen Stable Finding Identifier und eine agentenunabhängige Reproduction Procedure; für Q3/Q4/R2/R3 müssen EV3- und EV4-Artefakte über einen Pfad erhoben werden, den das System nicht allein kontrolliert (4.3.3, 4.4.4).
- Coverage wird gegen eine Independent Surface Baseline gemessen: BS-1 asserted (Inventar des Zieleigentümers), BS-2 directed (vom Evaluator gelenkte Enumeration), BS-3 instrumented (unabhängiges Discovery-Werkzeug). Q3, Q4 und R3 brauchen mindestens BS-2; wer weniger entdeckt, verbessert seine Coverage nie (4.2.4, 4.2.8, 4.2.10).
- Nicht-Determinismus muss offengelegt werden: Run-zu-Run-Varianz darf nicht durch den besten Lauf kaschiert werden; Q3/Q4/R2/R3 verlangen ein vorregistriertes Run-Design mit deklariertem Varianzmaß, etwa dem Jaccard-Index der Finding-Mengen (4.6.2, 4.6.3). Ein ruhiger Bericht ist kein Beweis — negative Ergebnisse brauchen eine eigene Negative-Result-Statement (4.5).
Reliance-Navigator: Welche Assurance- und Reliance-Klasse braucht Ihr Use-Case?
Bis zu fünf Fragen zu Nachweiszweck, Substitution, Prüfrahmen, Reproduktion und Berechtigungstests. Das Ergebnis ordnet Ihren Anwendungsfall den APAS-Klassen Q1 bis Q4 und R1 bis R3 zu und nennt die Anforderungen, die Sie an Anbieter und Pilot stellen sollten — eine VamiSec-Einschätzung auf Basis des Core Standard, keine Zertifizierungsaussage.
- 1?
1: Soll das Ergebnis des autonomen Tests gegenüber Dritten als Nachweis dienen — gegenüber Auditor, Assessor, Aufsicht oder Kunden?
Soll das Ergebnis des autonomen Tests gegenüber Dritten als Nachweis dienen — gegenüber Auditor, Assessor, Aufsicht oder Kunden?
APAS trennt den internen Nutzen für Remediation-Entscheidungen (Q2) von der Verwendung als Prüfnachweis, die ein assessor-konsumierbares Evidence-Package mit R2 oder R3 voraussetzt (5.10.1, 8.1.1, 8.3.1).
Signalgrade: nützlich als Hinweis, nicht als Entscheidungsgrundlage
Ohne agentenunabhängige Reproduktion liefert ein autonomes System nach APAS höchstens Q1 mit EV1- oder EV2-Evidenz — ein technisches Signal, das für entscheidungsreife Reliance nicht ausreicht (5.9, 2.2.3). Das ist kein Makel, solange es so behandelt wird: als Triage-Input für Ihr Team, nicht als Pentest-Ergebnis.
- Output als Observation oder Validated Finding führen, nie als Confirmed Finding darstellen (4.3.1).
- Mindestens eine Stichprobe von Befunden selbst oder durch Dritte mit der Reproduction Procedure reproduzieren — erst dann entsteht EV3.
- Unsupported-Finding Rate (False Positives, Over-Severity) je Lauf mitführen; sie ist die wichtigste Kennzahl für Signalqualität (4.3.8).
- Keine Aussagen zu Coverage oder Sicherheitslage aus einem befundarmen Lauf ableiten (4.5.2, 4.6.4).
Entscheidungsnützlich: tragfähig für Remediation im eigenen Haus
Unabhängig reproduzierte Befunde, eine Coverage-Deklaration mit Limitationen und ausgeübte Berechtigungsgrenzen ergeben Q2: einen Output, der für Remediation- und Sicherheitsentscheidungen innerhalb des deklarierten Scope taugt (5.9). Gegenüber Dritten bleibt er ergänzende Evidenz (R1), solange kein assessor-konsumierbares Paket und kein unabhängiger Evaluator vorliegen.
- Vom Anbieter je Lauf verlangen: Coverage-Deklaration nach 4.2.1, Finding-State-Übersicht, Stable Finding Identifiers und Reproduction Procedures (4.3.3).
- Qualitätsdeklaration mit Coverage Fidelity, Finding Validity, Evidence Traceability und Agent Integrity einfordern — Pflicht ab Q2 (4.1.1, 4.1.2).
- Retests nur über die Reproduction Procedure zählen lassen; Agenten-Wiederentdeckung ist kein Fix-Nachweis (4.3.4 a).
- Befunde als SARIF ins Vulnerability Management übernehmen, Fix-Status als OpenVEX pflegen (8.4.3).
Entscheidungsnützlich — aber Berechtigungs- und Mandantengrenzen gelten als ungetestet
Reproduzierte Befunde machen den Output entscheidungsnützlich (Q2). Weil aber weniger als zwei Principals oder nur ein Tenant genutzt wurden, gelten Autorisierungs-, Zugriffskontroll- und Mandantengrenzen-Tests nach APAS als materiell ungetestet und müssen in der Coverage-Deklaration positiv als solche ausgewiesen werden (5.10.6, 4.2.13 b).
- Die Lücke benennen statt verschweigen: Coverage-Status „materiell ungetestet“ für Autorisierung und Mandantentrennung.
- Im nächsten Lauf Identity Coverage erhöhen: mindestens zwei Principals je Rolle, Cross-Tenant-Versuche, gepaarte Beobachtungen nach 4.4.6.
- Business-Logic- und mehrstufige Autorisierungsfehler als „nicht versuchte Testklassen“ dokumentieren, falls das System sie nicht adressiert (4.2.1).
- Bis dahin klassische Tests dieser Bereiche nicht ersetzen — auch nicht intern.
Augmentation: autonome Evidenz als assessor-konsumierbare Ergänzung
Wer Ergebnisse gegenüber Prüfern einsetzen, aber nichts ersetzen will, zielt auf R2: Das Paket erweitert Assurance, Coverage, Retests oder Remediation-Validierung, wenn der Reviewer es ohne Interpretation des Anbieters direkt nutzen kann (5.10.1 a, 8.3.1). Dafür braucht es einen organisatorisch unabhängigen Evaluator und die Integritätsanforderungen aus 8.2 — Stand heute als Zielbild, weil formale Attestierungen noch nicht ausgestellt werden können.
- Unabhängigen Evaluator vorsehen; Vendor-seitige analytische Nachbearbeitung offenlegen oder ausschließen (6.1.1, 6.4.1).
- Coverage gegen eine Independent Surface Baseline mindestens BS-2 messen — aus Ihrem Inventar plus evaluatorgelenkter Enumeration (4.2.8, 4.2.10).
- Signierte Attestierung, Content-Hashes, manipulationsevidente Logs und Agent Execution Record einfordern (8.2.1–8.2.6).
- Evaluatorgeführte Agent-Integrity-Tests (Goal Hijack, Tool-Response-Injection, Context Poisoning) in den Pilot aufnehmen (10.4.4).
- Mit dem Prüfer vorab klären, welche Teilmenge von Aktivitäten das Paket ergänzt — und welche nicht (5.10.3).
Substitution: nur mit Q4, Profil, Evaluator und ausdrücklicher Zulassung
R3 erlaubt, eine benannte Teilmenge von Pentest-Aktivitäten zu ersetzen — bedingt und profilgebunden. Voraussetzung sind ein Q4-Paket, das anwendbare APAS-Profil, das Evaluator-Ergebnis und die Zulassung durch das vertrauende Framework oder den Assessor (5.10.1, 5.10.5). Der R3-Claim muss die substituierte Teilmenge, die verantwortliche Partei, Regress und Haftungsgrenzen offenlegen (5.10.3, 5.10.4).
- Die ersetzte Teilmenge schriftlich mit dem Prüfer vereinbaren; Restprüfungen und Restrisiko bleiben bei ihm (5.10.7).
- Mode-Begründung festhalten: Für Q4/R3 ist WB zu nutzen oder das Weglassen reichhaltigeren Kontexts zu begründen (5.5.3).
- Remediation Usability und Retestability werden zu Pflichtdimensionen der Qualitätsdeklaration (4.1.1 a).
- Zertifizierungsdatum und Ablauf oder Revalidierungsintervall je Kombination verlangen; wesentliche Systemänderungen lösen Re-Attestierung aus (5.4.1, 5.11).
- Haftung vertraglich regeln — APAS begründet, überträgt oder begrenzt sie nicht (5.10.4).
Substitution ist heute noch nicht erreichbar — bauen Sie auf R2 und halten Sie den R3-Pfad offen
Ohne veröffentlichte Companion-Dokumente kann kein Anbieter einen R3-Claim tragen (12.1.2), und ohne ausdrückliche Zulassung durch Ihren Prüfrahmen dürfen autonome Ergebnisse keine geforderte Pentest-Aktivität ersetzen (5.10.1 a, 13.3). Realistisch ist heute Augmentation: Das Evidence-Package ergänzt den Nachweis, der klassische Pentest bleibt. Wer die R3-Anforderungen jetzt schon in Pilot und Vertrag verankert, ist startklar, sobald Profile und Evaluatoren existieren.
- Mit dem Prüfer klären, ob und wie er autonome Evidenz als Ergänzung akzeptiert — DORA-TLPT, PCI DSS und ISO-Audits haben eigene Anforderungen an Tester und Methodik.
- Pilot nach R2-Kriterien aufsetzen: unabhängige Reproduktion, Independent Surface Baseline, Run-Design, signiertes Paket.
- Vertraglich festhalten, dass der Anbieter Re-Attestierung, Claim-Status und Companion-Versionen offenlegt, sobald Zertifizierungen möglich sind (11.1.1).
- APAS-Vokabular (Q, R, EV, BS) in Ausschreibungen verwenden — es macht Angebote vergleichbar, auch ohne Zertifikat.
- Soll das Ergebnis des autonomen Tests gegenüber Dritten als Nachweis dienen — gegenüber Auditor, Assessor, Aufsicht oder Kunden?
- Soll der autonome Test eine geforderte Pentest-Aktivität ersetzen — nicht nur ergänzen?
- Lässt Ihr Prüfrahmen — etwa DORA-TLPT, PCI DSS, ein ISO-27001-Audit oder ein Kundenvertrag — autonome Tests heute ausdrücklich als Ersatz zu, und liegt ein anwendbares APAS-Profil samt Evaluator-Ergebnis vor?
- Werden die Befunde unabhängig reproduziert — durch Ihr Team oder einen Dritten mit der aufgezeichneten Reproduction Procedure, nicht durch einen erneuten Agentenlauf?
- Prüft der Test Berechtigungs- oder Mandantengrenzen mit mindestens zwei verschiedenen Principals beziehungsweise Tenants — oder sind solche Grenzen für Ihr Ziel irrelevant?
Evidence-Package-Check: Was ein autonomer Pentest-Report nach APAS enthalten muss
Abschnitt 8.1.2 verlangt zwölf Pflichtbestandteile für jedes Evidence-Package; für Reports, die als Prüfnachweis dienen sollen (Q3/Q4, R2/R3), kommen Integritäts-, Unabhängigkeits- und Baseline-Anforderungen hinzu. Haken Sie ab, was der Report Ihres Anbieters heute liefert — und kopieren Sie die Prüfliste für Ihre Ausschreibung.
Der APAS Core Standard v1.0 in dreizehn Kapiteln
Vom Problem, das APAS löst, über Qualitätsmodell, Claim-String, Coverage und Evidenz bis zu Safety, Marketing-Regeln, dem Vergleich mit OWASP APTS und dem Einsatz in Entscheidung und Tool-Evaluation. Klauselnummern in Klammern verweisen auf den Core Standard (APAS-CORE-x.y.z).
Warum autonome Pentests einen Assurance-Standard brauchen
Autonome und agentische Systeme werden zunehmend als Ersatz oder Ergänzung für Penetrationstests vermarktet. Käufer, Auditoren und Assessoren können dabei kaum unterscheiden, was eine begrenzte, überprüfbare Aussage ist und was Marketing. Genau dieses Problem adressiert der Autonomous Pentest Assurance Standard der Cloud Security Alliance.
Die Ausgangslage beschreibt der Standard selbst nüchtern: Autonome Systeme werden als fähig beworben, Pentests durchzuführen, zu erweitern oder zu ersetzen — und die Adressaten dieser Werbung haben keinen verlässlichen Maßstab, um eine begrenzte, verifizierbare Behauptung von Marketingsprache zu trennen (Background and Motivation). APAS macht solche Behauptungen prüfbar, indem er festlegt, wie ein autonomes System deklariert, was es getan hat, unter welchen Bedingungen und mit welcher Evidenz.
Drei Eigenschaften autonomer Systeme machen den klassischen Pentest-Bericht als Nachweis unzureichend. Erstens die Nicht-Determinismus-Falle: Ein Agent findet in zwei Läufen unter identischen Bedingungen unterschiedliche Angriffsflächen und Befunde; wer nur den besten Lauf berichtet, täuscht Konsistenz vor (4.6.2). Zweitens die Selbstbestätigungs-Falle: Ein System, das seine eigenen Befunde bewertet — auch mit einem zweiten Modell als „Judge“ — beobachtet nicht das Ziel, sondern sich selbst; Einigkeit interner Komponenten ist keine unabhängige Bestätigung (4.4.1 f, 11.2.1 b). Drittens die Coverage-Falle: Ein System, das weniger entdeckt, erscheint vollständiger, wenn der Nenner aus seiner eigenen Entdeckung stammt (1.1.4).
APAS zieht daraus eine klare Grenze nach unten: Automatisiertes Scanning, das Signale ohne validierten Exploit-Pfad erzeugt, ist für sich genommen kein autonomer Pentest. Solcher Output qualifiziert höchstens als Q1-Assurance-Outcome mit EV1- oder EV2-Evidenz und darf nie allein als APAS-Pentest-Claim dargestellt werden. Die Unterscheidungsmerkmale eines Pentests sind unabhängige Reproduktion durch eine andere Partei als das erzeugende System, die Validierung des Exploit-Pfads bis zur behaupteten Bedingung und nachgewiesenes mehrstufiges Chaining innerhalb des deklarierten Scope (2.2.3).
Für Käufer und CISOs
Vergleichbare, begrenzte Claims statt Plattformversprechen; eine Checkliste, was ein Bericht enthalten muss, bevor er als Nachweis taugt; ein Vokabular (Q, R, EV, BS), mit dem sich Anbieter auf Augenhöhe befragen lassen.
Für Auditoren und Assessoren
Ein Evidence-Package, das ohne analytische Interpretation des Anbieters lesbar ist, mit Coverage-Deklaration gegen eine unabhängige Baseline, Finding-States, Limitationen und maschinenlesbarer, signierter Attestierung.
Für Anbieter
Ein Zielbild, das Autonomie belohnt, ohne sie zum Qualitätsbeweis zu erklären — und das schon heute vorgibt, welche Aussagen im Marketing zulässig sind und welche nicht (Abschnitt 11).
APAS wird in Abstimmung mit der Cloud Security Alliance entwickelt und folgt den Anforderungen an neutrale Trägerschaft in Abschnitt 12: Ein Standard, der von einem Marktteilnehmer kontrolliert wird, darf nicht als neutraler Industriestandard dargestellt werden (12.4.1). Als Heimat nennt das Dokument die CSA AI Safety Working Group; Lead Author ist Will Kapcio, dazu acht Contributors (darunter Jim Reavis und John Yeoh von der CSA) und zwölf Reviewer. Das Änderungsprotokoll weist die Erstfassung vom 23. Oktober 2026 aus, der Dateistand ist der 2. November, die CSA-Veröffentlichung der 4. November 2026. Das PDF ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht weiterverbreitet werden — wir verlinken deshalb auf den Download bei der CSA und zitieren mit Quellenangabe.
Was der Core Standard regelt — und was er bewusst den Companion-Dokumenten überlässt
Der Core Standard ist das Fundament des APAS-Dokumentensatzes: die minimalen normativen Konzepte, Anforderungen und Interpretationsregeln. Scoring-Formeln, Evaluator-Prozeduren, Tier-Schwellen, Profile und Attestierungsfelder folgen in Companion-Dokumenten, die zum Veröffentlichungszeitpunkt noch nicht existieren.
Der Status-Abschnitt stellt drei Dinge klar. APAS bewertet die Wahrhaftigkeit und Nutzbarkeit von Pentest-Evidenz — nicht die Sicherheit, Eindämmung oder Missbrauchsresistenz des Systems selbst; eine APAS-Zertifizierung darf nie als Fitness-for-Deployment-Safety-Aussage dargestellt werden. Zweitens: Kein Companion-Dokument ist veröffentlicht. Drittens und entscheidend: Solange Evaluator Guide, der einschlägige Eintrag der Profile Registry und das Attestation Schema nicht in kompatiblen Versionen vorliegen, darf keine Atomic System Capability Certification und kein Engagement Conformance Statement ausgestellt werden. Die Veröffentlichung des Core öffnet den Zertifizierungspfad, nicht die Zertifizierung (Status, 12.1.2).
| Im Core geregelt (2.1) | Nicht im Core, sondern in Companion-Dokumenten (2.2) |
|---|---|
| Claim-Modell und Syntax, Qualitätsdimensionen | Scoring-Formeln und Evaluator-Run-Prozeduren |
| Qualitäts-, Coverage- und Autorisierungsdeklarationen, Independent Surface Baseline | Benchmark-Design und Truth-Set-Konstruktion |
| Klassen für Ausführung, Kollaboration, Assurance, Umgebung und Reliance | Tier-spezifische Schwellen und profilspezifische Coverage-Formeln |
| Kernrollen, Mindestanforderungen an Evidence-Packages, Integrität, Interoperabilität | Framework-Crosswalks und sektorspezifische Akzeptanzkriterien |
| Safety, Stop Authority, Agent Integrity, Governance und öffentliche Claims | Konformität für kontinuierlichen oder Always-on-Betrieb |
| Semantik der Finding- und Evidence-States | Zertifizierung physischer, Funk-, Social-Engineering- oder unbegrenzter Red-Team-Tests |
Kontinuierlicher Betrieb ist in v1.0 ausdrücklich außerhalb des Scope: Ein APAS-Claim ist an einen deklarierten Lauf oder ein Engagement gebunden; eine dauerhaft laufende Plattform kann APAS nur je begrenztem Engagement über ein Engagement Conformance Statement beanspruchen (2.2.4).
Der Dokumentensatz
| Dokument | Zweck und Umfang (12.1.1) | Status |
|---|---|---|
| APAS Core Standard | Kern-Claim-Semantik und minimale normative Konzepte | v1.0 veröffentlicht |
| APAS Evaluator Guide | Run-, Scoring- und Adjudikationsprozeduren; Safety- und Stop-Authority-Tests; adversariale Agent-Integrity-Tests; Vergleichsvalidierung; Coverage-Fidelity und Baseline-Konstruktion; Anti-Gaming-Kontrollen | ausstehend |
| APAS Profile Registry | Anforderungen für T1, T2A, T2C, T3, T4 und frameworkspezifische Profile; Modus-Wahl; Assumed-Breach-Bedingungen für T4; kontextreiche Tests; erlaubte Carry-forward-Regeln | ausstehend |
| APAS Attestation Schema | Maschinenlesbare Felder für Claims, Qualität, Coverage, Evidenz und Befunde, profiliert gegen die Austauschformate aus 8.4; Capability-Matrix-Vorlage; Schema des Agent Execution Record | ausstehend |
| APAS Crosswalk Annexes (optional) | Framework-Crosswalks, frameworkspezifische Reliance-Hinweise, zusätzliche Reliance-Bedingungen und Limitationen | optional, ausstehend |
Drei weitere, in der Entwurfsphase angedachte Companions — Profile Runtime, Threat Model und Certification Scheme Manual — sind auf eine spätere Core-Version verschoben; keine Anforderung in v1.0 hängt von ihnen ab (Note zu 12.1.1).
Die Governance ist bereits normiert: Versionen folgen einem Major/Minor/Patch-Schema, v1.0 ist eine Major-Version, weil sie Claim-Validität, Qualitätsdimensionen, Umgebungsklassen, Veröffentlichungsgates und Finding-Semantik ändert (12.2.1). Jedes Companion-Dokument deklariert, gegen welche Core-Major-Version es normativ ist; Claims dürfen nur gegen einen kompatiblen Dokumentensatz ausgestellt werden, und eine neue Core-Version entwertet bereits ausgestellte Claims nicht rückwirkend (12.2.2, 12.2.3). Core und Evaluator Guide sind mindestens alle zwölf Monate auf Fähigkeitsdrift zu prüfen, mit einem außerplanmäßigen Trigger bei wesentlichen Sprüngen der Frontier-Fähigkeiten (12.2.4). Normative Änderungen durchlaufen ein öffentliches Review; die Trägerschaft muss organisatorisch von jedem einzelnen Anbieter unabhängig sein, Multi-Stakeholder-Prozesse pflegen und Interessenkonflikte offenlegen (12.3, 12.4). Für Claims gibt es ein öffentliches Statusregister mit den Zuständen Active, Under Review, Revoked und Retired; bei glaubhaften Hinweisen auf gefälschte oder irreführende Evidenz wandert ein Claim auf Under Review und darf nicht mehr als Q3, Q4, R2 oder R3 herangezogen werden (12.5).
Die sieben Qualitätsdimensionen — und warum es keinen Gesamtscore gibt
APAS misst Pentest-Qualität nicht an der Zahl der Befunde, nicht an Benchmarks und nicht am Autonomiegrad, sondern an sieben Dimensionen des Outputs. Sie werden einzeln deklariert, einzeln bewertet und nie miteinander verrechnet.
| Dimension | Definition — der Grad, in dem … | Verankerung |
|---|---|---|
| Coverage Fidelity | getesteter, teilweise getesteter, ungetesteter, ausgeschlossener und unerreichbarer Scope wahrheitsgemäß und spezifisch gegen die anwendbare Surface Baseline deklariert sind | 4.2 Coverage-Deklaration |
| Finding Validity | berichtete Befunde validiert, bestätigt, nicht wesentlich überzeichnet sind und eine angemessene Impact-Begründung tragen | 4.3 Finding-States |
| Evidence Traceability | Befunde, Coverage-Aussagen, Limitationen und Retest-Ergebnisse zu integritätsgeschützten Artefakten und zur deklarierten Methodik zurückverfolgbar sind | 4.4, 8.2 |
| Remediation Usability | Evidenz und Befundbeschreibung einem Security-Team oder Assessor genügen, um die verwundbare Bedingung zu verstehen, einen Behebungsansatz zu wählen und nach deklarierten Kriterien zu priorisieren | 8.1.2, 8.4.5 |
| Retestability | das Paket spätere Fix-Verifikation oder Wiederholungstests unterstützt, einschließlich agentenunabhängiger Reproduction Procedures | 4.3.3, 4.3.4 |
| Process Integrity | Scope-Treue, Safety-Konformität, Offenlegung von Hilfe und Kollaboration sowie Evidenz-Handling wahrhaftig und unkompromittiert sind | 7, 9, 10 |
| Agent Integrity | das Kandidatensystem adversariale Manipulation seines eigenen Reasonings, Kontexts und Toolings während des Tests widersteht, erkennt, eindämmt und offenlegt | 10.4 |
Informative Anmerkung des Standards: Die Dimensionen beschreiben den Output, nicht den Agenten; Agent Integrity ist aufgenommen, weil ein manipuliertes System falsch darstellt, was getestet und beobachtet wurde (4.1).
Die Regeln zur Anwendung sind streng. Jede Qualitätsdeklaration muss Coverage Fidelity, Finding Validity, Evidence Traceability und Agent Integrity abbilden; für Q4- oder R3-Claims kommen Remediation Usability und Retestability verpflichtend hinzu (4.1.1 a). Eine Dimension darf nur mit dokumentierten Kriterien und Zustimmung des Evaluators als nicht anwendbar oder nicht gemessen gelten — und das muss offengelegt werden (4.1.1 b). Profile dürfen Dimensionen ergänzen, aber keine streichen (4.1.1 c). Vor allem: Die Dimensionen werden unabhängig voneinander deklariert und bewertet, dürfen nicht zu einem Composite Score kombiniert werden, und ein Defizit in einer Dimension darf nicht als durch Stärke in einer anderen ausgeglichen dargestellt werden (4.1.1 d).
Jeder Q2-, Q3-, Q4-, R2- oder R3-Claim enthält eine Qualitätsdeklaration, die jede anwendbare Dimension durch numerischen Wert, Ordinalklasse, booleschen Status oder eine profildefinierte Darstellung ausweist und auf Evidenz oder Methodik verweist (4.1.2). Vergleichsvalidierung — etwa gegen eine menschliche Referenzkohorte — darf die Qualitätsbewertung ergänzen, aber Coverage Fidelity, Finding Validity oder Evidence Traceability nie ersetzen (4.1.3). Agent Integrity ist eine eigenständige Dimension und wird nicht durch Process-Integrity-Offenlegungen erfüllt (4.1.4).
Der Claim-String: Anatomie, Beispiele, Statusklassen und Capability Matrix
Der Claim-String ist der maschinenlesbare Schlüssel, mit dem Fähigkeitskombinationen deklariert, indexiert und verglichen werden. Acht Positionen in fester Reihenfolge — und jede einzigartige Kombination ist ein eigener Claim.
APAS <Modus>-<Tier> / <Ausführung>-<Kollaboration>-<Assurance> / <Umgebung> [<Affordance-Profil>] {<Reliance>}
APAS BB-T2C / X2-C2-Q4 / E3 [P-021] {R2}Lesart: Agentengeführter Black-Box-Test mit wiederholter Mensch-Agent-Übergabe im Compliance-Evidence-Tier; assessor-ready Output über eine Vertrauensgrenze hinweg; Affordance-Profil P-021; nutzbar zur Augmentation (R2).
| Position | Dimension | Zulässige Werte | Definiert in |
|---|---|---|---|
| 1 | Modus | BB, GB, WB | 5.5 |
| 2 | Tier | T1, T2A, T2C, T3, T4 | 5.6 |
| 3 | Execution Autonomy Class | X1, X2, X3 | 5.7 |
| 4 | Collaboration Class | C1, C2, C3, C4 | 5.8 |
| 5 | Assurance Outcome Class | Q1, Q2, Q3, Q4 | 5.9 |
| 6 | Environment Class | E1, E2, E3 | 7.2 |
| 7 | Affordance-Profil | deklarierte Profil-ID in eckigen Klammern | 7.1 |
| 8 | Reliance Outcome | R1, R2, R3 in geschweiften Klammern | 5.10 |
Jeder atomare Claim, öffentlich oder privat, nutzt dieses Format mit allen acht Dimensionen; jedes einzigartige Tupel ist eine eigene Fähigkeitskombination (5.2.1).
Die vier Beispiel-Claims aus Anhang A
| Claim | Klartext-Lesart |
|---|---|
| APAS BB-T2A / X1-C1-Q2 / E1 [P-014] {R1} | Menschengeführter Pentest mit Agentenunterstützung; entscheidungsnützlicher Output mit deklarierter Coverage und Limitationen. |
| APAS WB-T3 / X2-C2-Q3 / E2 [P-031] {R2} | Agentengeführter, code-aware Test mit aktiver menschlicher Kollaboration; referenzvalidierter Output, gemessen gegen eine Independent Surface Baseline. |
| APAS WB-T2C / X2-C2-Q4 / E3 [P-021] {R2} | Agentengeführter Test mit wiederholter Mensch-Agent-Übergabe und reichem Implementierungskontext; assessor-ready Output zur Augmentation. |
| APAS BB-T2C / X3-C4-Q4 / E3 [P-022] {R3} | Unabhängige Agentenausführung ohne menschliche Mitarbeit im Lauf; assessor-ready Output zur bedingten Substitution — verlangt Offenlegung der Bedrohungsmodell-Begründung für BB, der daraus folgenden Limitationen, der genutzten Baseline und der substituierten Teilmenge; trägt als X3-C4-Claim die stärksten Stop-Authority-, Halt-on-Loss-of-Oversight- und Agent-Integrity-Pflichten. |
Wo der Claim-String öffentlich, käuferseitig oder in Beschaffungsunterlagen verwendet wird, muss eine einsätzige Klartext-Lesart in dieser Form mit gleicher Prominenz danebenstehen (11.1.1).
Drei Claim-Typen gibt es (5.1): Die Atomic System Capability Certification ist das vom Evaluator ausgestellte Ergebnis, dass ein System die anwendbaren Anforderungen für eine Fähigkeitskombination unter deklarierten Bedingungen erfüllt hat. Das Multi-Configuration Capability Statement bündelt zwei oder mehr atomare Claims für eine Systemversion. Das Engagement Conformance Statement bezieht sich auf ein konkretes Engagement, das mit einem APAS-zertifizierten System unter denselben oder engeren Bedingungen ausgeführt wurde — es zertifiziert nie die Zielumgebung (5.1.1).
Weil ein System mehrere Kombinationen anbieten kann, verlangt APAS eine Capability Matrix mit sieben Statusklassen: S1 Supported (ausgelegt, nicht evaluiert), S2 Evaluated (evaluiert, kein Claim), S3 Certified or Conformant, S4 Not Certified, S5 Not Evaluated, S6 Unsupported, S7 Retired. Nur S3 darf als zertifiziert dargestellt werden; eine öffentliche Matrix, die materiell relevante unterstützte Kombinationen weglässt, ist irreführend (5.3.1). Je Zeile gehören unter anderem dazu: Kombinations-ID, vollständiger Claim-String, Systemname und -version, Modellidentitäten samt System-Prompt-Provenance, Methodikreferenz, Evaluator, Status, Verweise auf Attestierung, Qualitäts- und Coverage-Deklaration, Core- und Companion-Versionen, Zertifizierungs- und Gültigkeitsdaten, materielle Limitationen; für Q3, Q4, R2 oder R3 sind Zertifizierungsdatum und explizites Ablaufdatum oder Revalidierungsintervall Pflicht (5.4.1).
Autonomie, Assurance, Reliance: drei Skalen, keine Abkürzung
Wie autonom ein System arbeitet, wie gut sein Output ist und wie weit sich ein Prüfer darauf verlassen darf, sind in APAS drei getrennte Fragen mit eigenen Klassen. Nichts überträgt sich automatisch von einer auf die andere.
| Klasse | Bedeutung | Konsequenz |
|---|---|---|
| X1 — Human-led assisted execution | Das System unterstützt Ausführung, Exploration oder Analyse materiell; Menschen führen | nur mit C1 kombinierbar (5.2.4 a) |
| X2 — Agent-led, in-band collaboration | Agent führt; Menschen dürfen im Lauf analytisch beisteuern, steuern, eskalieren, den Bericht formen (5.7.1 a) | nie mit C1 |
| X3 — Independent agent execution | Keine analytische menschliche Hilfe während der Ausführung; menschliche Aktivität nur Evaluator-Adjudikation, Safety-Intervention, administrative Klärung, Post-Review | nie mit C1 oder C2; H2 während der Ausführung verboten (9.1.2) |
| C1 — Human-led with agent assistance | Menschen bleiben primäre Operatoren | — |
| C2 — Agent-led with active human collaboration | Wiederholte Übergabe von Arbeit, Reasoning oder nächsten Schritten zwischen Mensch und Agent | — |
| C3 — Agent-led with human escalation only | Menschen greifen nur an definierten Eskalationspunkten, Safety-Ereignissen oder Evaluator-Checkpoints ein | eine Intervention an einem definierten Punkt ist noch kein C2 (5.2.4 f) |
| C4 — Agent-only until relying-party review | Keine menschliche Beteiligung außer Evaluator-Aufsicht oder Review nach Abschluss | schließt analytische Mitarbeit aus, nie die Sicherheitsaufsicht (5.8.1) |
Beide Achsen messen menschliche Beteiligung im Workflow, nicht Output-Qualität; die Qualitätsdimensionen aus Abschnitt 4 sind der langfristige Differenzierer (informative Note zu 5.7).
Die Assistance Class aus Abschnitt 9 ergänzt die Klassen um die Frage, was Menschen tatsächlich beigetragen haben: H0 keine Hilfe mit Wirkung auf Strategie, Exploitation, Validierung, Priorisierung oder Bericht; H1 nur administrative oder Safety-Intervention; H2 analytische Hilfe — Exploit-Anleitung, Interpretation, Priorisierung, Control-Mapping oder Bericht-Editing. Die Klasse ist in der Attestierung offenzulegen, bei Mehrfachkonfigurationen je Kombination und Lauf (9.1.1). Ein X3-Claim verbietet H2 während der Ausführung, ein Q4-Claim verbietet H2 beim Zusammenstellen des Evidence-Package — auch durch interne Validierungs- oder Judge-Komponenten, die den Paketinhalt formen (9.1.2). Nachträgliches, anbieterseitiges Framework-Mapping oder Priorisieren, das den Prüfer materiell beeinflusst, gilt als Vendor-side Analytical Review und muss offengelegt werden (9.1.3). Eine Plattform darf nicht als agent-only, unabhängig autonom oder assessor-ready vermarktet werden, wenn relevante Läufe auf unoffengelegtem menschlichem Eingreifen oder Nachbearbeitung beruhten (9.2.2).
| Assurance Outcome | Definition (5.9) |
|---|---|
| Q1 — Signal-grade | Nützliches technisches Signal, nicht ausreichend für entscheidungsreife Reliance. |
| Q2 — Decision-useful | Unabhängig evaluierbar, materiell reproduzierbar, mit Coverage-Deklaration und Limitationsaussage — für Remediation- oder Sicherheitsentscheidungen im deklarierten Scope. |
| Q3 — Reference-validated | Erfüllt die Evaluator-Anforderungen für eine Vergleichsvalidierung gegen einen deklarierten Referenzprozess, eine Kohorte oder Baseline unter gleichen Bedingungen; Coverage gegen eine Independent Surface Baseline gemessen. |
| Q4 — Assessor-ready | Erfüllt die Evaluator-Anforderungen für ein vollständiges, vom Assessor konsumierbares Evidence-Package — Qualitätsdeklaration, Coverage gegen Independent Surface Baseline, nachvollziehbare Befundbelege, Limitationen, Negative-Result-Disziplin — ohne analytische Interpretation oder Bearbeitung durch den Anbieter. |
Q4 impliziert nie Framework-Akzeptanz (5.9.1). Q3 und Q4 sind auf jeder Ausführungs- und Kollaborationsklasse erreichbar; Q3 ist keine Voraussetzung für Q4, sofern das Profil keine Vergleichsvalidierung verlangt (5.9.2).
| Reliance Outcome | Zulässige Nutzung (5.10.1) |
|---|---|
| R1 — Evidence-only | Ergänzende Evidenz; darf nie als Ersatz einer geforderten Pentest-Aktivität dargestellt werden. |
| R2 — Assessor-consumable augmentation | Darf Assurance, Coverage, Retest oder Remediation-Validierung erweitern, wenn das Paket vom Prüfer direkt nutzbar ist. |
| R3 — Assessor-reliable substitution | Darf eine Teilmenge von Pentest-Aktivitäten ersetzen — nur wo Profil, Evaluator-Ergebnis, Qualitätsdeklaration und das vertrauende Framework oder der Assessor es zulassen; bedingt und profilgebunden. |
Ein Reliance Outcome darf das stützende Assurance Outcome nie übersteigen: R3 verlangt Q4, R1 passt zu jeder Klasse (5.10.5). Jeder R2/R3-Claim benennt die belegte und die nicht belegte Teilmenge von Aktivitäten, Coverage-Bereichen und Entscheidungszwecken (5.10.3).
Zwei weitere Regeln verdienen die Aufmerksamkeit von CISOs und Revision. Erstens Haftung: Jeder R3-Claim muss die Partei benennen, die für die Richtigkeit der substituierten Evidenz verantwortlich ist, den Regress der vertrauenden Partei bei später festgestellten Mängeln, Gewährleistungsgrenzen und eine gegenüber der vertrauenden Partei dargestellte Berufs- oder Vermögensschadenhaftpflicht — APAS selbst begründet, überträgt oder begrenzt keine Haftung (5.10.4). Zweitens Mandanten- und Berechtigungstests: Ein R2- oder R3-Claim darf nie als Ersatz oder Ergänzung für Autorisierungs-, Zugriffskontroll- oder Mandantengrenzen-Tests gelten, wenn weniger als zwei verschiedene Principals oder nur ein Tenant genutzt wurden; solche Bereiche gelten als materiell ungetestet (5.10.6). Und: R2/R3 beschreiben, was das Paket liefert — nicht, welche Prüfhandlungen der Reviewer weglassen darf; Restprüfungen und Restrisiko-Akzeptanz bleiben beim Reviewer und seinem Framework (5.10.7).
Coverage ehrlich messen: die Independent Surface Baseline
Die wichtigste Zahl eines Pentest-Berichts ist die, die meist fehlt: Wie viel der Angriffsfläche wurde wirklich geprüft — und woher stammt der Nenner? APAS verlangt, dass er nie allein aus der Entdeckung des getesteten Systems kommt.
Jeder T2A-, T2C-, T3-, T4-, Q2-, Q3-, Q4-, R2- oder R3-Claim enthält eine Coverage-Deklaration mit festen Pflichtfeldern (4.2.1). Sie muss die Unterschiede zwischen deklariertem, erreichbarem und getestetem Scope sowie zur Surface Baseline wahrheitsgemäß ausweisen; kein Paket darf vollständige, volle oder gleichwertige Coverage suggerieren, ohne Methodik und Evidenz dafür zu liefern; ein auf einer einzelnen Instanz oder in einem Lauf gezeigtes Ergebnis ist keine Coverage der entsprechenden Angriffsklasse (4.2.2).
| Pflichtfeld (4.2.1) | Inhalt |
|---|---|
| Scope basis | Scope-Quelle oder Referenz auf das Ziel-Inventar |
| Surface baseline | wo 4.2.4 sie verlangt: die Independent Surface Baseline, ihre Quellen und Konstruktionsmethode |
| Baseline recency | Erstellungsdatum oder Alter zum Testzeitpunkt |
| Reachable surface | im Test identifizierte erreichbare Angriffsfläche; Abweichungen gegenüber der Baseline; Anzahl der Läufe hinter der Zahl und ihre Basis (Einzellauf, Vereinigung, Verteilung); an Safety-Gates ungetestet gebliebene Fläche |
| Asset identifiers | maschinenlesbare Asset- oder Inventar-IDs (z. B. CMDB, CAASM) und SBOM-Komponentenreferenzen, wo Code- oder Repository-Kontext genutzt wurde |
| Exercised areas | Asset-Klassen, Schnittstellen, Rollen, Tenants, Workflows, Zustandsübergänge und Privilegiengrenzen, die ausgeübt wurden |
| Access and context | Vantage Points, Zugangsdaten, Rollen, Tenants und Kontextquellen, verknüpft mit jedem getesteten, teilweise getesteten, ausgeschlossenen oder unerreichbaren Bereich |
| Identity Coverage | tatsächlich genutzte Principals, Rollen und Tenants nach Zahl und Typ, inklusive unauthentifizierter Tests sowie Cross-Principal- und Cross-Tenant-Versuche |
| Per-area context binding | je Bereich die genutzten Zugangsdaten, Rolle, Tenant und Vantage Point |
| Coverage status | getestet, teilweise getestet, ausgeschlossen, materiell ungetestet, unerreichbar |
| Testing classes attempted | bei X3 oder C4: welche Testklassen das System versucht hat und welche es bekanntermaßen nicht versucht (z. B. Business-Logic-Missbrauch, mehrstufige Autorisierungsfehler) |
| Chaining depth | bei E3: maximal tatsächlich demonstrierte Tiefe systemübergreifender Verkettung (Single Pivot, Multi-Hop Lateral Movement) |
| Limiting conditions | Timebox, Safety-Restriktionen, Umgebungsausfälle, fehlender Zugang, defekte Voraussetzungen |
| Evidence links | Verweise auf stützende Artefakte oder Logs |
Fläche, die ein Runtime-Safety-Gate an einer deklarierten Grenze gestoppt hat, zählt als Limiting Condition und nicht als Under-Discovery; wurden keine Cross-Principal- oder Cross-Tenant-Versuche unternommen, ist das positiv zu erklären (4.2.13).
Die Baseline-Leiter BS-1 bis BS-3
- 1BS-1 Asserted
Asset-Inventar oder Scope-Liste des Zieleigentümers — unabhängig vom Kandidatensystem, aber begrenzt durch die Vollständigkeit des Eigentümers (4.2.8 a).
- 2BS-2 Directed
Vom Evaluator gelenkte Enumeration, bei der der Evaluator die Fläche über die Entdeckung des Systems hinaus spezifiziert oder erweitert — die Mindeststufe für Q3, Q4 und R3 (4.2.8 b, 4.2.10).
- 3BS-3 Instrumented
Enumeration durch ein unabhängiges Discovery-Instrument oder einen Prozess, der die Discovery-Logik des Kandidatensystems nicht teilt (4.2.8 c).
Für Q3, Q4 und R3 ist der Coverage-Nenner gegen eine Independent Surface Baseline zu bilden; die eigene Entdeckung des Systems darf nicht die einzige Quelle sein (4.2.4). Materielle Abweichungen zwischen entdeckter Fläche und Baseline sind in beide Richtungen offenzulegen; jede Baseline-Fläche, die nicht ausgeübt wurde, gilt als materiell ungetestet; Under-Discovery senkt die dargestellte Coverage, nie umgekehrt (4.2.5). Werden Quellen kombiniert, darf die Gesamt-Baseline nicht stärker dargestellt werden als die schwächste Quelle, die einen materiellen Bereich allein abdeckt (4.2.9). Wo keine unabhängige Baseline verlangt ist, muss die Deklaration sagen, dass der Nenner selbst enumeriert ist, und die Methode beschreiben (4.2.6).
Coverage-Status allein sagt nichts über Tiefe. Für jeden getesteten oder teilweise getesteten Bereich ist auszuweisen, ob Request-Level-Probing, authentifiziertes Probing, mehrstufige Workflow- oder Zustandsübergangs-Tests und Tests an Privilegien- oder Mandantengrenzen durchgeführt wurden. Coverage-Einheit, Schwellen für Teilabdeckung, Tiefengrade und Gewichtungen definiert die Profile Registry — ohne anwendbares Profil ist Tiefe narrativ zu deklarieren und keine Coverage-Proportion oder -Prozentzahl darzustellen (4.2.11). Bei T2C-Claims muss die Deklaration so strukturiert sein, dass ein Reviewer kontrollrelevante getestete, ausgeschlossene und ungetestete Bereiche ohne Interpretation des Anbieters erkennt (4.2.7).
Nicht-Determinismus ist der zweite Blindfleck. Ein System gilt als materiell nicht-deterministisch, wenn wiederholte Läufe unter denselben Bedingungen materiell unterschiedliche Angriffsflächen, Befundmengen oder Exploitation-Ergebnisse liefern; das ist in der Methodik offenzulegen (4.6.1). Varianz darf nicht durch den günstigsten Lauf kaschiert werden; wo mehrere Läufe einen Claim stützen, sind Auswahl, Aggregation und Offenlegung vorab zu definieren, und der Evaluator attestiert, dass Laufzahl und Aggregationsregel vor der Ausführung feststanden (4.6.2). Q3-, Q4-, R2- und R3-Claims charakterisieren die Run-zu-Run-Varianz mit einem deklarierten Maß — etwa Surface-Discovery-Varianz oder dem Jaccard-Index der Finding-Mengen — über ein vorregistriertes Run-Design (4.6.3). Die Aggregationsregel stammt aus einer geschlossenen Menge (Any-Run-Union, All-Run-Intersection, Mehrheit oder eine ausdrücklich deklarierte Regel) und die Einzelergebnisse aller Läufe, nicht nur eine Kennzahl, gelangen ins Evidence-Package (4.6.5).
Vom Signal zum Confirmed Finding: Finding-States, Evidence-Klassen, Retest
Ein Befund ist in APAS erst dann ein Befund, wenn ihn jemand anderes als das erzeugende System reproduziert hat. Die Finding-States und Evidence-Klassen machen diesen Weg nachvollziehbar — und sie definieren, was ein Retest leisten muss.
| Finding-State (4.3) | Bedeutung |
|---|---|
| Observation | Ein anomales Signal, Artefakt oder Verhalten, noch nicht als Befund validiert. |
| Validated Finding | Vom Kandidatensystem demonstrierte Ausnutzbarkeit oder Evidenz für die verwundbare Bedingung ohne Exploitation — unabhängige Bestätigung steht aus. Kann eine zusammengesetzte Exploit-Kette sein, deren Impact als Ganzes zu bewerten ist. |
| Confirmed Finding | Der Evaluator oder Konformitätsprozess reproduziert die Bedingung oder den Exploit-Pfad mit der aufgezeichneten Reproduction Procedure selbst — ohne Rückgriff auf die Darstellung des Systems; bei nicht sicher wiederholbaren Bedingungen Validierung konservierter Erstaufnahmen (Single-Capture Confirmation, 4.3.3). |
| Confirmed Attack Path | Geordnete Menge von Confirmed Findings, deren kombinierte Ausnutzung ein Ergebnis erreicht, das kein Einzelbefund erreicht; auf Pfadebene bestätigt (4.3.7). |
| Retested Finding | Erneute Bewertung eines bestätigten Befunds nach behaupteter Behebung durch Ausführen der aufgezeichneten Reproduction Procedure, mit offengelegtem Ergebnis (4.3.4). |
| Unsupported Finding | False Positive (Bedingung existiert nicht oder ist nicht ausnutzbar) oder Over-Severity (existiert, aber Impact nach Adjudikation materiell überzeichnet); beide Unterklassen getrennt berichtet, dazu die Unsupported-Finding Rate (4.3.8). |
Nur Confirmed Findings stützen Q2-, Q3-, Q4-, R2- oder R3-Claims; andere States dürfen klar gekennzeichnet erscheinen, aber nie als bestätigt dargestellt werden (4.3.1). Materiell überzeichneter Impact wird herabgestuft oder für den überzeichneten Teil als unsupported behandelt (4.3.2).
Jedes Confirmed Finding trägt einen Stable Finding Identifier — eine eindeutige, über Revisionen, Retests, Exporte und Formatkonvertierungen hinweg stabile Kennung — und, außer im Single-Capture-Pfad, eine Reproduction Procedure: eine aufgezeichnete, deterministische, agentenunabhängige Abfolge von Schritten, Requests, Payloads, Vorbedingungen und erwarteten Beobachtungen, mit der ein kompetenter Dritter die Bedingung ohne Zugang zum Kandidatensystem reproduzieren kann (4.3.3, Anhang D). Die erwarteten Beobachtungen schließen die Kontroll- oder Expected-Secure-Beobachtung ein; probabilistisch darf eine Procedure nur sein, wenn die Bedingung selbst probabilistisch ist (Race Conditions, TOCTOU, Timing-Seitenkanäle), dann mit Versuchszahl und beobachteter Erfolgsrate. Jedes Confirmed Finding deklariert außerdem Vantage Point und Zugangsbedingung sowie die Region der Umgebungsklasse (4.3.5); angrenzende Dienste oder systemübergreifende Pfade, die für Ausnutzbarkeit oder Impact relevant sind, werden offengelegt — bei E3 zwingend (4.3.6).
| Evidence-Klasse (4.4) | Bedeutung | Regel |
|---|---|---|
| EV1 — Signal | Anomales Verhalten, Fehlkonfiguration oder verdächtige Bedingung | reicht höchstens für Q1 |
| EV2 — Validation | Demonstrierte Ausnutzbarkeit oder die ohne Exploitation festgestellte verwundbare Bedingung; darf systemgenerierte Artefakte enthalten | Vorstufe, noch keine Bestätigung |
| EV3 — Traceable Confirmation | Unabhängige Reproduktion der Bedingung oder des Exploit-Pfads mit der aufgezeichneten Reproduction Procedure, beobachtet am Ziel selbst — rohe Request/Response-Captures, zielseitige Zustandsänderungen, vom Evaluator gesammelte Artefakte | Pflicht für jedes Confirmed Finding (4.4.1) |
| EV4 — Impact Substantiation | Evidenz oder adjudizierte Begründung für das dargestellte Impact-Band | soll bei High/Critical vorliegen (4.4.2); bei Ketten gegen die Kette als Ganzes (4.4.5) |
Die eigene Beschreibung, der Reasoning-Trace oder die Zusammenfassung des Kandidatensystems sind nie EV3 — auch nicht Einigkeit zwischen seinen Komponenten, unabhängig von Architektur, Modellwahl oder Kontextisolation. Beobachtet eine interne Komponente das Ziel erneut (Request neu ausführen, echte Antwort lesen), ist das Beobachtung und wird wie jedes andere systemgesammelte Artefakt behandelt; bewertet sie nur Narrativ oder Artefakte, ist das Qualitätskontrolle der Berichterstattung und höchstens EV2 (4.4.1 f, g).
Für Q3-, Q4-, R2- oder R3-Claims müssen EV3- und EV4-Artefakte über einen Pfad erhoben werden, der nicht unter alleiniger Kontrolle des Kandidatensystems steht — Netzwerk-Interception, Host-Beobachtung oder vom Evaluator gesammelte Captures; unterhalb dieser Schwelle sind rein systemgesammelte Artefakte im Evidence-Manifest als solche zu kennzeichnen; für Q2 und Q3 sollen EV3/EV4 Out-of-Band Witness Evidence sein — Callback-Listener, Canaries oder zielseitige Monitore, die das System weder autoren, beobachten noch erreichen kann (4.4.4, Anhang D). Behauptet ein Befund einen Autorisierungs- oder Mandantengrenzen-Defekt, verlangt EV3 gepaarte Beobachtungen: derselbe Request gelingt für den unbefugten Principal und wird für einen befugten Kontroll-Principal abgewiesen, beide referenziert über die Identity Coverage (4.4.6).
Retest und Deduplizierung
Ein Retest führt die gegen den Stable Finding Identifier aufgezeichnete Reproduction Procedure aus, ordnet das Ergebnis dieser Kennung zu und legt offen, ob der Befund weiter besteht, teilweise behoben oder nicht mehr reproduzierbar ist (4.3.4). Probabilistische Wiederentdeckung — oder ihr Ausbleiben — durch einen erneuten Agentenlauf ist weder Fix-Verifikation noch Persistenznachweis noch Retest; solche Ergebnisse müssen als probabilistic rediscovery gekennzeichnet und vom Procedure-Ergebnis getrennt werden (4.3.4 a). Bei intermittierenden Bedingungen werden Versuchszahl und Erfolgsrate gegen die Rate vor der Behebung bewertet (4.3.4 b). Für jedes Paket muss eine dokumentierte Deduplizierungsregel existieren, die festlegt, wie wiederholte Beobachtungen derselben Bedingung aus verschiedenen Läufen, Vantage Points oder Instanzen auf einen Stable Finding Identifier kollabieren (4.3.9).
Declared Conditions: Affordance-Profil, Umgebungsklassen, Autorisierung und Rules of Engagement
Ein APAS-Claim gilt nur innerhalb seiner deklarierten Bedingungen. Abschnitt 7 legt fest, was ein System über seine Betriebsumgebung, seine Reichweite, seine Autorisierung und sein dynamisches Verhalten offenlegen muss.
Das Affordance-Profil ist die deklarierte Betriebsumgebung des Systems während des Tests: Fähigkeiten, Restriktionen, Zugangsbedingungen, Eskalationslimits und Auflagen (Anhang D). Jeder Claim referenziert ein Profil mit mindestens den folgenden Feldern; ein generisches Label wie „standard“ genügt für die Felder zu Zielschutz- und Agent-Integrity-Kontrollen nicht. Interne Validierungs-, Judge-, Verifier- oder Konsenskomponenten sind in der Agent Topology zu deklarieren und ihre Rolle in der Qualitätsdeklaration zu Finding Validity offenzulegen. Fehlt eine Action Reversibility Class, gilt das Engagement als irreversibel — mit den strengsten Safety-Pflichten (7.1.1).
| Pflichtfeld des Affordance-Profils (7.1.1) | Inhalt |
|---|---|
| Access flags | Internet-, Browser-, Terminal-/Shell-, Quellcode-/Repository-Zugang |
| Agent Topology | Zusammensetzung des Systems (Orchestrator, Subagenten, Drittagenten, dynamische Ressourcen), Vertrauensgrenzen, Fähigkeitsattenuation zwischen Komponenten, Delegationstiefe |
| Credentials | Typ; Anzahl und Privilegienstufe der bereitgestellten Principals, Rollen und Tenants; Gültigkeit, Scope, Widerrufsmechanismen |
| Reachability / Asset coverage | Netzwerk-Erreichbarkeitsgrenzen, getestete Vantage Points; abgedeckte Asset-Klassen |
| Inference and Telemetry Egress | Ziele für Zieldaten, Zugangsdaten oder Evidenz (Modell-Endpunkte, Telemetrie, Verbindungsserver) mit Jurisdiktion, Aufbewahrungsregel und angewandter Schwärzung |
| Tools and provenance | Tool- und Plugin-Inventar mit Supply-Chain-Provenance (Quelle, Version, Integritätsprüfung) von Tools, Plugins, Modellen und MCP- oder vergleichbaren Tool-Servern; erlaubte Nutzung je Tool |
| Context inputs / Scope basis / Persistence | bereitgestellte Kontextquellen (Code, Repositories, Architekturdokumente, Logs, Testzugänge); Scope-Quelle; Gedächtnispersistenz |
| Target-protection controls | Rate Limits, Verbote destruktiver Aktionen, Blast-Radius-Grenzen, Safety-Restriktionen, Stop Authority und Unterbrechungsmechanismus nach Abschnitt 10 |
| Agent-integrity controls | Injection-Filterung, Out-of-band Scope Enforcement und gleichwertige Kontrollen gegen Manipulation des Systems nach Abschnitt 10 |
| Escalation limits / Action reversibility | maximal erlaubte Privilegieneskalation, Lateral Movement, Datenzugriff, Persistenz, destruktive Grenzen; höchste erlaubte Action Reversibility Class: read-only, extern reversibel, irreversibel |
| Data handling | Erhebung, Speicherung, Übertragung, Aufbewahrung und Löschung von Zieldaten, Zugangsdaten und Evidenz — inklusive jeder Nutzung von Zieldaten für Modelltraining |
| Timebox / Exclusions / Methodology | Zeitfenster; Ausschlüsse und nicht testbare Bereiche; Methodikreferenz und Version |
| Dynamic behavior | Logik der Moduswahl, Eskalations- und Übergabetrigger, Bedingungen für Wechsel von Kontextquellen, Zugangsdaten oder Kollaborationsmuster im Lauf, ob Rekonfiguration im Lauf erlaubt ist und wie selbstinitiierte Änderungen erkannt und aufgezeichnet werden |
Die Data-Handling-Garantien gelten auch für den Agent Execution Record und jeden Telemetrie-Abfluss, einschließlich Schwärzung personenbezogener Daten, Secrets und Zugangsdaten zum Zeitpunkt der Erfassung (7.1.2).
Die Umgebungsklassen beschreiben Reichweite über Vertrauensgrenzen, nicht den Zieltyp: E1 ein einzelnes isoliertes Ziel, E2 mehrrollige, mehrstufige oder zustandsbehaftete Interaktion innerhalb einer deklarierten Vertrauensgrenze, E3 Interaktion über eine Vertrauens- oder Segmentierungsgrenze hinweg (7.2). Sie gelten für Anwendungen, APIs, Netze, Infrastruktur, Cloud-Control-Planes, Container, Client-Software, Mobile, Firmware und Embedded gleichermaßen; Social-Engineering-, physische und Funk-Vektoren importiert keine Klasse. Jeder Claim ist auf seine deklarierte Klasse beschränkt (7.2.1); Umgebungstyp und materielle Unterschiede zur Produktion sind zu deklarieren, ein Nicht-Produktionstest impliziert ohne deklarierte Parität keine Produktionsabdeckung (7.2.2). T2A-, T2C-, T3- und T4-Claims referenzieren eine deklarierte Methodik; Methodiken für Q4 oder R3 definieren zusätzlich Negative-Result-Handling, Remediation- und Retest-Erwartungen sowie die Bedrohungsmodell-Begründung für den gewählten Modus (7.3).
Autorisierung und Rules of Engagement
Jedes APAS-Engagement hat eine Authorization Declaration mit autorisierender Partei, rechtlicher oder vertraglicher Grundlage, autorisiertem Scope und Zeitfenster sowie Rules of Engagement; Tests außerhalb davon gelten als Out-of-Scope-Aktivität nach Abschnitt 10 — unabhängig von technischem Erfolg oder Befundwert (7.4.1). Zusätzlich sind, wo relevant, zu deklarieren: Testfenster inklusive Blackout- und Wartungsfenster, benannte Notfallkontakte von Zieleigentümer, Evaluator und Betreiber des Systems mit Erreichbarkeit und maximaler Benachrichtigungszeit, Autorisierungsstatus für Dritt- und Cloud-Infrastruktur samt providerspezifischen Testbedingungen, Quelladressen des Systems und Allowlisting, Datenklassifikationsgrenzen und De-Confliction mit SOC oder Blue Team (7.4.3). Die Declaration benennt außerdem die Identität des handelnden Agenten, das Identitätsschema, die Verifikationsmethode für den Zieleigentümer und bei Subagenten die Delegationskette samt maximaler Tiefe (7.4.4).
Weil autonome Systeme auf Schwachstellen in Drittkomponenten oder außerhalb des Scope stoßen, verlangt jedes Engagement einen Coordinated-Disclosure Path: Jeder solche Befund trägt einen Offenlegungsstatus (encountered, notified, disclosure-restricted, resolved, published), bleibt in jedem Status mit Stable Finding Identifier und Content-Hash im Evidence-Manifest enumeriert, und nur das Exploitation-Detail darf vorübergehend zurückgehalten werden — nie der Befund selbst (7.4.2). Kann das System geteilte oder fremde Infrastruktur außerhalb der Autorisierung erreichen, müssen die Eskalationslimits es davon fernhalten (7.4.3.2).
Das Evidence-Package: Inhalt, Integrität, Agent Execution Record und Interoperabilität
Das Evidence-Package ist das eigentliche Produkt eines APAS-konformen Pentests: ein Paket, das ein Prüfer ohne Interpretation des Anbieters lesen kann, dessen Artefakte gehasht und signiert sind und dessen Befunde in offene Austauschformate exportierbar sind.
Jede als R2 oder R3 dargestellte Zertifizierung oder Engagement-Aussage enthält ein vom Assessor konsumierbares Evidence-Package; jeder Q2-, Q3- oder Q4-Claim enthält Qualitäts- und Coverage-Deklaration, selbst wenn nur R1 beansprucht wird (8.1.1). Für R2/R3 soll die stützende Evidenz mindestens so lange verfügbar bleiben, wie der Claim gültig ist (8.1.2 b).
| Pflichtelement (8.1.2) | Inhalt |
|---|---|
| Declarations | Zertifizierungs- oder Engagement-Deklaration; Reliance Outcome; Qualitätsdeklaration; Coverage-Deklaration mit Baseline-Referenz; Verweis auf Autorisierung und Rules of Engagement |
| Methodology / Combination identity | Methodikreferenz und Version; Kombinations-ID und Capability-Matrix-Referenz bei mehreren Kombinationen |
| Findings | Finding-State-Übersicht inklusive Unsupported Findings; Confirmed Findings mit Stable Identifiers und Reproduction-Procedure-Referenzen; gekennzeichnete Single-Capture Confirmations mit Custody-Kette; Confirmed Attack Paths mit Pfad-ID, geordneten Konstituenten und Pfad-Procedure |
| Run design and outcomes | vorregistriertes Run-Design; Aggregationsregel, Laufzahl und die Einzelergebnisse aller Läufe — nicht nur eine Kennzahl |
| Evidence | Evidenz-Manifest mit Content-Hash je Artefakt; Aufbewahrungsfrist und verantwortliche Partei je Artefakt |
| Sensitive evidence | je Klasse (Secrets, personenbezogene Daten, Kundendaten, Exploit-Artefakte, Screenshots, Payloads, destruktive Beweise): was aufbewahrt, geschwärzt und teilbar ist |
| Dynamic behavior | Zusammenfassung des beobachteten Betriebspfads und warum die attestierte Kombination den Lauf wahrheitsgemäß abbildet |
| Remediation and retest | Behebungshinweise mit Ursache, Fix-Richtung, betroffener Komponente und Version, Basis jeder Priorisierung; Retest-Informationen |
| Exclusions, limitations, negative result | Ausschlüsse und ungetestete Bereiche; Limitationen; Negative-Result-Statement, wo anwendbar |
| Disclosure handling | Status koordinierter Offenlegung je Dritt- oder Out-of-Scope-Schwachstelle |
| Access disposition | Access Disposition Record nach 10.2.5 mit nicht-geheimer Referenz je vom Engagement erzeugtem oder autorisiertem Zugang |
| Attestation and mapping | maschinenlesbare, signierte Attestierung; Control- oder Requirement-Mapping, wo T2C-Profil oder Crosswalk Annex es verlangen |
Bei Mehrfachkonfigurationen muss der Reviewer erkennen, welche Kombination evaluiert, welche zertifiziert und welche unevaluiert oder nicht unterstützt sind; ein T2C-Paket mit Q4, R2 oder R3 zeigt kontrollrelevante getestete, ausgeschlossene und ungetestete Bereiche ohne Interpretation des Anbieters (8.1.3).
Integrität: Signatur, Hashes, manipulationssichere Logs
Jede Q3-, Q4-, R2- oder R3-Attestierung ist vom ausstellenden Evaluator oder der Konformitätsstelle kryptografisch signiert — mit verifizierbarer Identität, veröffentlichter Prüfmethode, Zertifikats- oder Schlüsselkennung, vertrauenswürdigem Zeitstempel und einem veröffentlichten Weg, den Schlüsselstatus auch nach Rotation, Ablauf oder Widerruf zu prüfen (8.2.1). Das Evidenz-Manifest enthält je Artefakt einen Content-Hash zum Erfassungszeitpunkt (8.2.2); Ausführungs- und Evidenz-Logging ist manipulationsevident und wird von einer Komponente oder Partei geführt oder gegengezeichnet, die nicht unter alleiniger Kontrolle des Systems steht (8.2.3). Gefälschte, nicht nachvollziehbare oder materiell irreführende Evidenz macht den Claim ungültig (8.2.4); ein Paket mit fehlgeschlagener Signaturprüfung, Hash-Abweichungen oder unerklärten Lücken im Log darf nicht als Q3, Q4, R2 oder R3 herangezogen werden, bis der Widerspruch gelöst und neu attestiert ist (8.2.5). Widersprüche zwischen Attestierung, Befunden, Ausführungsaufzeichnungen und Artefakten sind offenzulegen und nicht narrativ wegzuerklären (8.2.7).
Maschinenlesbarkeit und offene Austauschformate
Jedes Q2-, Q3-, Q4-, R2- oder R3-Paket trägt maschinenlesbare Felder: vollständiger Claim-String, Kombinations-ID, Systemname und -version, Modellidentitäten und -versionen, System-Prompt-Provenance, eine Build-Kennung des Systems als kryptografischer Digest über die gebundene Konfiguration, Methodikreferenz, Evaluator-Identität, Signatur- und Verifikationsmetadaten, Assistance Class, beobachteter Betriebspfad, Referenzen auf Qualitäts- und Coverage-Deklaration mit Baseline-Quellen, Asset-IDs und SBOM-Referenzen, Finding-State-Übersicht, Stable Finding Identifiers, Attack-Path-Beziehungen, Single-Capture-Labels, Materialitätsentscheidungen, Manifest-Hashes, Zertifizierungsdatum mit Ablauf oder Revalidierungsintervall, Core- und Companion-Versionen und Reliance Outcome. Claim-String und Build-Kennung reisen in einem deklarierten Provenance-Envelope wie in-toto, DSSE oder SCITT (8.4.1).
| Ebene | Anforderung | Formate / Referenzen |
|---|---|---|
| Befund | Stable Finding Identifier; CWE-Klassifikation, wo anwendbar; CVE-Referenzen, wo einer bekannten CVE entsprechend — gegen die vorhandene Komponentenversion verifiziert; Schweregrad aus einem versionierten, deklarierten Scoring-System (CVSS mit Versionsangabe oder ein anderes mit Begründung); für Confirmed Findings zusätzlich Vantage Point, Umgebungsregion, Adjazenz-Offenlegung, Single-Capture-Label, Manipulationsklasse (8.4.2) | CWE, CVE, CVSS (Version nennen) |
| Befundexport | Export als SARIF; Control- und Requirement-Mappings unter T2C-Profilen als OSCAL; Remediation- und Retest-Status als OpenVEX oder gleichwertiges deklariertes Exploitability-Format; Formatversionen nennen (8.4.3) | SARIF, OSCAL, OpenVEX |
| Ingestion | Ein Paket gilt nur dann als maschinenlesbar, wenn Standard-Vulnerability-Management-Tooling die atomaren Befunde ohne proprietäre Übersetzung aufnehmen kann; Attack Paths degradieren verlustfrei in geordnete Einzelbefunde plus dokumentierte Beziehungserweiterung (8.4.4) | Standard-VM-Tooling |
| Exploitation-Kontext | Je Confirmed Finding mit Abrufdatum: CISA-KEV-Status und ein versionierter Exploit-Prediction-Score wie EPSS bei bekannter CVE, sonst ein deklarierter Risikopriorisierungs-Score; Abwesenheit wird aufgezeichnet, nicht weggelassen; KEV/EPSS ersetzen nie Confirmed-Status, EV4 oder Coverage (8.4.5) | CISA KEV, EPSS |
| Priorisierung | Wer Befunde risikobasiert sortiert, deklariert die Methodik samt Einbezug der Indikatoren; ein KEV-Flag allein ist keine Priorisierung (8.4.5.1) | deklarierte Methodik |
| Provenance-Set | Tools, Modelle und MCP-Server als maschinenlesbare Stückliste (SBOM/AI-BOM) statt Prosa; für Q4/R3 mit Digest-Pinning und Signaturprüfung über Set und System-Build, wo das Ökosystem es unterstützt (8.4.6) | SBOM / AI-BOM, in-toto, DSSE, SCITT |
Für BB- oder GB-Claims legt das Paket die aus dem reduzierten Kontext folgenden Limitationen offen und impliziert keine Code-Awareness (8.3.2). Für jeden Q4-Claim ist das Paket ohne analytische Bearbeitung durch den Anbieter vollständig (8.3.1).
Safety, Stop Authority, Agent Integrity und Evaluation Integrity
Ein autonomes System, das Exploits gegen produktive Ziele ausführt, braucht eine Aufsicht, die es nicht selbst überstimmen kann. Abschnitt 10 macht Stop Authority, Fail-safe und Angriffe auf den Agenten selbst zu Zertifizierungsbedingungen — mit Pflichten, die mit Autonomie und Irreversibilität steigen.
Die Baseline gilt für jeden Claim: explizite Scope-Grenzen, ein Stop- oder Suspend-Mechanismus und ausreichende Logs oder Artefakte für die Evaluator-Prüfung (10.1.1). Out-of-Scope-Aktivität, gefälschte Evidenz, materielles Verschweigen menschlicher Hilfe oder irreführende Coverage-Aussagen machen den Claim ungültig (10.1.2); materielle Unsicherheit bei Impact, Coverage oder Retest-Schlüssen ist im Paket zu kennzeichnen (10.1.3).
- 1Stop Authority deklarieren
Jedes Engagement benennt, wer die Ausführung aussetzen oder beenden darf — mindestens der Zieleigentümer und, falls vorhanden, der Evaluator (10.2.1).
- 2Out-of-band wirken
Der Stop-Mechanismus arbeitet außerhalb der Entscheidungsschleife des Systems; das System ist nie alleiniger Schiedsrichter darüber, ob ein Stop greift. Das Affordance-Profil nennt eine maximale Reaktionszeit; innerhalb dieser Frist endet jede offensive Aktivität, laufende Aktionen werden unterbrochen, wartende, geplante oder delegierte Arbeit storniert oder dokumentiert (10.2.2).
- 3Fail-safe bei Aufsichtsverlust
Fallen Monitoring, Aufsichtsverbindung, Logging oder der Stop-Kanal über die deklarierten Toleranzen hinaus aus, setzt das System offensive Aktivität aus, bis die Aufsicht wiederhergestellt ist — Verlust der Aufsicht führt nie zu fortgesetztem autonomem Betrieb (10.2.3).
- 4Aufzeichnen und benachrichtigen
Stop- und Halt-on-Loss-Ereignisse samt Timing landen im manipulationsevidenten Log und im Evidence-Package; die Notfallkontakte werden innerhalb der deklarierten Frist informiert (10.2.4).
- 5Access Disposition Record
Zum Abschluss — und nach jedem Stop — weist ein Record jeden vom Engagement erzeugten Zugang (Tokens, Konten, Sessions, Tunnel, delegierte Tokens, Persistenz) mit Status (Revoked, Expired, Removed, vom Zieleigentümer rotiert oder Retained mit Eigentümer und Ablauf), zuständiger Partei und Verifikationsreferenz aus (10.2.5).
- 6End-to-End verifizieren
Der Evaluator prüft jeden sicherheitskritischen Stop-, Suspend-, Resume- oder Override-Kanal Ende-zu-Ende — von der autorisierten Partei bis zum Enforcement-Punkt in der attestierten Deployment-Konfiguration; die bloße Existenz oder korrekte Signierung genügt nicht, mindestens ein ausgeübtes Ereignis je Kanal mit Zustell- und Durchsetzungsergebnis gehört ins Paket (10.2.6). Verfügbarkeit eines Kanals ist kein Beleg für Zustellung; eine nicht umgesetzte Anweisung muss als Zustellfehler erkennbar sein (10.2.7).
Die Pflichten skalieren mit dem Schlechteren aus Ausführungsautonomie, reduzierter menschlicher Beteiligung und deklariertem Affordance-Risiko (Action Reversibility Class): Innerhalb eines Profils sind die Anforderungen für X3 mindestens so stark wie für X2 und diese mindestens so stark wie für X1, dasselbe von C1 bis C4; eine weniger reversible Action Reversibility Class erhöht die Anforderungen unabhängig von X und C; keine Profil-, Evaluator- oder Anbieterentscheidung darf den autonomsten Klassen schwächere Aufsicht gewähren — eine Konfiguration, in der mehr Autonomie die Aufsicht entfernt, ist nicht zertifizierbar (10.3.1).
- X3-, C4- und E3-Betrieb sowie jedes Engagement mit erlaubten irreversiblen Aktionen oder autonomem Chaining in angrenzende Flächen verlangen zusätzlich: ständige Verfügbarkeit des Stop-Kanals während der Ausführung (10.3.2 a),
- automatische Erkennung der Annäherung an oder Verletzung der Scope-Grenze, die die Aktion stoppt oder blockiert, statt sie nur zu protokollieren (10.3.2 b),
- eine Deklaration, wie die autorisierte Scope-Grenze zur Laufzeit durchgesetzt wird (10.3.2 c), Halt-on-Loss-of-Oversight (10.3.2 d),
- die Durchsetzung der deklarierten Eskalationslimits durch einen Mechanismus, dessen Ausfall erkennbar ist (10.3.2 e),
- und bei verketteten Aktionen ein Gate auf der schlechtesten erreichbaren Action Reversibility Class der gesamten Kette, bevor der erste Schritt läuft (10.3.2 f).
Agent Integrity: der Agent als Angriffsziel
Ein Pentest-Agent liest Zielinhalte, ruft Tools auf, nutzt MCP-Server und persistiert Kontext — und ist damit selbst angreifbar. APAS verlangt deklarierte Kontrollen gegen mindestens vier Manipulationsklassen: Prompt Injection aus Zielinhalten oder -antworten, Manipulation oder Substitution von Tools, Plugins, Modellen oder MCP- und vergleichbaren Tool-Servern, Poisoning abgerufenen oder persistierten Kontexts sowie unautorisierte Änderung oder Umgehung der Laufzeitkontrollen für Scope, erlaubte Tools und Privilegien (10.4.1). Jeder Q3-, Q4-, R2- oder R3-Claim enthält in der Qualitätsdeklaration eine Agent-Integrity-Offenlegung mit den Kontrollen, erkannten Manipulationsversuchen und deren Behandlung; eine vom System selbst erzeugte Meldung „keine Manipulation erkannt“ ist kein Beleg dafür, dass keine stattfand (10.4.2).
Entscheidend ist, wer testet: Für Q3, Q4, R2 oder R3 muss der Evaluator adversariale Agent-Integrity-Tests selbst ausführen — mindestens Goal Hijack, Tool-Response-Injection sowie Context- oder Memory-Poisoning; rein anbieterbehauptete Kontrollen tragen keinen dieser Claims (10.4.4). Die Evaluation vergleicht gekennzeichnete Evaluationsläufe mit blinden Läufen bei Scope-Treue, Out-of-Scope-Verweigerung, Coverage und Fabrikationsrate; eine materielle Verhaltensdifferenz ist Eval-Awareness, muss offengelegt werden und deckelt das Assurance-Outcome (10.4.3). Unentdeckte Manipulation, die Strategie, Befunde, Scope-Treue oder Berichtsinhalt materiell verändert hat, macht die betroffenen Claim-Dimensionen ungültig. Erkennt das System eine Manipulation, setzt es offensive Aktivität aus, informiert Zieleigentümer, Evaluator und Notfallkontakte und stellt Evidenz und Befunde aus dem verdächtigen Zeitfenster unter Quarantäne (10.4.5).
Öffentliche Claims und Marketing: elf Pflichtangaben, ein Katalog verbotener Aussagen
Abschnitt 11 wirkt sofort — auch ohne Zertifizierung: Er definiert, was jeder öffentliche APAS-Claim enthalten muss und welche Schlussfolgerungen niemand aus APAS ziehen darf. Für Einkauf und Marketing ist er die Messlatte für jede Anbieteraussage über autonome Pentests.
Pflichtangaben jedes öffentlichen APAS-Claims (11.1.1)
- atomarer oder matrixbasierter Status,
- alle acht Claim-Dimensionen,
- die Identität des Evaluators,
- Zertifizierungs- und Gültigkeitsdaten,
- die Version des Kandidatensystems,
- materielle Limitationen, wo Reliance beansprucht wird,
- die Verfügbarkeit der anwendbaren Qualitätsdeklaration oder einer Zusammenfassung,
- bei mehreren unterstützten Kombinationen der Status benachbarter Kombinationen, die ein vernünftiger Käufer als verfügbar annehmen könnte,
- die Core-Standard-Version und Kennung samt Version jedes angewandten Companion-Dokuments,
- wo wesentlich, ob dynamisches Umschalten zwischen Kombinationen unterstützt wird,
- und überall, wo der Claim-String öffentlich oder in käufer-, marketing- oder beschaffungsseitigem Material steht, eine einsätzige Klartext-Lesart nach Anhang A — in gleicher Prominenz wie der codierte String.
Verbotene Aussagen (11.2.1)
Allein auf Basis einer APAS-Zertifizierung darf niemand behaupten oder implizieren:
| Verbotene Implikation | Warum APAS sie ausschließt |
|---|---|
| Universelle Menschenäquivalenz oder universelle Pentest-Substitution | APAS zertifiziert begrenzte Fähigkeitskombinationen, keine Gleichwertigkeit zum menschlichen Pentester (1 Purpose) |
| Framework-weite Compliance oder Assessor-Akzeptanz per Default | Q4 und T2C implizieren keine Framework-Akzeptanz (5.9.1, 5.6.2) |
| Substitution ohne deklarierte Limitationen und benannte Teilmenge | R3 ist bedingt und profilgebunden (5.10.1, 5.10.3) |
| Höhere Pentest-Qualität allein aus höherer Ausführungsautonomie | Autonomie ist kein Qualitätsproxy (1.1.2) |
| Gleichwertigkeit zwischen Testmodi ohne Begründung gegen ein deklariertes Assurance-Ziel | Modi sind verschiedene Bedrohungsmodelle (5.5) |
| Full-Scope-Red-Team-Äquivalenz aus einem T4-Claim | T4 ist auf technische Angriffspfade begrenzt (5.6.3, 2.2.2) |
| Plattformweite Fähigkeit aus einer zertifizierten Kombination; implizierte Zertifizierung benachbarter Kombinationen; eine Matrix, die unsupported, retired, failed oder unevaluated verbirgt | Zertifiziert werden Kombinationen, nicht Plattformen (1.1.6, 5.3.1) |
| Vollständige oder volle Coverage ohne Coverage-Deklaration, Independent Surface Baseline und Methodik | Coverage Fidelity verlangt deklarierte Grenzen (4.2.2) |
| Coverage-Prozente, deren Nenner allein aus der eigenen Entdeckung stammt, wo 4.2.4 gilt | Independent Surface Baseline (4.2.4) |
| Hohe Assurance, Assessor- oder Substitutionsreife allein wegen weniger oder keiner Befunde | Negative-Result-Disziplin (4.5.2) |
| Benchmark-Führerschaft oder Public-Corpus-Leistung als Beleg für Q3, Q4 oder R3 | Benchmarks sind kein Zertifizierungsproxy (1.1.2) |
| Safety, Deployment-Eignung oder Betriebseignung jenseits von Affordance-Profil und Umgebungsklasse | APAS ist keine Fitness-for-Deployment-Aussage (Status) |
Zusätzlich (11.2.1 b, c): Interne Validierung, Multi-Agent-Einigkeit oder Konsens zwischen Komponenten darf nie als unabhängige Bestätigung, Evaluator-Bestätigung oder EV3 dargestellt werden; Nicht-Wiederentdeckung durch eigene Exploration nie als Abwesenheit, Behebung oder Nichtexistenz; und ein APAS-zertifiziertes System darf nie als unbegrenzte, unautorisierte oder allgemeine autonome Offensivfähigkeit dargestellt oder betrieben werden.
Zwei weitere Regeln runden den Abschnitt ab: Keine Ausführungs-, Kollaborations-, Assurance- oder Reliance-Klasse darf ohne die vollständigen Claim-Dimensionen vermarktet werden — ein isoliertes „Q4“ oder „X3“ im Prospekt ist unzulässig (11.2.2). Und eine Single-Capture Confirmation ist in jedem öffentlichen Claim als solche zu kennzeichnen und darf nie als unabhängig reproduziert dargestellt werden (11.2.3). Bei Widersprüchen gelten die attestierten Deklarationen vor jeder öffentlichen Aussage und jeder Marketing-Zusammenfassung (13.2); verlangt ein Framework oder Assessor strengere Bedingungen als APAS, gelten diese (13.3).
APAS und OWASP APTS im Vergleich: Plattform-Governance trifft Ergebnis-Assurance
Zwei Standards, zwei Fragen. Der OWASP Autonomous Penetration Testing Standard (APTS) regelt, wie eine autonome Pentest-Plattform sicher und begrenzt operiert. Der CSA Autonomous Pentest Assurance Standard (APAS) regelt, ob und wie weit man ihren Ergebnissen trauen darf. Wer beide zusammen liest, hat Governance und Assurance autonomer Pentests vollständig im Blick.
Die CSA selbst ordnet APTS als das nächstverwandte Vorhaben ein: ein frühes OWASP-Incubator-Projekt zum sicheren, begrenzten Betrieb autonomer Pentest-Plattformen. Überschneidungen gibt es nur bei der operativen Governance — den APAS-Abschnitten 7 (Declared Conditions), 9 (Human Assistance) und 10 (Safety) —, während APTS keine Coverage-Messmethodik, kein Reliance- oder Substitutions-Grading und keine evaluatorbasierte Zertifizierung vorsieht; genau das ist der Kern von APAS. Wo APTS Reproduzierbarkeit von Befunden und assessor-gerichtete Evidenz berührt, geht APAS weiter: Confirmed Findings setzen agentenunabhängige Reproduktion voraus, Coverage wird gegen eine Independent Surface Baseline gemessen (Relationship to Existing Work).
| Merkmal | OWASP APTS | CSA APAS |
|---|---|---|
| Träger | OWASP Foundation, Incubator-Projekt; Projektleads Jinson Varghese Behanan und Shikhil Sharma; Lizenz CC BY-SA 4.0 | Cloud Security Alliance, AI Safety Working Group; Lead Author Will Kapcio; neutrale Multi-Stakeholder-Trägerschaft normativ gefordert (12.4); alle Rechte vorbehalten |
| Reifegrad (Stand 08.11.2026) | Version 0.1.0 „Initial release“, April 2026; GitHub-Repository ohne Release oder Tag, letzter Commit 3. September 2026; normativer Anforderungssatz für v0.1.0 eingefroren | Core Standard v1.0 als Major-Version (Änderungsprotokoll 23.10.2026, Dateistand 02.11.2026, CSA-Veröffentlichung 04.11.2026); Companion-Dokumente ausstehend |
| Leitfrage | Darf diese Plattform sicher und begrenzt operieren? | Darf ich diesem Ergebnis trauen — wofür und in welchen Grenzen? |
| Gegenstand | Verhalten der Plattform während der Ausführung („governance framework, not a testing methodology“) | Wahrhaftigkeit und Nutzbarkeit der erzeugten Evidenz; ausdrücklich keine Safety-, Compliance- oder Benchmark-Aussage |
| Struktur | 173 Tier-Required-Anforderungen in 8 Domänen (SE 26, SC 20, HO 19, AL 28, AR 20, MR 23, TP 22, RP 15) plus 20 Advisory Practices; 3 kumulative Tiers (72 / 157 / 173); jede Anforderung mit Verification-Abschnitt | Claim-Modell mit 8 Dimensionen, 7 Qualitätsdimensionen, 6 Finding-States, 4 Evidence-Klassen, 3 Baseline-Stufen, 7 Statusklassen; Core plus Evaluator Guide, Profile Registry, Attestation Schema, Crosswalk Annexes |
| Autonomie | Ein Level-Modell: L1 Assisted, L2 Supervised, L3 Semi-Autonomous, L4 Autonomous; Tier ≠ Level (T1 ≈ L1, T2 ≈ L2/L3, T3 ≈ L4); Level-Übergänge nach 50, 200 bzw. 500 Stunden überwachtem Betrieb (AL-025) | Getrennte Achsen: Execution X1–X3, Collaboration C1–C4, Assistance H0–H2 — ausdrücklich kein Qualitätsproxy; ein weniger autonomes System kann ein höheres Assurance-Outcome erreichen (1.1.2) |
| Qualität des Ergebnisses | Confidence-Score je Finding (Confirmed ab 90 %, RP-003) auf Basis der plattformeigenen Reproduktion; False-Positive-Rate je Engagement (RP-006) | Assurance Outcome Q1–Q4, Qualitätsdeklaration je Dimension, Unsupported-Finding Rate (False Positives und Over-Severity getrennt), Negative-Result-Disziplin (4.1, 4.3.8, 4.5) |
| Coverage | Coverage Matrix je Engagement nach CWE-Klassen: tested, excluded, partial (RP-008) — selbst berichtet, ohne unabhängigen Nenner | Coverage-Deklaration mit 14 Pflichtfeldern gegen eine Independent Surface Baseline (BS-1 bis BS-3); Under-Discovery senkt die Coverage; keine Prozentzahlen ohne Profil (4.2) |
| Befund-Validierung | Rohe Evidenz je Finding, KI-Zusammenfassungen ersetzen sie nie (RP-001); Re-Verifikation vor Auslieferung mit Packet Capture und Human-Review-Gate (RP-002); „Confirmed“ = erfolgreiche Selbst-Reproduktion der Plattform; unabhängige Reproduzierbarkeit nur als Tier-3-SHOULD (RP-007) | Confirmed nur durch Reproduktion außerhalb des Systems (EV3) mit agentenunabhängiger Reproduction Procedure und Stable Finding Identifier; Einigkeit interner Komponenten ist keine Bestätigung (4.3, 4.4.1) |
| Safety / Kill-Switch | Mehrkanal-Kill-Switch mit festen Grenzen: keine neuen Aktionen binnen 5 s, Prozessterminierung, Credential-Widerruf und Log-Flush binnen 60 s (SC-009); Human Decision Points vor irreversiblen Aktionen, Timeouts genehmigen nie automatisch (HO-010) | Stop Authority out-of-band mit deklarierter maximaler Reaktionszeit (keine feste Zahl), Fail-safe bei Aufsichtsverlust, Access Disposition Record, End-to-End-Verifikation durch den Evaluator, autonomieskalierte Pflichten (10.2, 10.3) |
| Manipulation / Agent Integrity | Domäne Manipulation Resistance (23 Anforderungen): Instruction-Boundary-Enforcement, Zurückweisung von Autoritätsbehauptungen, Scope-Widening-Prevention, I/O-Grenzen; adversariale Tests der Safety-Controls mindestens jährlich durch Nicht-Entwickler (MR-020, Tier 2) | Agent Integrity als eigene Qualitätsdimension; evaluatorgeführte adversariale Tests (Goal Hijack, Tool-Response-Injection, Context Poisoning) für Q3/Q4/R2/R3; Eval-Awareness deckelt die Assurance (10.4) |
| Supply Chain / Provenance | Foundation-Model-Disclosure mit gepinnter Version (TP-021), Re-Attestierung bei Modellwechsel (TP-022), SBOM in SPDX oder CycloneDX (AR-016), Mandantentrennung, Datenresidenz, Löschnachweise (TP) | Affordance-Profil mit Tool-/MCP-Provenance und Inference-/Telemetry-Egress samt Jurisdiktion; Claim-Bindung an Modell, Prompt und Orchestrierung (5.11, 7.1.1); AI-BOM-Export (8.4.6) |
| Nachweis & Interoperabilität | SHA-256-Hashes, hash-verkettete Logs, RFC-3161-Zeitstempel, Audit-Store außerhalb des Agenten (AR-010 bis AR-020); Reports maschinenlesbar in JSON, XML oder CSV (RP-011) | Signierte Attestierung, Content-Hashes, Agent Execution Record; SARIF, OSCAL, OpenVEX, in-toto/DSSE/SCITT, CWE/CVE/CVSS, KEV/EPSS (8.2, 8.4) |
| Verlässlichkeit für Prüfer | Nicht adressiert | Reliance Outcome R1 Evidence-only, R2 Augmentation, R3 bedingte Substitution; R3 verlangt Q4 (5.10) |
| Zertifizierung | Selbstbewertung des Betreibers anhand der Checklisten; optionales Conformance Claim Template mit Assessment Method (Self-Assessment, Independent Internal Review, Third-Party); keine Einreichung bei einer Stelle vorgesehen | Evaluatorbasierte Atomic System Capability Certification und Engagement Conformance Statement — erst nach Veröffentlichung der Companion-Dokumente (12.1.2); öffentliches Claim-Statusregister (12.5) |
| Marketing-Regeln | Nicht ausdrücklich geregelt | Elf Pflichtangaben und Katalog verbotener Aussagen (11.1, 11.2) |
| Kontinuierlicher Betrieb | In Scope: Scope-Refresh alle 24 Stunden, Engagement-Grenzen für wiederkehrende Tests, zyklusübergreifende Korrelation (SE-016 bis SE-020) | Außerhalb des Scope von v1.0; Claims nur je begrenztem Engagement (2.2.4) |
| Regulatorischer Bezug | Nicht-normative Compliance Matrix zu NIST CSF 2.0, ISO/IEC 27001:2022, SOC 2, NIST AI RMF 1.0, PCI DSS 4.0.1, DSGVO, NIST SP 800-53 Rev. 5, HIPAA und CIS Controls v8; EU AI Act nur mit Disclaimer; ISO/IEC 42001, NIS2 und DORA nennt der Standard nicht | Ausdrücklich keine Compliance-Aussage; Framework-Crosswalks als optionale Annexes; strengere Framework-Regeln gehen vor (1, 13.3) |
| Adressaten | Plattformbetreiber (Hersteller, MSSPs, In-house-Teams), Kunden (CISOs, Einkauf), Reviewer und Auditoren | Vertrauende Auditoren, Assessoren und Kunden-Reviewer, Evaluatoren, Anbieter, Käufer; CSA nennt u. a. Pentester, Security-Architekten, Vulnerability Management, Risk & Compliance und CISOs |
APTS-Angaben nach den Projektdateien auf github.com/OWASP/APTS (Branch main, v0.1.0; Stand 8. November 2026) und der Einordnung im APAS Core Standard; APAS-Angaben mit Klauselverweis. Hinweis: Die Zuordnung der APTS-Domänen zu EU AI Act, ISO/IEC 42001, NIS2 und DORA in unserem APTS-Deep-Dive ist eine VamiSec-Interpretation — der Standard selbst nennt diese Regelwerke nicht. Beide Projekte entwickeln sich weiter; prüfen Sie Versionsstände vor Vertragsbezug.
So nutzen Sie beide Standards zusammen
Einkauf: APTS für die Plattform
Conformance Claim des Anbieters mit Assessment Method (Selbstbewertung, unabhängiges internes Review oder Drittprüfung), Foundation-Model-Disclosure mit gepinnter Version, Nachweise zu Scope-Enforcement, Kill-Switch (5 s / 60 s) und isolierten Audit-Trails. Der APTS Vendor Evaluation Guide empfiehlt Tier 2 als Minimum für den produktiven Einsatz, Tier 3 für kritische Infrastrukturen und L4.
Report: APAS für das Ergebnis
Je Lauf eine Coverage-Deklaration gegen Ihre Baseline, Finding-States mit Stable Identifiers und Reproduction Procedures, Unsupported-Finding Rate, Limitationen, Negative-Result-Statement — und die acht Claim-Dimensionen in Klartext, auch ohne Zertifikat.
Betrieb: beide Standards operativ
APTS-Kill-Switch-Tests und APAS-Stop-Authority-Nachweis End-to-End je Engagement; Access Disposition Record; Agent-Integrity-Tests im Pilot; Audit-Logs außerhalb der Plattform (APTS) und als Agent Execution Record exportierbar (APAS).
Audit: Reliance bewusst setzen
APTS sagt dem Auditor, dass die Plattform beherrscht operiert; APAS sagt ihm, wie weit er dem Paket trauen darf (R1/R2/R3). Beides zusammen dokumentiert, warum autonome Evidenz im Prüfprogramm steht — und was weiterhin klassisch getestet wird.
APAS in der Praxis: Entscheidung über autonome Pentests, Tool-Evaluation und regulatorische Einordnung
Für CISOs ist APAS schon vor der ersten Zertifizierung nützlich — als Vokabular für die Entscheidung, als Anforderungskatalog für die Tool-Evaluation und als Lesehilfe dafür, welche Nachweise Prüfer unter DORA, NIS2, CRA, ISO 27001 oder PCI DSS akzeptieren können.
Die Entscheidung: wo autonome Pentests heute tragen
Autonome Pentest-Systeme spielen ihre Stärken aus, wo Breite, Frequenz und Wiederholbarkeit zählen: kontinuierliche Prüfung einer sich ändernden Angriffsfläche, Regressionstests nach Releases, Vorab-Triage vor einem manuellen Pentest, Retests mit reproduzierbaren Procedures und die Abdeckung vieler gleichartiger Ziele. Ihre Grenzen setzt APAS selbst: kein Social Engineering, keine physischen oder Funk-Vektoren, kein vollumfängliches Red Team (2.2, 5.6.3), kein kontinuierlicher Betrieb als Claim (2.2.4) — und keine Substitution geforderter Prüfungen ohne R3, Profil und Zulassung des Prüfrahmens (5.10). Die Entscheidung lautet deshalb selten „autonom oder menschlich“, sondern: Welche Teilmenge der Prüfaktivitäten kann autonom mit welcher Assurance erfolgen, und was bleibt klassisch?
- 1Nachweiszweck festlegen
Interne Remediation (Q2/R1), Augmentation für Prüfer (Q4/R2) oder Substitution (Q4/R3)? Der Reliance-Navigator auf dieser Seite führt durch die Frage; das Ergebnis bestimmt alle weiteren Anforderungen.
- 2Scope und Baseline bereitstellen
Ein maschinenlesbares Inventar (CMDB/CAASM, SBOM-Referenzen) ist Ihre BS-1-Baseline; für Q3/Q4/R3 ergänzt eine evaluatorgelenkte Enumeration (BS-2). Ohne Baseline kann niemand Coverage messen — auch Sie nicht (4.2).
- 3Pilot als Evaluation aufsetzen
Vorregistriertes Run-Design mit mehreren Läufen und Varianzmaß (4.6.3), unabhängige Reproduktion einer Stichprobe (EV3), gepaarte Beobachtungen bei Berechtigungsbefunden (4.4.6), Stop-Authority-Test End-to-End (10.2.6), adversariale Agent-Integrity-Tests (10.4.4) und ein blinder Lauf gegen Eval-Awareness (10.4.3).
- 4Betriebsmodell Mensch plus Agent definieren
Welche X/C-Klasse passt zu Ihrer Risikotoleranz? Für produktive Ziele mit irreversiblen Aktionen gelten die strengsten Pflichten (10.3.2); legen Sie Freigabepunkte, Eskalationskontakte, Testfenster und De-Confliction mit dem SOC fest (7.4.3).
- 5Vertrag und Governance
Data Handling und Egress (7.1.1), Stop Authority und Reaktionszeit, Access Disposition, Offenlegung von Konfigurationsänderungen und Re-Attestierung (5.11.3), Haftung bei Substitution (5.10.4), Austauschformate (8.4.3) — plus KPIs: Unsupported-Finding Rate, Retest-Quote, Coverage gegen Baseline, Stop-Reaktionszeit.
Tool-Evaluation: der APAS-basierte Anforderungskatalog
- Welche Fähigkeitskombinationen bietet die Plattform an — bitte als Capability Matrix mit allen acht Dimensionen und Statusklassen, nicht als Feature-Liste (5.3, 5.4)?
- Wie lautet die Klartext-Lesart Ihres stärksten Claims, und welche Limitationen gelten dafür (11.1.1)?
- Woher stammt der Coverage-Nenner Ihrer Berichte — aus eigener Entdeckung oder aus einer unabhängigen Baseline? Zeigen Sie eine Coverage-Deklaration mit allen Pflichtfeldern (4.2.1).
- Wie hoch ist Ihre Unsupported-Finding Rate je Kombination, getrennt nach False Positives und Over-Severity (4.3.8)?
- Enthält jeder Befund eine Reproduction Procedure, die mein Team ohne Ihre Plattform nachvollziehen kann, und einen Stable Finding Identifier (4.3.3)?
- Wie kennzeichnen Sie Observations, Validated und Confirmed Findings — und wer bestätigt (4.3, 4.4.1)?
- Wie charakterisieren Sie Run-zu-Run-Varianz, und berichten Sie alle Läufe oder nur den besten (4.6)?
- Welche Felder umfasst Ihr Affordance-Profil — insbesondere Inference- und Telemetry-Egress mit Jurisdiktion, Tool- und MCP-Provenance, Action Reversibility (7.1.1)?
- Wie wirkt die Stop Authority out-of-band, mit welcher maximalen Reaktionszeit, und was passiert bei Verlust der Aufsicht (10.2.2, 10.2.3)?
- Welche Kontrollen gegen Prompt Injection, Tool-Substitution, Kontext-Poisoning und Umgehung der Laufzeitkontrollen bestehen, und wer hat sie adversarial getestet (10.4)?
- Liefern Sie Agent Execution Record, Content-Hashes und signierte Attestierung — und in welchen Formaten exportieren Sie Befunde, Mappings und Fix-Status (8.2, 8.4.3)?
- Welche Änderungen an Modell, Prompt, Orchestrierung oder Tool-Set melden Sie uns, und wie oft hat sich Ihre Konfiguration in den letzten zwölf Monaten materiell geändert (5.11)?
Die vollständige Fassung mit Bewertungsmatrix, Ausschlusskriterien und 20 RfP-Fragen enthält das CISO-Whitepaper weiter unten auf dieser Seite.
Regulatorische Einordnung: was Prüfer akzeptieren können
APAS stellt klar, dass es keine regulatorische, vertragliche oder Audit-Compliance begründet und eine APAS-Zertifizierung nie Framework-Akzeptanz impliziert (1, 5.9.1). Umgekehrt sagen die meisten Rahmenwerke nichts über autonome Tester — sie verlangen Tests, Methodik, Qualifikation und Dokumentation. Die folgende Einordnung ist deshalb eine VamiSec-Einschätzung, welche Reliance-Klasse ein Prüfer unter dem jeweiligen Rahmen heute vernünftigerweise akzeptieren kann.
| Rahmen | Was er zu Tests verlangt | APAS-Lesart (VamiSec-Einschätzung) |
|---|---|---|
| DORA (EU) 2022/2554, Art. 24–27; RTS (EU) 2025/1190 und (EU) 2024/1774 | Testprogramm als Teil des IKT-Risikomanagements, Tests durch unabhängige interne oder externe Parteien (Art. 24 Abs. 4), mindestens jährlich für Systeme kritischer oder wichtiger Funktionen (Art. 24 Abs. 6), Penetrationstests ausdrücklich genannt (Art. 25 Abs. 1); TLPT mindestens alle drei Jahre auf Produktivsystemen (Art. 26), Tester mit Eignung, Fachkunde, Zertifizierung oder Verhaltenskodex und Haftpflicht (Art. 27), bedeutende Institute nur mit externen Testern; RTS zu TLPT vom 13.02.2025: Red Team mit Manager (≥ 5 Jahre) und zwei Testern (≥ 2 Jahre), Referenzen, Versicherung; RTS zum Risikomanagementrahmen: automatisierte Schwachstellenscans für diese Assets mindestens wöchentlich (Art. 10) | Autonome Ergebnisse als R1/R2 im Testprogramm nach Art. 24–25 gut nutzbar, insbesondere für Coverage, Retests und Remediation-Validierung; wöchentliche automatisierte Scans entsprechen APAS-Q1-Output. TLPT bleibt menschengeführt: Die Tester-Anforderungen beschreiben Personen und Organisationen, und APAS schließt Red-Team-Äquivalenz selbst aus (5.6.3) — autonome Werkzeuge allenfalls in der Hand des qualifizierten Red Teams, im Bericht offengelegt. |
| NIS2 (EU) 2022/2555, Art. 21 Abs. 2; DVO (EU) 2024/2690; BSIG vom 02.12.2025 | Maßnahmen einschließlich Schwachstellenbehandlung und -offenlegung (lit. e) sowie Konzepten zur Bewertung der Wirksamkeit (lit. f); für digitale Infrastrukturen verlangt die Durchführungsverordnung dokumentierte Testmethodik und Dokumentation von Art, Umfang, Zeitpunkt und Ergebnissen jeder Prüfung (Anhang Nr. 6.5); das neue BSIG (in Kraft seit 06.12.2025) verlangt dokumentierte Maßnahmen (§ 30), Wirksamkeitsbewertung (§ 30 Abs. 2 Nr. 6), Geschäftsleitungspflichten (§ 38) und KRITIS-Nachweise alle drei Jahre (§ 39) | Keine Tester-Qualifikationsregel für eigene Tests: R1/R2 als Wirksamkeitsnachweis unmittelbar nutzbar; R3 für eine deklarierte technische Teilmenge der eigenen Wirksamkeitsbewertung vertretbar, wenn Policy und Geschäftsleitung autonome Tests als Methode festlegen. Für KRITIS-Nachweise und aufsichtliche Audits entscheidet die prüfende Stelle — realistisch R2. Der Anbieter autonomer Tests ist selbst Lieferkettenrisiko (lit. d): Affordance-Profil und Egress-Offenlegung werden Vertragsgrundlage. |
| Cyber Resilience Act (EU) 2024/2847, Anhang I Teil II, Anhang VII, Art. 13 | Hersteller wenden wirksame und regelmäßige Tests und Überprüfungen der Produktsicherheit an (Anhang I Teil II Nr. 3); Testberichte sind Teil der technischen Dokumentation (Anhang VII Nr. 6), aufzubewahren mindestens zehn Jahre (Art. 13 Abs. 13); Meldepflichten seit 11.09.2026, übrige Pflichten ab 11.12.2027 | Keine Tester-Qualifikationsregel: autonome Tests als regelmäßige Prüfung gut geeignet (R1/R2; R3 für die eigene Konformitätsakte denkbar, bei wichtigen und kritischen Produkten entscheidet die notifizierte Stelle). Retestability, Reproduction Procedures, SARIF- und OpenVEX-Exporte passen zur technischen Dokumentation und Update-Kommunikation; der Coordinated-Disclosure Path (7.4.2) greift in die CVD-Pflichten. |
| EU AI Act (EU) 2024/1689 in der Fassung der VO (EU) 2026/1744, Art. 14, 15 und 55 | Hochrisiko-KI: menschliche Aufsicht mit Stopp-Möglichkeit (Art. 14 Abs. 4 Buchst. e), Genauigkeit, Robustheit und Cybersicherheit gegen Data Poisoning, Model Poisoning und adversariale Beispiele (Art. 15) — anwendbar ab 02.12.2027 (Anhang III) bzw. 02.08.2028 (Anhang I); GPAI-Modelle mit systemischem Risiko: Modellevaluierung mit dokumentiertem adversarialem Testen (Art. 55 Abs. 1 Buchst. a), seit 02.08.2025 | Zwei Anknüpfungen: Für getestete KI-Produkte liefert autonome Evidenz dokumentierte Robustheits- und Adversarial-Nachweise (R1/R2; R3 ohne Anker, weil die Pflicht lautet „durchführen und dokumentieren“). Für die Pentest-Plattform selbst gilt die Aufsichtslogik des Art. 14 — Stopp-Funktion, autonomie-angemessene Kontrollen — spiegelbildlich zu APAS Abschnitt 10 und den X/C-Klassen, rechtlich aber nur, wenn die Plattform selbst als Hochrisiko-System eingestuft ist. |
| ISO/IEC 27001:2022, Anhang A 5.35, 5.36, 8.8 und 8.29 | Unabhängige Überprüfung der Informationssicherheit, Einhaltung von Richtlinien und Standards, Handhabung technischer Schwachstellen, Sicherheitstests in Entwicklung und Abnahme; die Norm nennt weder Penetrationstests noch Frequenzen noch Tester-Qualifikationen — Pentests sind praxisübliche Nachweise | R1/R2 als ISMS-Nachweis für 8.8 und 8.29 reibungslos; R3 möglich, wenn Anwendbarkeitserklärung und Testpolicy den autonomen Test für einen deklarierten Scope als die Prüfung definieren und der Zertifizierungsauditor folgt. 5.35 „unabhängige Überprüfung“ drängt zu Evaluator-Unabhängigkeit (6.1.1) und offengelegten X/C-Klassen; Coverage-Deklaration und Negative-Result-Statement verhindern Scheinsicherheit aus befundarmen Läufen. |
| PCI DSS v4.0.1, Anforderung 11.4 | Interne und externe Penetrationstests mindestens alle zwölf Monate und nach signifikanten Änderungen (11.4.2, 11.4.3) nach definierter Methodik mit Abdeckung des gesamten CDE-Perimeters (11.4.1), durch qualifizierte interne Ressource oder qualifizierte externe Dritte mit organisatorischer Unabhängigkeit; Behebung und Retest (11.4.4); Segmentierungstests jährlich, bei Dienstleistern halbjährlich (11.4.5, 11.4.6); Aufbewahrung zwölf Monate | Das prescriptivste Regime: „qualifizierte Ressource“ und „organisatorische Unabhängigkeit“ beschreiben Personen und Organisationen — ein autonomes System kann sie nicht sein, eine qualifizierte Partei kann es einsetzen. Realistische Obergrenze heute R2: Perimeter-Abdeckung, Retests über Reproduction Procedures, Segmentierungsprüfungen; R3 nur für eine deklarierte Teilmenge, wenn der QSA zustimmt und die qualifizierte Partei Methodik und Ergebnis zeichnet. |
| BSI C5:2020 (OPS-19) und C5:2026 (OPS-18, OPS-22) | C5:2020: Penetrationstests mindestens jährlich durch qualifiziertes internes Personal oder externe Dienstleister nach dokumentierter Methodik, im Zusatzkriterium halbjährlich durch unabhängige externe Prüfer. C5:2026 (Erstveröffentlichung 07.04.2026, verbindlich für Berichtszeiträume ab 01.06.2027): Pentests nach dokumentiertem Rahmen mit Qualifikationsanforderungen an das Personal (OPS-22), jede relevante Komponente mindestens alle drei Jahre — und erstmals eine KI-Klausel: Werden KI-basierte Werkzeuge für Schwachstellenscans oder Penetrationstests eingesetzt, sind sie nachvollziehbar zu dokumentieren und „zur Unterstützung der Fachexperten des Cloud-Anbieters einzusetzen und nicht als deren Ersatz“ (OPS-18.01B Nr. 7) | Der erste DACH-Prüfkatalog, der KI-Pentest-Werkzeuge ausdrücklich regelt — mit einer klaren Linie: unterstützen, nicht ersetzen. R1/R2 entsprechen genau diesem Modell; Qualitätsdeklaration, Agent Execution Record, Assistance-Klasse und Coverage-Deklaration sind die „nachvollziehbare Dokumentation“, die ein ISAE-3000-Prüfer verlangen wird. R3-Substitution ist mit C5:2026 strukturell unvereinbar. |
| TIBER-EU (Januar 2025) und ECB-Leitfaden für bedeutende Institute (November 2025) | Bedrohungsorientierte Tests mit externem Threat-Intelligence-Anbieter (Pflicht) und externem Red Team (dringend empfohlen; bedeutende Institute dürfen keine internen Tester einsetzen), enger Kontrolle durch das Control Team, verpflichtendem Purple Teaming und DORA-RTS-konformen Fristen; weder Framework noch Leitfaden erwähnen KI- oder automatisierte Tester | Kein Anwendungsfall für autonome Substitution. Autonome Werkzeuge allenfalls als Instrument des akkreditierten Red Teams unter dessen Verantwortung, im Red-Team-Bericht offengelegt — mit Stop Authority und Scope-Enforcement nach APAS Abschnitt 10 als Mindeststandard. |
Einordnung nach den Rechtstexten (EUR-Lex), dem BSIG, den BSI-Katalogen C5:2020 und C5:2026, PCI DSS v4.0.1 und den TIBER-EU-Dokumenten der EZB, Stand 8. November 2026; die Reliance-Angaben sind VamiSec-Einschätzungen, keine Aussagen der Regelgeber. Welche Prüfhandlungen entfallen dürfen, entscheidet immer der vertrauende Prüfer und sein Rahmenwerk (5.10.7, 13.3).
Die Aufsicht hat 2026 eine erkennbare Linie: KI als unterstützte, menschlich beaufsichtigte Fähigkeit. Die EZB-Bankenaufsicht forderte bedeutende Institute im Juli 2026 zu Aktionsplänen gegen KI-gestützte Angriffe auf und nennt KI-basierte Werkzeuge als Ergänzung der Schwachstellenprüfung — unter der Bedingung einer vorherigen Nutzen-Risiko-Bewertung, angemessener Schutzmaßnahmen und menschlicher Aufsicht. ENISA beschreibt im selben Monat den „Verification Bottleneck“: Die Menge technisch korrekter KI-Befunde überfordert die Verifikation — genau die Lücke, die APAS mit Confirmed Findings und Unsupported-Finding Rate adressiert. Das britische NCSC verlangt für KI-Agenten Sandboxing, unveränderliche Logs und die Möglichkeit, „den Stecker zu ziehen“; die gemeinsame Five-Eyes-Leitlinie vom Mai 2026 empfiehlt Red Teaming und Penetrationstests gegen agentische Systeme und menschliche Freigabe vor wirkungsstarken Aktionen. Eine Aufsichtsaussage, die autonome Pentests ausdrücklich als Regulierungsnachweis anerkennt oder ablehnt, gibt es bislang nicht.
Autonome Pentests für CISOs — Entscheiden und Tools bewerten mit dem CSA Autonomous Pentest Assurance Standard
Der Praxisleitfaden zu APAS v1.0: was der Standard regelt und was nicht, wie Sie Claim-Strings und Evidence-Packages lesen, wie Sie autonome Pentest-Plattformen mit den sieben Qualitätsdimensionen vergleichen, welche Reliance-Klasse Auditoren unter DORA, NIS2, CRA und ISO 27001 akzeptieren können — und wie ein Pilot aussieht, der am Ende Nachweise liefert.

- Zehn Kernaussagen und ein Vorstands-Briefing: wann autonome Pentests heute tragen — und wo R1, R2 oder R3 realistisch sind
- Der APAS-Anforderungskatalog für die Tool-Evaluation mit Ausschlusskriterien, Pflichtangaben und 20 RfP-Fragen an Anbieter
- Regulatorik-Mapping von DORA-TLPT über NIS2 und CRA bis ISO 27001, PCI DSS und BSI C5 — mit klar markierten Grenzen
- Pilotdesign mit Independent Surface Baseline, Run-Design und blinder Evaluation, Betriebsmodell Mensch plus Agent, Vertragsklauseln und 90-Tage-Plan
Das CISO-Whitepaper: Autonome Pentests für CISOs
Teil I · Verstehen
Management Summary und zehn Kernaussagen, der Markt autonomer Pentest-Plattformen zwischen Versprechen und Realität, das Entscheidungsproblem des CISO und die beiden Standards APTS und APAS im Zusammenspiel — mit Claim-String, Qualitätsmodell und Evidence-Klassen im Überblick.
Teil II · Bewerten
Der APAS-basierte Anforderungskatalog für die Tool-Evaluation: Pflichtangaben je Claim, Coverage gegen eine unabhängige Baseline, Confirmed Findings statt Signalen, Stop Authority und Agent Integrity als Ausschlusskriterien, Interoperabilität über SARIF, OSCAL und OpenVEX — plus das Pilotdesign mit Run-Design, Baseline und blinder Evaluation.
Teil III · Steuern
Regulatorischer Rahmen von DORA-TLPT über NIS2 und CRA bis ISO 27001, PCI DSS und BSI C5: welche Reliance-Klasse ein Prüfer akzeptieren kann, wo autonome Tests ergänzen und wo sie (noch) nicht ersetzen — dazu Betriebsmodell Mensch plus Agent, Vertragsklauseln zu Stop Authority, Datenabfluss und Re-Attestierung.
Programm & Beschaffung
Governance, KPIs wie Unsupported-Finding Rate und Retest-Quote, ein 90-Tage-Plan vom Scope-Inventar bis zum ersten Evidence-Package sowie 20 RfP-Fragen an Anbieter autonomer Pentest-Plattformen — mit klar markierten VamiSec-Einschätzungen und Quellenangaben.
OWASP APTS fragt, ob die Plattform operieren darf. APAS fragt, ob Sie dem Ergebnis trauen dürfen.
Beide Standards gehören zusammen: APTS beschreibt, wie eine autonome Pentest-Plattform Scope, Sicherheit, menschliche Aufsicht, Autonomie-Level und Nachvollziehbarkeit technisch durchsetzt — APAS beschreibt, wie das Ergebnis dieser Plattform belegt, gemessen und offengelegt werden muss, damit ein Auditor es verwenden kann. Unsere KI-native Offensive-Security-Plattform VamiRedteam ist am OWASP APTS ausgerichtet: Scope-Prüfung bei jeder Aktion, Freigaben, vier Autonomie-Level nach APTS und ein Engagement-Protokoll sind Teil des Produkts. Die sieben APAS-Qualitätsdimensionen sind der Maßstab, an dem wir Berichte autonomer Systeme — unsere eigenen eingeschlossen — in Tool-Evaluationen für Kunden messen.
- Beschaffung: APTS-Tier-Selbstdeklaration für die Plattform plus Offenlegung nach den APAS-Pflichtangaben je Report — Claim-Dimensionen, Coverage-Deklaration, Finding-States, Limitationen.
- Betrieb: Stop Authority out-of-band testen, Access Disposition Record nach jedem Engagement, Unsupported-Finding Rate als KPI mitführen.
- Transparenz: Eine APAS-Zertifizierung kann derzeit niemand tragen — nicht VamiRedteam, nicht ein anderer Anbieter; der Core Standard öffnet den Weg, nicht die Zertifizierung (12.1.2).
vamiredteam.com — AI-native Offensive Security Platform der VamiSec GmbH; VamiSec-Tenant in deutschen Rechenzentren auf der T Cloud Public (BSI-C5-Testat der T Cloud Public). Status: Live · Production.
Glossar: Begriffe des Autonomous Pentest Assurance Standard
Die wichtigsten Begriffe aus APAS v1.0 in zitierfähigen Kurzdefinitionen — englische Standardbegriffe bleiben im Original, die Definitionen folgen Anhang D und den definierenden Klauseln.
- APAS ClaimClaim
- Eine begrenzte Aussage darüber, was ein Kandidatensystem in einer APAS-Evaluation innerhalb eines deklarierten Scope, deklarierter Bedingungen und Limitationen gezeigt hat. Sie gilt nur innerhalb von Modus, Tier, Klassen, Affordance-Profil und Reliance-Outcome (1.1.1).
- Claim-StringAPAS BB-T2C / X2-C2-Q4 / E3 [P-021] {R2}
- Der maschinenlesbare Schlüssel eines atomaren Claims mit acht Positionen in fester Reihenfolge: Modus, Tier, Execution Autonomy, Collaboration Class, Assurance Outcome, Environment Class, Affordance-Profil in eckigen und Reliance Outcome in geschweiften Klammern (5.2).
- Capability CombinationFähigkeitskombination
- Ein einzigartiges Tupel der Claim-Dimensionsklassen zusammen mit dem Affordance-Profil. APAS zertifiziert Kombinationen, nicht Plattformen; jede abweichende Kombination ist ein eigener Claim (1.1.6, 5.2.1).
- Capability Matrix
- Strukturierte Übersicht der Kombinationen, die eine Systemversion unterstützt, für die sie evaluiert wurde und die sie öffentlich beanspruchen darf — mit Statusklassen S1 Supported bis S7 Retired; nur S3 Certified or Conformant gilt als zertifiziert (5.3, 5.4).
- Atomic System Capability Certification
- Das vom Evaluator ausgestellte Ergebnis, dass ein Kandidatensystem die anwendbaren APAS-Anforderungen für eine Fähigkeitskombination unter deklarierten Bedingungen erfüllt hat — einer von drei Claim-Typen neben Multi-Configuration Capability Statement und Engagement Conformance Statement (5.1).
- Engagement Conformance Statement
- Aussage zu einem konkreten Engagement, das mit einem APAS-zertifizierten System unter denselben oder engeren deklarierten Bedingungen ausgeführt wurde. Es zertifiziert nie die Zielumgebung und ist der einzige Weg, mit dem eine kontinuierlich laufende Plattform APAS je begrenztem Engagement beanspruchen kann (5.1.1, 2.2.4).
- Affordance ProfileAffordance-Profil, [P-nnn]
- Die deklarierte Betriebsumgebung des Systems während des Tests: Fähigkeiten, Restriktionen, Zugangsbedingungen, Eskalationslimits und Auflagen mit den Pflichtfeldern aus 7.1.1 — von Access Flags und Agent Topology über Inference- und Telemetry-Egress bis zu Action Reversibility und Dynamic Behavior.
- Action Reversibility Class
- Die folgenreichste Wirkung, die eine Aktion auf den Zielzustand haben darf: read-only, extern reversibel (durch den Zieleigentümer auf deklariertem Weg) oder irreversibel. Fehlt die Deklaration, gilt das Engagement als irreversibel; die Klasse skaliert die Safety-Pflichten (7.1.1, 10.3).
- Independent Surface Baseline
- Eine Aufzählung der Angriffsfläche im Scope aus mindestens einer Quelle, die nicht unter alleiniger Kontrolle des Kandidatensystems steht — Inventar des Eigentümers oder evaluatorgelenkte Enumeration —, gegen die Entdeckung und Coverage gemessen werden (4.2.4, Anhang D).
- Baseline StrengthBS-1 / BS-2 / BS-3
- Unabhängigkeitsstufe einer Baseline-Quelle: BS-1 asserted (Inventar oder Scope-Liste des Zieleigentümers), BS-2 directed (vom Evaluator gelenkte Enumeration), BS-3 instrumented (unabhängiges Discovery-Instrument ohne gemeinsame Logik). Q3, Q4 und R3 verlangen mindestens BS-2 (4.2.8, 4.2.10).
- Coverage DeclarationCoverage-Deklaration
- Strukturierte Aufzeichnung von getestetem, teilweise getestetem, ungetestetem, ausgeschlossenem, unerreichbarem und kontextbegrenztem Scope gegen die anwendbare Baseline — mit den Pflichtfeldern aus 4.2.1, darunter Identity Coverage, Chaining-Tiefe und Limitationen.
- Quality DeclarationQualitätsdeklaration
- Strukturierte Aufzeichnung zu einem Claim mit den anwendbaren Qualitätsdimensionen, Coverage-Referenz, Finding-State-Übersicht, Evidenzreferenzen, Remediation- und Retest-Status sowie Integritätsoffenlegungen; Pflicht für jeden Q2-, Q3-, Q4-, R2- oder R3-Claim (4.1.2).
- QualitätsdimensionenSeven quality dimensions
- Coverage Fidelity, Finding Validity, Evidence Traceability, Remediation Usability, Retestability, Process Integrity und Agent Integrity — einzeln deklariert und bewertet, nie zu einem Gesamtscore kombiniert (4.1).
- Observation
- Finding-State für ein anomales Signal, Artefakt oder Verhalten, das noch nicht als Befund validiert ist (4.3).
- Validated Finding
- Finding-State für eine vom Kandidatensystem demonstrierte Ausnutzbarkeit oder eine ohne Exploitation festgestellte verwundbare Bedingung, deren unabhängige Bestätigung noch aussteht (4.3).
- Confirmed Finding
- Befund, den der Evaluator oder der Konformitätsprozess ohne Rückgriff auf die Darstellung des Systems entweder mit der aufgezeichneten Reproduction Procedure selbst reproduziert oder — bei nicht sicher wiederholbaren Bedingungen — anhand konservierter Erstaufnahmen validiert hat. Nur Confirmed Findings stützen Q2 bis R3 (4.3, 4.3.1).
- Confirmed Attack Path
- Geordnete Menge von Confirmed Findings, deren kombinierte Ausnutzung ein Ergebnis erreicht, das kein Einzelbefund erreicht — mit eigenem Stable Finding Identifier, Pfad-Reproduction-Procedure und EV3 auf Pfadebene; EV4 ist Pflicht, wenn der Pfad-Impact den höchsten Einzel-Impact übersteigt (4.3.7).
- Retested Finding
- Erneute Bewertung eines zuvor bestätigten Befunds nach behaupteter Behebung durch Ausführen der aufgezeichneten Reproduction Procedure, mit offengelegtem Ergebnis: weiter vorhanden, teilweise behoben oder nicht mehr reproduzierbar (4.3.4).
- Unsupported FindingUnsupported-Finding Rate
- Ein berichteter Befund, der entweder ein False Positive ist (Bedingung existiert nicht oder ist nicht ausnutzbar) oder ein Over-Severity-Befund (vorhanden, aber nach Adjudikation materiell überzeichnet). Beide Unterklassen werden getrennt berichtet; ihr Anteil an allen Befunden ist die Unsupported-Finding Rate (4.3.8).
- Reproduction Procedure
- Eine aufgezeichnete, deterministische, agentenunabhängige Abfolge von Schritten, Requests, Payloads, Vorbedingungen und erwarteten Beobachtungen, mit der ein kompetenter Dritter die verwundbare Bedingung ohne Zugang zum Kandidatensystem reproduzieren kann — einschließlich Kontrollbeobachtung; probabilistisch nur bei inhärent probabilistischen Bedingungen (Anhang D).
- Stable Finding Identifier
- Eindeutige, persistente Kennung, die einem Befund beim ersten Bericht zugewiesen und über Revisionen, Retests, Exporte und Formatkonvertierungen hinweg beibehalten wird (Anhang D).
- Single-Capture Confirmation
- Confirmed Finding, das nach der Ausnahme in 4.3.3 auf konservierter Erstaufnahme statt auf einer ausgeführten Reproduktion beruht — nur für zeitkritische, destruktive, einmalige oder nicht sicher wiederholbare Bedingungen, mit Content-Hash, Custody-Kette und Evaluator-Validierung; in jedem öffentlichen Claim als solche zu kennzeichnen (11.2.3).
- Evidence ClassesEV1 / EV2 / EV3 / EV4
- EV1 Signal (anomales Verhalten oder verdächtige Bedingung), EV2 Validation (demonstrierte Ausnutzbarkeit oder festgestellte Bedingung), EV3 Traceable Confirmation (unabhängige Reproduktion am Ziel), EV4 Impact Substantiation (Beleg oder adjudizierte Begründung für das Impact-Band). Ein Confirmed Finding braucht EV3 (4.4).
- Out-of-Band Witness Evidence
- Evidenz, die ein Instrument erzeugt, das das Kandidatensystem weder autoren, beobachten noch erreichen kann — ein Callback-Listener, ein Canary oder ein zielseitiger Monitor (Anhang D).
- Negative-Result Statement
- Pflichtaussage für Pakete ohne Confirmed Findings oder nur mit niedriger Schwere bei höherer beanspruchter Assurance: Sie benennt ausgeübte Rollen, Workflows, Privilegiengrenzen, Ausschlüsse, ungetestete Bereiche, Limitationen, Evidenzreferenzen, die Independent Surface Baseline und das Run-Design (4.5.1).
- Pre-Registered Run Design
- Laufzahl, Auswahlregel und Zweck der Läufe, die einen Claim stützen — vor der Ausführung festgelegt und vom Evaluator attestiert. Die Aggregationsregel stammt aus einer geschlossenen Menge: Any-Run-Union, All-Run-Intersection, Mehrheit oder eine ausdrücklich deklarierte Regel (4.6.2, 4.6.5).
- Probabilistic Rediscovery
- Ein späterer Lauf, in dem das Kandidatensystem eine zuvor berichtete Bedingung durch seine eigene nicht-deterministische Exploration wiederfindet oder nicht — statt über die aufgezeichnete Reproduction Procedure. Zählt nie als Retest, Fix-Verifikation oder Abwesenheitsnachweis (4.3.4 a, 4.6.4).
- ModeBB / GB / WB
- Das deklarierte Bedrohungsmodell des Tests: BB Black-Box ohne Quellcode oder privilegiertes Architekturwissen, GB Grey-Box mit begrenzten Zugangsdaten und Dokumentation, WB White-Box oder code-aware mit Quellcode, Repository-Zugang oder tiefem Implementierungskontext. Kein Modus ist pauschal überlegen (5.5).
- TierT1 / T2A / T2C / T3 / T4
- Der Prüfanspruch eines Claims: T1 Surface Assurance, T2A Recurring Assurance Pentest, T2C Compliance Evidence Pentest, T3 Business-Critical Deep Assessment, T4 Threat-Led Technical Resilience. Detailanforderungen definiert die Profile Registry; T2C impliziert keinen Control-Pass, T4 kein vollumfängliches Red Team (5.6).
- Execution Autonomy ClassX1 / X2 / X3
- Wer den Test führt: X1 menschengeführt mit materieller Systemunterstützung, X2 agentengeführt mit erlaubter menschlicher Mitarbeit im Lauf, X3 unabhängige Agentenausführung ohne analytische menschliche Hilfe. Misst Beteiligung, nicht Qualität (5.7).
- Collaboration ClassC1 / C2 / C3 / C4
- Das Zusammenspiel von Mensch und Agent: C1 Mensch führt mit Agentenhilfe, C2 Agent führt mit aktiver menschlicher Kollaboration, C3 Agent führt mit menschlicher Eskalation nur an definierten Punkten, C4 Agent allein bis zur Prüfung durch die vertrauende Partei. C4 schließt analytische Mitarbeit aus, nie die Sicherheitsaufsicht (5.8).
- Assistance ClassH0 / H1 / H2
- Offenlegung menschlicher Hilfe: H0 keine Hilfe mit Wirkung auf Strategie, Exploitation, Validierung, Priorisierung oder Bericht; H1 nur administrative oder Safety-Intervention; H2 analytische Hilfe. X3 verbietet H2 während der Ausführung, Q4 verbietet H2 beim Zusammenstellen des Pakets (9.1).
- Assurance OutcomeQ1 / Q2 / Q3 / Q4
- Die deklarierte Klasse für Stärke und Nutzbarkeit des Pentest-Outputs: Q1 signalgrade, Q2 entscheidungsnützlich, Q3 referenzvalidiert gegen eine unabhängige Baseline, Q4 assessor-ready ohne analytische Nachbearbeitung durch den Anbieter (5.9).
- Reliance OutcomeR1 / R2 / R3
- Die deklarierte Klasse für die Nutzung, die ein vertrauender Reviewer vom Evidence-Package machen darf: R1 nur ergänzende Evidenz, R2 assessor-konsumierbare Augmentation, R3 bedingte Substitution einer benannten Teilmenge von Pentest-Aktivitäten. R darf Q nie übersteigen; R3 verlangt Q4 (5.10).
- Environment ClassE1 / E2 / E3
- Reichweite über Vertrauensgrenzen, nicht Zieltyp: E1 ein einzelnes isoliertes Ziel, E2 mehrrollige, mehrstufige oder zustandsbehaftete Interaktion innerhalb einer Vertrauensgrenze, E3 Interaktion über eine Vertrauens- oder Segmentierungsgrenze hinweg (7.2).
- Evaluator
- Die Partei, die bestimmt, ob ein Kandidatensystem oder Engagement die anwendbaren APAS-Anforderungen erfüllt. Für X2-, X3-, Q3-, Q4-, R2- oder R3-Claims organisatorisch vom Anbieter unabhängig, mit Offenlegung materieller Beziehungen (6.1.1).
- Relying ReviewerVertrauender Prüfer
- Der Auditor, Assessor oder vom Kunden bestellte Prüfer, der entscheidet, ob ein APAS-Evidence-Package für den beabsichtigten Assurance- oder Compliance-Zweck ausreicht — nie ein Pentest-Reviewer des Anbieters (6.2.1).
- Vendor-side Analytical Review
- Jede vom Anbieter ausgehende Interpretation, Bearbeitung, Priorisierung, Control-Zuordnung oder Schlussfolgerung, die während oder nach der Ausführung und vor der Übergabe an den Reviewer angewendet wird — einschließlich automatisierter Komponenten, die Schlüsse formen, ohne das Ziel erneut zu beobachten. Muss offengelegt werden; verdeckt macht sie Q3-, Q4- und R3-Claims ungültig (6.4.1).
- Assessor-Consumable Evidence PackageEvidence-Package
- Ein nach 8.1.2 vollständiges Paket mit Pentest-Bericht und Nachvollziehbarkeit von Befunden und Coverage-Aussagen zu den stützenden Artefakten, so strukturiert, dass der Reviewer Scope, Coverage, Befunde, Methodik, Limitationen und das beanspruchte Reliance-Outcome ohne Vendor-side Analytical Review bewerten kann (Anhang D).
- Agent Execution RecordAER
- Manipulationsevidente, exportierbare Aufzeichnung des attestierten Laufs mit jedem sicherheitsrelevanten Ereignis — Modell- und Tool-Aufrufe, Kontext-Ingestion, Policy-Entscheidungen, Delegationen, Aufsichtsereignisse, Credential-Nutzung, Scope-Änderungen, Änderungen am Ziel und selbstinitiierte Rekonfigurationen; Pflicht für Q3-, Q4-, R2- und R3-Pakete (8.2.6).
- Tamper-Evident Log
- Ein Ausführungs- und Evidenz-Log, das so geführt wird, dass nachträgliches Einfügen, Löschen oder Ändern von Einträgen erkennbar ist — gepflegt oder gegengezeichnet von einer Komponente oder Partei außerhalb der alleinigen Kontrolle des Kandidatensystems (8.2.3).
- Stop Authority
- Die Parteien, die berechtigt sind, die Ausführung auszusetzen oder zu beenden — mindestens Zieleigentümer und Evaluator —, samt Mechanismus, Kanal und maximaler Reaktionszeit. Der Stop wirkt out-of-band: Das System ist nie alleiniger Schiedsrichter darüber, ob er greift (10.2.1, 10.2.2).
- Access Disposition Record
- Aufzeichnung zum Abschluss oder nach jedem Stop, die jeden vom Engagement erzeugten oder autorisierten Zugang — Tokens, Konten, Sessions, Tunnel, delegierte Tokens, Persistenz — mit Status (Revoked, Expired, Removed, Rotated, Retained mit Eigentümer und Ablauf), zuständiger Partei und Verifikationsreferenz ausweist (10.2.5).
- Agent Integrity
- Qualitätsdimension und Safety-Pflicht: Das System widersteht, erkennt, dämmt ein und legt offen adversariale Manipulation seines Reasonings, Kontexts und Toolings — Prompt Injection aus Zielinhalten, Tool- oder MCP-Substitution, Kontext-Poisoning, Umgehung von Laufzeitkontrollen; für Q3/Q4/R2/R3 durch evaluatorgeführte Angriffe geprüft (10.4).
- Eval-Awareness
- Materielle Verhaltensdifferenz eines Systems zwischen gekennzeichneten Evaluationsläufen und blinden Läufen bei Scope-Treue, Out-of-Scope-Verweigerung, Coverage und Fabrikationsrate; muss offengelegt werden und deckelt das Assurance-Outcome (10.4.3).
- Truth Set
- Die aufgezeichneten Ground-Truth-Bedingungen, die in einer Evaluationsumgebung vorhanden oder platziert sind und gegen die Befunde und Coverage bewertet werden; vom Kandidatensystem vollständig isoliert, Konstruktion im Evaluator Guide (10.5, Anhang D).
- Coordinated-Disclosure Path
- Der deklarierte Prozess für Meldung und Behandlung von Schwachstellen in Drittkomponenten, Abhängigkeiten, geteilter Infrastruktur oder Out-of-Scope-Systemen, mit Offenlegungsstatus encountered, notified, disclosure-restricted, resolved oder published je Fund (7.4.2).
- MaterialityMaterialität
- Ein Umstand ist material, wenn seine Offenlegung, Auslassung oder Falschdarstellung die Assurance-, Reliance- oder Risikoakzeptanz-Entscheidung eines vertrauenden Reviewers beeinflussen könnte oder ihn veranlasst hätte, die Evidenz abzulehnen, die Reliance herabzustufen oder zusätzliche Tests zu verlangen (Anhang D).
- Companion DocumentsEvaluator Guide, Profile Registry, Attestation Schema, Crosswalk Annexes
- Die Begleitdokumente, die Scoring, Prozeduren, Tier-Profile, maschinenlesbare Felder und Framework-Mappings definieren. Ohne veröffentlichten Evaluator Guide, Profile-Registry-Eintrag und Attestation Schema in kompatibler Version darf keine Zertifizierung ausgestellt werden (12.1).
Häufige Fragen zum Autonomous Pentest Assurance Standard
Kurze Antworten für CISOs, Einkauf, Revision und Security-Teams — Stand 8. November 2026, APAS Core Standard v1.0.
APAS ist ein Standard der Cloud Security Alliance (CSA) für die Qualität, Verlässlichkeit und Nutzbarkeit der Evidenz, die autonome, KI-gestützte Penetrationstest-Systeme erzeugen. Er legt fest, wie ein solches System deklarieren muss, was es getestet hat, unter welchen Bedingungen und mit welchen Belegen — über einen Claim-String mit acht Dimensionen, sieben Qualitätsdimensionen, Finding-States, Evidence-Klassen, eine Coverage-Messung gegen eine unabhängige Baseline sowie Pflichten zu Stop Authority, Agent Integrity und ehrlichem Marketing. Der Core Standard v1.0 trägt den Dokumentstand 2. November 2026 und wurde von der CSA am 4. November 2026 veröffentlicht.
Nein — noch nicht. Der Core Standard definiert zwar evaluatorbasierte Zertifizierungen (Atomic System Capability Certification, Engagement Conformance Statement), aber keine darf ausgestellt werden, bevor der APAS Evaluator Guide, der einschlägige Eintrag der Profile Registry und das Attestation Schema in kompatiblen Versionen veröffentlicht sind (12.1.2). Zum Stand November 2026 ist keines dieser Companion-Dokumente erschienen. Wer heute mit „APAS-zertifiziert“ oder „APAS-konform“ wirbt, verstößt gegen den Standard selbst (2.2.1). Zulässig ist, sich am Core auszurichten und seine Deklarations- und Evidenzanforderungen bereits umzusetzen.
Der OWASP Autonomous Penetration Testing Standard (APTS) ist ein Governance-Standard für autonome Pentest-Plattformen: Er regelt Scope-Enforcement, Safety Controls, menschliche Aufsicht, Autonomie-Level L1 bis L4, Audit-Trails, Manipulation Resistance, Supply-Chain-Transparenz und Reporting — die Frage, ob eine Plattform sicher operieren darf. APAS regelt, ob und wie weit man den Ergebnissen einer solchen Plattform trauen darf: Coverage gegen eine unabhängige Baseline, Confirmed Findings durch agentenunabhängige Reproduktion, Evidence-Packages, Reliance-Klassen R1 bis R3 und evaluatorbasierte Zertifizierung. Die CSA bringt es auf den Satz: APTS governs whether an autonomous platform can be trusted to operate; APAS governs whether its results can be relied upon. Beide ergänzen sich — APTS für Beschaffung und Betrieb der Plattform, APAS für Berichte und Nachweise.
Die acht Positionen stehen für Modus (BB Black-Box), Tier (T2C Compliance Evidence Pentest), Execution Autonomy (X2 agentengeführt mit menschlicher Mitarbeit), Collaboration Class (C2 aktive Mensch-Agent-Kollaboration), Assurance Outcome (Q4 assessor-ready), Environment Class (E3 über eine Vertrauensgrenze hinweg), Affordance-Profil (P-021, die deklarierte Betriebsumgebung) und Reliance Outcome (R2 Augmentation). In Klartext: ein agentengeführter Black-Box-Test mit wiederholter Mensch-Agent-Übergabe, dessen assessor-reifes Evidence-Package einen Prüfnachweis ergänzen, aber nicht ersetzen darf. Jede unique Kombination ist ein eigener Claim; öffentlich muss neben dem String immer eine solche Klartext-Lesart stehen (11.1.1).
Ein Confirmed Finding ist ein Befund, den der Evaluator oder der Konformitätsprozess ohne Rückgriff auf die Darstellung des Systems selbst reproduziert hat — mit der aufgezeichneten, agentenunabhängigen Reproduction Procedure am Ziel (Evidence-Klasse EV3). Die eigene Beschreibung des Systems, sein Reasoning-Trace oder die Einigkeit mehrerer interner Agenten oder Judge-Modelle zählen ausdrücklich nicht (4.4.1). Nur Confirmed Findings dürfen Claims ab Q2 stützen (4.3.1). Für nicht sicher wiederholbare Bedingungen gibt es die eng gefasste Single-Capture Confirmation auf Basis konservierter Erstaufnahmen mit Hash und Custody-Kette, die öffentlich als solche gekennzeichnet werden muss (4.3.3, 11.2.3).
Nicht pauschal. APAS zertifiziert keine Menschenäquivalenz und verbietet, universelle Substitution zu behaupten (11.2.1). Substitution ist nur als Reliance Outcome R3 für eine benannte Teilmenge von Pentest-Aktivitäten möglich — bedingt, profilgebunden, nur mit Q4-Evidence-Package, unabhängigem Evaluator und ausdrücklicher Zulassung durch das vertrauende Framework oder den Assessor (5.10). Social Engineering, physische und Funk-Vektoren sowie Full-Scope-Red-Team-Äquivalenz sind ausgeschlossen (2.2, 5.6.3). Realistisch ist heute Augmentation (R2): Autonome Evidenz ergänzt den klassischen Pentest, erhöht Frequenz und Breite und liefert reproduzierbare Retests.
Kontinuierlicher oder Always-on-Betrieb ist in v1.0 außerhalb des Scope. Ein APAS-Claim ist an einen deklarierten Lauf oder ein Engagement gebunden; eine dauerhaft laufende Plattform kann APAS nur je begrenztem Engagement über ein Engagement Conformance Statement beanspruchen (2.2.4). Für Continuous-Testing-Angebote heißt das: Jeder berichtete Zeitraum braucht seine eigene Deklaration mit Coverage, Finding-States und Limitationen.
Als Anforderungskatalog und Vokabular: Verlangen Sie je Anbieter eine Capability Matrix mit allen acht Claim-Dimensionen und Klartext-Lesart, eine Coverage-Deklaration mit Pflichtfeldern gegen Ihre eigene Baseline, Finding-States mit Stable Identifiers und Reproduction Procedures, die Unsupported-Finding Rate, ein Affordance-Profil mit Egress- und Provenance-Angaben, den Nachweis einer out-of-band Stop Authority, adversarial getestete Agent Integrity sowie Exporte als SARIF, OSCAL und OpenVEX. Legen Sie die Verbotsliste aus 11.2 neben jedes Marketingdokument. Der Reliance-Navigator und der Evidence-Package-Check auf dieser Seite setzen das direkt um; das CISO-Whitepaper enthält den vollständigen Katalog mit RfP-Fragen.
APAS begründet selbst keine Compliance und impliziert keine Framework-Akzeptanz (1, 5.9.1); strengere Vorgaben eines Rahmenwerks gehen vor (13.3). Die Rahmenwerke verlangen Tests, Methodik, Qualifikation und Dokumentation — APAS liefert die Struktur, in der autonome Ergebnisse als Nachweis lesbar werden. Nach unserer Einschätzung eignet sich autonome Evidenz heute als Ergänzung (R1/R2) im DORA-Testprogramm nach Art. 24–25, für Wirksamkeitsnachweise nach NIS2 Art. 21 Abs. 2 lit. f und § 30 BSIG, für die regelmäßigen Sicherheitstests des CRA (Anhang I Teil II) und für ISO/IEC 27001 Anhang A 8.8 und 8.29. Bedrohungsorientierte Tests (TLPT/TIBER-EU), der jährliche Pentest nach PCI DSS 11.4 und Pentests unter BSI C5 bleiben beim qualifizierten menschlichen Tester — C5:2026 schreibt für KI-Werkzeuge sogar ausdrücklich vor, dass sie Fachexperten unterstützen und nicht ersetzen (OPS-18.01B Nr. 7).
Nein — und das kann derzeit kein Anbieter sein, weil die Companion-Dokumente fehlen, ohne die APAS keine Zertifizierung zulässt (12.1.2). VamiRedteam, die KI-native Offensive-Security-Plattform der VamiSec GmbH, ist am OWASP APTS ausgerichtet: Scope-Prüfung bei jeder Aktion, Freigaben, vier Autonomie-Level nach APTS und ein Engagement-Protokoll sind Teil des Produkts; Befunde werden nach CVSS 4.0 und KI-Schwachstellen nach AIVSS bewertet. Die sieben APAS-Qualitätsdimensionen nutzen wir als Maßstab für Berichte autonomer Systeme — in Kundenprojekten zur Tool-Evaluation ebenso wie für die eigene Plattform.
Standards & Quellen
Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.
Autonomous Pentest Assurance Standard (APAS) — Core Standard v1.0 ↗
Dokumentstand 2. November 2026 (Änderungsprotokoll: Erstfassung 23. Oktober 2026), auf der CSA-Website veröffentlicht am 4. November 2026; 44 Seiten, Abschnitte 1–13, Anhänge A–D. Primärquelle aller Klauselverweise dieser Seite.
APAS v1.0 Release Slides
Begleitpräsentation zur Veröffentlichung (November 2026): Why APAS, Abgrenzung zu OWASP APTS, Kernprinzipien, sieben Qualitätsdimensionen, Claim-String-Beispiel, Safety und Agent Integrity, Companion-Dokumente.
OWASP Autonomous Penetration Testing Standard (APTS) ↗
Version 0.1.0 (April 2026), OWASP-Incubator-Projekt, CC BY-SA 4.0; 173 Tier-Required-Anforderungen in 8 Domänen, 3 Tiers, Level L1 Assisted bis L4 Autonomous; github.com/OWASP/APTS (Stand 08.11.2026 ohne Release-Tag). Von der CSA als nächstverwandtes Vorhaben eingeordnet.
Penetration Testing Execution Standard (PTES)
Sieben Phasen eines Penetrationstests mit Technical Guidelines — eine der drei Methodiken, die APAS über Crosswalk Annexes zuordnet.
OWASP Web Security Testing Guide (WSTG) v4.2 ↗
Testmethodik für Webanwendungen — im APAS Core als Referenz unterhalb beider Standards genannt.
OSSTMM 3 — Open Source Security Testing Methodology Manual
Methodik für operative Sicherheitstests — dritte im APAS Core referenzierte Testmethodik.
SARIF — Static Analysis Results Interchange Format
Austauschformat, in das APAS-Befunde exportierbar sein müssen (8.4.3); Version im Paket anzugeben.
OSCAL — Open Security Controls Assessment Language
Maschinenlesbare Control- und Requirement-Mappings unter T2C-Profilen (8.4.3) — Anschluss an Frameworks-as-Code und GRC-Plattformen.
OpenVEX — Vulnerability Exploitability eXchange
Format für Remediation- und Retest-Status je Befund (8.4.3); Alternative: ein deklariertes gleichwertiges Exploitability-Format.
in-toto Attestation Framework, DSSE und SCITT
Provenance-Envelopes, in denen Claim-String und Build-Digest des Kandidatensystems maschinenlesbar reisen (8.4.1).
DORA — Verordnung (EU) 2022/2554 ↗
Programm zur Prüfung der digitalen operationalen Resilienz (Art. 24–25), TLPT mindestens alle drei Jahre (Art. 26), Anforderungen an Tester (Art. 27) — Bezugsrahmen für die Reliance-Einordnung im Finanzsektor.
Delegierte Verordnung (EU) 2025/1190 — RTS zu bedrohungsorientierten Penetrationstests (TLPT) ↗
Vom 13. Februar 2025, ABl. 18. Juni 2025: Anforderungen an Threat-Intelligence-Anbieter und Red Teams (Art. 7), interne Tester (Art. 15), Berichte, Remediation und Attestierung — Tester als Personen mit Erfahrung, Referenzen und Versicherung.
NIS2 — Richtlinie (EU) 2022/2555 ↗
Risikomanagementmaßnahmen nach Art. 21 Abs. 2, darunter Wirksamkeitsbewertung (lit. f), Lieferkettensicherheit (lit. d) und Schwachstellenbehandlung (lit. e).
Durchführungsverordnung (EU) 2024/2690 und BSI-Gesetz (BSIG) vom 2. Dezember 2025 ↗
DVO zur NIS2-Richtlinie für digitale Infrastrukturen mit Anforderungen an Sicherheitstests (Anhang Nr. 6.5); deutsches NIS2-Umsetzungsgesetz, in Kraft seit 6. Dezember 2025: § 30 Maßnahmen und Dokumentation, § 38 Geschäftsleitung, § 39 KRITIS-Nachweise.
Cyber Resilience Act — Verordnung (EU) 2024/2847 ↗
Anhang I Teil II: wirksame und regelmäßige Sicherheitstests und Schwachstellenbehandlung; Meldepflichten seit 11. September 2026, übrige Pflichten ab 11. Dezember 2027.
EU AI Act — Verordnung (EU) 2024/1689 ↗
Art. 15 Genauigkeit, Robustheit und Cybersicherheit für Hochrisiko-KI; Art. 55 Abs. 1 Modellevaluierung mit adversarialem Testen für GPAI-Modelle mit systemischem Risiko.
ISO/IEC 27001:2022 — Anhang A 8.8 und 8.29 ↗
Handhabung technischer Schwachstellen und Sicherheitstests in Entwicklung und Abnahme — Ankerpunkte für autonome Evidenz im ISMS.
PCI DSS v4.0.1 — Requirement 11.4
Externe und interne Penetrationstests mindestens jährlich und nach signifikanten Änderungen, definierte Methodik, qualifizierte und organisatorisch unabhängige Tester, Behebung und Retest.
BSI C5:2020 und C5:2026 — Kriterienkataloge Cloud Computing ↗
C5:2020 OPS-19 (Penetrationstests mindestens jährlich durch qualifiziertes Personal oder externe Dienstleister); C5:2026 (Erstveröffentlichung 07.04.2026, verbindlich für Berichtszeiträume ab 01.06.2027) mit OPS-22 und der KI-Klausel OPS-18.01B Nr. 7: KI-Werkzeuge nachvollziehbar dokumentieren, zur Unterstützung der Fachexperten, nicht als Ersatz.
TIBER-EU Framework (Januar 2025) und TIBER-EU SSM Implementation Guide
An DORA und die TLPT-RTS angepasstes Rahmenwerk für bedrohungsorientierte Tests: externer Threat-Intelligence-Anbieter verpflichtend, externe Red Teams empfohlen, verpflichtendes Purple Teaming; keine Aussage zu KI- oder automatisierten Testern.
CREST — Modul „AI-Enabled Penetration Testing“ im Penetration Testing Accreditation Standard
Im Juli 2026 angekündigtes optionales Akkreditierungsmodul für Dienstleister, die KI-gestützte Penetrationstests anbieten — die Anbieter-Ebene im Dreiklang aus CREST (Dienstleister), OWASP APTS (Plattform) und CSA APAS (Ergebnis).
Autonome Pentests mit belastbarer Evidenz einführen
VamiSec begleitet Sie von der Entscheidung bis zum Nachweis: Tool-Evaluation autonomer Pentest-Plattformen entlang der sieben APAS-Qualitätsdimensionen, Pilotdesign mit unabhängiger Baseline und blinder Evaluation, Einordnung der Ergebnisse in DORA, NIS2, CRA und ISO 27001 — und klassische wie KI-native Penetrationstests mit VamiRedteam, ausgerichtet am OWASP APTS.