01Tool Poisoning
Manipulierte Tool-Beschreibungen oder Metadaten können versteckte Anweisungen enthalten, die das Modell zu unbeabsichtigten Aktionen oder zur Datenexfiltration verleiten. Als Gegenmaßnahme dienen signierte Tool-Manifeste, ein formaler Freigabeprozess und der Abgleich der beworbenen Funktion gegen das tatsächliche Laufzeitverhalten. Dem Modell werden nur die minimal notwendigen Felder offengelegt.
02Dynamic Tool Instability ("Rug Pulls")
Weil Tool-Definitionen dynamisch geladen und selten strikt versioniert werden, kann eine zuvor geprüfte Definition nachträglich gegen bösartiges Verhalten ausgetauscht werden. Kryptografische Signaturen und Version-Pinning mit Prüfung von Signatur und Hash beim Laden verhindern solche unbemerkten Änderungen.
03Code Injection & unsichere Ausführung
Werden modellgelieferte Eingaben ungeprüft in Systembefehle, APIs oder Datenbankabfragen übergeben, drohen Injection und ungewollte Codeausführung. Erzwingen Sie JSON-Schema-Validierung für Ein- und Ausgaben, strukturierte JSON-Tool-Aufrufe statt Freitext sowie Sanitisierung und Größenlimits. Für risikoreiche Aktionen greifen zusätzlich Human-in-the-Loop-Freigaben.
04Credential- & Token-Missbrauch
MCP-Server verwalten oft API-Schlüssel und OAuth-Token; unsichere Speicherung, Klartext-Logging oder zu langes Caching ermöglichen Diebstahl und Identitätsübernahme. Geheimnisse gehören in Secrets-Vaults, niemals in Umgebungsvariablen, Logs oder in den Zugriffsbereich des LLM. Ergänzend gelten kurzlebige, eng gescopte Token und der Verzicht auf Token-Passthrough an nachgelagerte Dienste.
05Excessive Permissions
Überprivilegierte Tools und breite Zugriffs-Scopes vergrößern den Schaden eines einzelnen kompromittierten Tools und verletzen das Least-Privilege-Prinzip. Der Leitfaden fordert OAuth 2.1/OIDC mit kurzlebigen, eng gescopten Token, Token-Delegation (RFC 8693) statt Passthrough sowie eine zentrale Policy-Durchsetzung über eine dedizierte Gateway-Schicht.
06Unzureichende Isolation
Gemeinsame Sessions, geteilte Identitäten oder eine gemeinsame Ausführungsumgebung führen zu Cross-Tenant-Leaks, Identitätsverwechslung und Ressourcenkonflikten. Isolieren Sie Nutzer-, Session- und Compute-Kontexte strikt, verzichten Sie auf geteilten Zustand für Nutzerdaten und erzwingen Sie Per-Session-Quotas mit deterministischem Cleanup. Der Betrieb erfolgt containerisiert, als Non-Root und netzwerksegmentiert.