Mit einem Unternehmen erwirbt der Käufer dessen gesamte IT-Landschaft, Datenbestände und Sicherheitsaltlasten – einschließlich aller Vorfälle, die zum Signing noch niemand kennt. In einer Forescout-Befragung von 2019 unter 2.779 IT- und Business-Entscheidern gaben 53 Prozent an, während eines M&A-Deals auf ein kritisches Cybersicherheitsproblem gestoßen zu sein, das die Transaktion gefährdete; 73 Prozent werteten einen nicht offengelegten Data Breach als unmittelbaren Dealbreaker. Klassische Financial- und Legal-Due-Diligence macht diese Risiken nicht sichtbar – sie erfordern eine eigene, technisch fundierte Prüfung.
Security Due Diligence bei Unternehmensübernahmen
Wie Sie die Cyber-Sicherheitslage eines Übernahmeziels unter Zeitdruck belastbar bewerten – und was die Ergebnisse für Kaufpreis, Garantien und Integration bedeuten.
53 %der Entscheider stießen bei M&A auf ein dealgefährdendes Cybersicherheitsproblem (Forescout, 2019)
73 %werteten einen nicht offengelegten Data Breach als unmittelbaren Dealbreaker
~339 Mio.Gästedatensätze weltweit betroffen — die Kompromittierung erwarb Marriott mit Starwood unbemerkt mit
350 Mio.US-Dollar Kaufpreisreduktion, vereinbart von Verizon und Yahoo im Februar 2017
Bei einer Übernahme wechseln nicht nur Vermögenswerte und Verträge den Eigentümer, sondern auch jede unentdeckte Kompromittierung, jede technische Altlast und jede Compliance-Lücke des Zielunternehmens. Klassische Financial- und Legal-Due-Diligence blendet diese Dimension weitgehend aus, obwohl belegte Fälle wie Yahoo/Verizon und Marriott/Starwood zeigen, dass Cyber-Vorfälle Kaufpreise, Garantien und Integrationskosten unmittelbar verändern. Eine Security Due Diligence bewertet die Sicherheitslage des Targets deshalb systematisch – von der Außensicht ohne Systemzugriff bis zur forensischen Innensicht. Dieser Beitrag ordnet Risiken, Prüfmethoden und vertragliche Konsequenzen ein.
Das Wichtigste im Überblick
Sechs Themenblöcke — zum Aufklappen antippen.
Prüfmethoden im Überblick
Von der Außensicht ohne Systemzugriff bis zur forensischen Innensicht — Methode antippen.
- Aus öffentlich beobachtbaren Quellen werden Domains, exponierte Dienste, veraltete Softwarestände, Fehlkonfigurationen und geleakte Zugangsdaten erhoben — ohne Mitwirkung des Targets und ohne Eingriff in die Systeme.
- Ergänzt um einen Abgleich mit Darknet- und Leak-Quellen entsteht früh ein Indikator für die tatsächliche Sicherheitslage — verfügbar schon vor dem Zugang zum Datenraum.
- Die Ergebnisse setzen die Schwerpunkte der weiteren Prüfung.
DomainsExponierte DiensteVeraltete SoftwareständeFehlkonfigurationenGeleakte ZugangsdatenDarknet-Abgleich
- Sucht forensisch nach Spuren aktiver oder zurückliegender Angriffe — Persistenzmechanismen, auffällige Konten, bekannte Angriffswerkzeuge.
- Adressiert damit genau das Marriott-Szenario: Ist das Target bereits kompromittiert?
PersistenzmechanismenAuffällige KontenBekannte Angriffswerkzeuge
- Der Reifegrad des ISMS wird gegen ISO/IEC 27001:2022 gespiegelt — über strukturierte Fragebögen, Dokumentenreview und Interviews mit Schlüsselrollen.
- Vorhandene Zertifikate sind ein Indiz, kein Beleg: Geltungsbereich und Belastbarkeit der Audits müssen geprüft werden.
Strukturierte FragebögenDokumentenreviewInterviewsSchlüsselrollenZertifikate
Standards & Quellen
Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.
After data breaches, Verizon knocks $350M off Yahoo sale, now valued at $4.48B
Bericht zur Vertragsänderung vom 21.02.2017: Kaufpreisreduktion um 350 Mio. USD auf 4,48 Mrd. USD und Teilung bestimmter Breach-Haftungsrisiken zwischen Verizon und Yahoo.
ICO fines Marriott International Inc £18.4million for failing to keep customers' personal data secure
Pressemitteilung der britischen Datenschutzaufsicht vom 30.10.2020: Angriff auf Starwood 2014, unentdeckt bis September 2018 – zu diesem Zeitpunkt bereits von Marriott übernommen –, rund 339 Mio. Gästedatensätze weltweit betroffen.
The Role of Cybersecurity in M&A Diligence
Befragung von 2.779 IT- und Business-Entscheidern in sieben Ländern: 53 % erlebten ein dealgefährdendes Cybersicherheitsproblem während einer Transaktion, 73 % werten einen nicht offengelegten Breach als Dealbreaker.
ISO/IEC 27001:2022 – Information security, cybersecurity and privacy protection – Information security management systems – Requirements
Aktuelle Fassung des ISMS-Standards (inkl. Amd 1:2024); dient in der Due Diligence als Referenzrahmen für die Reifegradbewertung der Sicherheitsorganisation des Targets.
Übernahmeziel kurzfristig bewerten?
Wir prüfen Zielunternehmen von außen per EASM und von innen per Compromise Assessment und ISMS-Review – mit Ergebnissen, die in Verhandlung und Vertragsgestaltung tragen. Sprechen Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch an.