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Compromise Assessment: verdeckte Angreifer aufspüren

Wie Sie mit forensischen Methoden belastbar klären, ob Ihre IT-Umgebung aktuell kompromittiert ist oder in der Vergangenheit kompromittiert war – und welche Konsequenzen daraus folgen.

Stand: Juli 2026 · Valeri Milke, ISO 27001 & ISO 42001 Lead Auditor

14 Tageglobale mediane Verweildauer (Dwell Time) 2025 – laut M-Trends 2026
52 %der untersuchten Vorfälle wurden intern entdeckt – mehr nicht
10 %„prior compromise“ – dritthäufigster initialer Angriffsvektor
30 %„prior compromise“-Anteil bei Ransomware-Fällen

Angreifer bewegen sich oft wochenlang unentdeckt in Unternehmensnetzen: Laut Mandiant M-Trends 2026 lag die globale mediane Verweildauer (Dwell Time) im Jahr 2025 bei 14 Tagen, bei Spionageoperationen deutlich darüber – und nur 52 % der untersuchten Vorfälle wurden intern entdeckt. Ein Compromise Assessment kehrt deshalb die übliche Prüfperspektive um: Statt zu fragen, wo ein Angreifer eindringen könnte, wird mit forensischen Methoden untersucht, ob eine Kompromittierung bereits stattgefunden hat („Assume Breach“). Typische Anlässe sind Unternehmenskäufe, konkrete Verdachtsmomente, die Nachbereitung von Sicherheitsvorfällen oder Fragen von Cyber-Versicherern. Das Ergebnis ist eine dokumentierte, evidenzbasierte Aussage zum Kompromittierungsstatus samt priorisierter Empfehlungen zur Härtung und Detektion.

Das Wichtigste im Überblick

Sechs Themenblöcke — zum Aufklappen antippen.

Typische Anlässe

Vier Situationen, in denen ein Compromise Assessment beauftragt wird – Anlass antippen.

10 % prior compromise
  • Der Käufer prüft vor der Integration, ob er mit dem Zielunternehmen eine bestehende Kompromittierung übernimmt.
  • Laut M-Trends 2026 war „prior compromise“ mit 10 % der dritthäufigste initiale Angriffsvektor – bei Ransomware-Fällen sogar 30 %.
Mergers & AcquisitionsPrior CompromiseRansomware

Standards & Quellen

Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.

Mandiant (Google Cloud) · 2026

M-Trends 2026

Mediane Verweildauer 14 Tage (2025), 52 % interne Detektion, „prior compromise“ als dritthäufigster Initialvektor (10 %) – Datenbasis für die Relevanz von Kompromittierungsprüfungen.

NIST · 2025

NIST SP 800-61 Rev. 3: Incident Response Recommendations and Considerations for Cybersecurity Risk Management

Aktuelle Referenz (April 2025, ersetzt Rev. 2) für die Einbettung der Vorfallbewältigung ins Risikomanagement – relevant für den Übergang vom Assessment zur Incident Response.

MITRE · 2026

MITRE ATT&CK

Wissensbasis für Taktiken, Techniken und Prozeduren (TTPs), aktuell in Version v19 (April 2026) – Grundlage TTP-basierter Sweeps im Compromise Assessment.

Amtsblatt der EU / EUR-Lex · 2022

Richtlinie (EU) 2022/2555 (NIS2)

Art. 21 Abs. 2 lit. b verlangt Maßnahmen zur Bewältigung von Sicherheitsvorfällen – Anschlusspunkt für Kompromittierungsprüfungen im Verdachts- und Nachbereitungsfall.

BSI · 2023

IT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023), Baustein DER.2.2 „Vorsorge für die IT-Forensik“

Anforderungen an Forensik-Readiness (Datenquellen, Beweissicherung), die Qualität und Aussagekraft eines Compromise Assessments maßgeblich mitbestimmen.

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