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NIST AI RMF & Cyber AI Profile

Risikomanagement für KI nach NIST: Das AI Risk Management Framework und das neue Cyber AI Profile (NIST IR 8596) geben Organisationen einen strukturierten, priorisierten Rahmen, um KI-Systeme abzusichern, KI für die Verteidigung zu nutzen und KI-gestützte Angriffe abzuwehren.

Künstliche Intelligenz verändert das Cybersicherheits-Risikoprofil von Organisationen in beide Richtungen: Sie erweitert die Angriffsfläche um Modelle, Agenten, Prompts und Trainingsdaten — und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für die Verteidigung. NIST adressiert beide Seiten mit zwei aufeinander abgestimmten Werken: Das AI Risk Management Framework (AI RMF 1.0, NIST AI 100-1) behandelt den verantwortungsvollen Einsatz von KI-Systemen übergreifend und verweist für Cybersicherheitsrisiken auf das Cybersecurity Framework (CSF) und das Risk Management Framework. Mit dem Cyber AI Profile (NIST IR 8596) liegt seit Dezember 2025 erstmals ein Community Profile vor, das die CSF-2.0-Struktur gezielt auf den KI-Kontext anwendet und Subcategories je Anwendungsbereich priorisiert. Für europäische Unternehmen ist das Profil besonders interessant, weil es sich mit den verbindlichen Anforderungen aus EU AI Act, NIS-2 und ISO/IEC 42001 kombinieren lässt.

Das Wichtigste im Überblick

01

NIST AI RMF: der übergreifende Rahmen

Das Artificial Intelligence Risk Management Framework (AI RMF 1.0, NIST AI 100-1, 2023) adressiert den verantwortungsvollen Einsatz von KI-Systemen in seiner ganzen Breite und verweist für die Behandlung von Cybersicherheitsrisiken auf das NIST CSF und das Risk Management Framework. Es wird von NIST derzeit überarbeitet. Das Cyber AI Profile knüpft hier an und konkretisiert die Cybersicherheits-Dimension des KI-Risikomanagements.

02

Cyber AI Profile: Community Profile zum CSF 2.0

Das Cybersecurity Framework Profile for Artificial Intelligence (NIST IR 8596) ist ein Community Profile, das die Functions, Categories und Subcategories des NIST CSF 2.0 auf den KI-Kontext anwendet — als Ergänzung, nicht als Ersatz bestehender Frameworks. Der Initial Preliminary Draft erschien im Dezember 2025, erarbeitet von NIST unter Mitwirkung von MITRE; die öffentliche Kommentierungsphase lief vom 16. Dezember 2025 bis zum 30. Januar 2026 und mündet in den Initial Public Draft.

03

Drei Focus Areas: Secure, Defend, Thwart

Das Profil gliedert KI-Cybersicherheit in drei Focus Areas: Securing AI System Components (Secure) behandelt die Absicherung von KI-Komponenten wie Modellen, Agenten, Algorithmen, Prompts und Daten. Conducting AI-Enabled Cyber Defense (Defend) identifiziert Chancen, KI zur Verbesserung von Cybersecurity-Prozessen einzusetzen. Thwarting AI-Enabled Cyber Attacks (Thwart) baut Resilienz gegen neue KI-gestützte Angriffsvektoren auf — die drei Bereiche ergänzen und verstärken sich gegenseitig.

04

Struktur: sechs Functions, priorisierte Subcategories

Das Profil organisiert seine Empfehlungen entlang der sechs CSF-2.0-Functions GOVERN, IDENTIFY, PROTECT, DETECT, RESPOND und RECOVER. Jede Subcategory erhält pro Focus Area eine Proposed Priority — 1 (High), 2 (Moderate) oder 3 (Foundational), wobei Foundational ausdrücklich nicht „niedrige Priorität“ bedeutet. Ergänzt wird dies durch KI-spezifische Considerations und Informative References, etwa auf NIST SP 800-53, OWASP-Ressourcen und MITRE ATLAS.

05

Anschluss an EU AI Act und ISO/IEC 42001

Das Cyber AI Profile ist eine freiwillige, technologieneutrale Leitlinie — und gerade deshalb ein nützliches Werkzeug, um verbindliche EU-Anforderungen umzusetzen. Die Cybersicherheitsanforderungen für Hochrisiko-KI-Systeme aus Art. 15 der KI-Verordnung, die Risikomanagement-Pflichten aus NIS-2 sowie ein KI-Managementsystem nach ISO/IEC 42001 lassen sich mit den priorisierten Subcategories des Profils strukturiert unterlegen.

06

Praktischer Einstieg und Ausblick: COSAiS

Das Profil setzt ein bestehendes Cybersicherheitsprogramm voraus: Der Einstieg gelingt über ein Gap-Assessment des vorhandenen ISMS gegen die KI-erweiterten Subcategories und eine organisationsspezifische Gewichtung der drei Focus Areas. Ergänzend entwickelt NIST die Control Overlays for Securing AI Systems (COSAiS) auf Basis von SP 800-53 — mit Use Cases für Generative AI, Predictive AI und Agentic AI (Single- und Multi-Agent).

Standards & Quellen

Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.

NIST · 2025

NIST IR 8596 iprd — Cybersecurity Framework Profile for Artificial Intelligence (Cyber AI Profile), Initial Preliminary Draft

Erstes CSF-2.0-Community-Profile für KI-Cybersicherheit mit den drei Focus Areas Secure, Defend und Thwart; Kommentierungsphase bis 30. Januar 2026.

NIST · 2023

Artificial Intelligence Risk Management Framework (AI RMF 1.0), NIST AI 100-1

Übergreifendes Rahmenwerk für den verantwortungsvollen Einsatz von KI-Systemen; verweist für Cybersicherheitsrisiken auf CSF und RMF und wird derzeit überarbeitet.

NIST · 2024

The NIST Cybersecurity Framework (CSF) 2.0, NIST CSWP 29

Basisframework mit den sechs Functions GOVERN bis RECOVER, dessen Struktur das Cyber AI Profile auf den KI-Kontext überträgt.

NIST · 2025

Control Overlays for Securing AI Systems (COSAiS) — NIST-Projekt

In Entwicklung befindliche SP-800-53-Control-Overlays für Generative AI, Predictive AI und Agentic AI als implementierungsnahe Ergänzung zum Cyber AI Profile.

VamiSec GmbH · 2026

Webinar „NIST Cyber AI Profile — Cybersecurity Framework 2.0 trifft KI“

VamiSec-Webinar zu NIST IR 8596, den drei Focus Areas und den Synergien mit EU AI Act, NIS-2 und ISO/IEC 42001.

KI-Risikomanagement nach NIST strukturiert aufbauen

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