Third-Party-Risk-Management (TPRM) umfasst die Identifikation, Bewertung und laufende Steuerung von Risiken aus Beziehungen zu Lieferanten und Dienstleistern. Dazu gehören eine Bestandsaufnahme aller Drittparteien, ihre Klassifizierung nach Kritikalität, die Bewertung ihrer Sicherheitspraktiken sowie vertragliche und organisatorische Kontrollen über den gesamten Lebenszyklus – von der Beschaffung bis zum Exit. Ziel ist Transparenz darüber, welche Anbieter kritische Funktionen unterstützen und wie belastbar deren Sicherheitsniveau tatsächlich ist.
Sicherheit der digitalen Lieferkette
Wie Sie die Sicherheit Ihrer IT-, Cloud- und KI-Lieferkette strukturiert bewerten und steuern – von der Lieferantenauswahl bis zum kontinuierlichen Monitoring.
197Control-Objectives der CCM in 17 Domänen
261Ja/Nein-Fragen im CAIQ v4.0
247Control-Objectives der AICM v1.1 in 18 Sicherheitsdomänen
320Fragen im begleitenden AI-CAIQ v1.1
Die meisten sicherheitsrelevanten Risiken entstehen heute nicht mehr allein im eigenen Netzwerk, sondern über Dritte: Cloud-Dienste, Software-Zulieferer, Managed-Service-Provider und zunehmend KI-Dienste. Mit NIS2 und DORA ist die Bewertung direkter Lieferanten von einer Empfehlung zur regulatorischen Pflicht geworden. Cloud- und KI-Anbieter sind dabei Sonderfälle: Sie verarbeiten sensible Daten außerhalb der eigenen Kontrolle und erfordern standardisierte, nachvollziehbare Bewertungsverfahren. Für genau diese Fälle haben Branchengremien wie die Cloud Security Alliance etablierte Frameworks geschaffen – den CAIQ für Cloud-Provider und die AI Controls Matrix für KI-Dienste. Third-Party-Risk-Management (TPRM) verbindet diese Bausteine zu einem durchgängigen Prozess von der Auswahl bis zum laufenden Monitoring.
Das Wichtigste im Überblick
Sechs Themenblöcke — zum Aufklappen antippen.
Der regulatorische Rahmen
Vier Regelwerke erfassen die Lieferkette — Tab antippen für die Kernpflichten.
- Art. 21(2)(d) verlangt Maßnahmen zur Lieferkettensicherheit für die Beziehungen zu direkten Lieferanten und Diensteanbietern.
- Art. 21(3) fordert, die Schwachstellen jedes direkten Lieferanten und die Qualität seiner Cybersicherheitspraktiken zu berücksichtigen — inklusive der koordinierten Risikobewertungen nach Art. 22.
Art. 21(2)(d)Art. 21(3)Art. 22direkte Lieferanten
- Regelt für den Finanzsektor das IKT-Drittparteienrisiko in Kapitel V.
- Kernbausteine sind u. a. Strategie und Informationsregister (Art. 28), Konzentrationsrisiko (Art. 29) und vertragliche Mindestbestimmungen (Art. 30).
Kapitel VArt. 28Art. 29Art. 30InformationsregisterKonzentrationsrisiko
- Erweitert die Pflichten auf Produkte mit digitalen Elementen und deren Komponenten.
digitale ElementeKomponenten
- Die ISO/IEC-27001-Controls A.5.19–A.5.23 operationalisieren die regulatorischen Anforderungen für Lieferantenbeziehungen und Cloud-Nutzung.
LieferantenbeziehungenCloud-Nutzung
Standards & Quellen
Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.
Consensus Assessment Initiative Questionnaire (CAIQ) & Cloud Controls Matrix (CCM)
CAIQ als Ja/Nein-Fragebogen zur CCM; CCM mit 197 Control-Objectives in 17 Domänen; CAIQ v4.0 mit 261 Fragen; CCM und CAIQ ab v4.1 zusammengeführt.
STAR Registry (Security, Trust, Assurance and Risk)
Öffentliches Register; Level 1 kostenfreies Self-Assessment (jährlich aktualisiert), Level 2 kostenpflichtiges Drittanbieter-Audit (STAR Attestation/SOC 2, STAR Certification/ISO 27001).
AI Controls Matrix (AICM) v1.1
247 Control-Objectives in 18 Domänen, Model-Security-Domäne mit 13 KI-spezifischen Controls, begleitender AI-CAIQ mit 320 Fragen; Release 06/2026, synchronisiert mit CCM v4.1.
Richtlinie (EU) 2022/2555 (NIS2)
Art. 21(2)(d) Lieferkettensicherheit für direkte Lieferanten, Art. 21(3) Bewertung der Lieferanten, Art. 22 EU-koordinierte Risikobewertungen kritischer Lieferketten.
Verordnung (EU) 2022/2554 (DORA)
Kapitel V, Art. 28–31 zum IKT-Drittparteienrisiko (Strategie, Informationsregister, Due Diligence, Konzentrationsrisiko, Exit-Strategien); anwendbar seit 17.01.2025.
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