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Schwachstellen- & Zero-Day-Management

Wie Sie technische Schwachstellen über den gesamten Lebenszyklus steuern – und mit CVSS 4.0, EPSS und dem CISA-KEV-Katalog zuerst die Lücken schließen, die tatsächlich angegriffen werden.

Stand: Juli 2026 · Valeri Milke, ISO 27001 & ISO 42001 Lead Auditor

119neue Schwachstellen pro Tag (Ø, BSI-Lagebericht 2025)
+38 %Exploitation-Angriffe, gemessen an BSI-Honeypots
30Tage: EPSS-Prognosefenster je CVE (täglich geschätzt)
3Tage: kürzeste Frist im Referenzmodell CISA BOD 26-04

Nach dem BSI-Lagebericht 2025 wurden im Berichtszeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 durchschnittlich 119 neue Schwachstellen pro Tag bekannt – rund 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum; die an BSI-Honeypots gemessenen Exploitation-Angriffe nahmen um 38 Prozent zu. „Alles sofort patchen“ ist bei diesen Mengen keine Strategie: Entscheidend ist, die kleine Teilmenge tatsächlich ausnutzbarer und bereits ausgenutzter Schwachstellen zuverlässig zu erkennen und zuerst zu beheben. Moderne Programme kombinieren dafür einen geschlossenen Lifecycle mit risikobasierter Priorisierung aus CVSS 4.0, EPSS und dem KEV-Katalog der CISA. Für Zero-Days, für die noch kein Patch existiert, braucht es zusätzlich kompensierende Kontrollen und ein systematisches Advisory-Monitoring.

Das Wichtigste im Überblick

Sechs Themenblöcke — zum Aufklappen antippen.

Drei Signale für die Priorisierung

CVSS 4.0, EPSS und CISA KEV im Vergleich – Tab antippen.

Schweregrad
  • Seit November 2023 in Version 4.0, mit vier Metrikgruppen: Base, Threat, Environmental und Supplemental.
  • Die Threat-Metrik „Exploit Maturity“ bildet ab, ob Exploit-Code verfügbar ist oder bereits aktiv ausgenutzt wird.
  • FIRST stellt selbst klar: CVSS misst den technischen Schweregrad und soll nicht als alleiniges Risikomaß dienen.
BaseThreatEnvironmentalSupplementalExploit MaturityCVSS-B/-BT/-BE/-BTEFIRST

Standards & Quellen

Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.

FIRST.org · 2023

Common Vulnerability Scoring System version 4.0 Specification Document

Offizielle CVSS-4.0-Spezifikation: vier Metrikgruppen (Base, Threat, Environmental, Supplemental), Exploit-Maturity-Metrik und CVSS-B/-BT/-BE/-BTE-Nomenklatur; der begleitende User Guide stellt klar, dass CVSS-B den Schweregrad und nicht das Risiko misst.

FIRST.org · 2026

Exploit Prediction Scoring System (EPSS)

Täglich aktualisierte Wahrscheinlichkeits-Scores für die Ausnutzung jeder veröffentlichten CVE innerhalb der nächsten 30 Tage, frei verfügbar per CSV und API.

CISA · 2026

BOD 26-04: Prioritizing Security Updates Based on Risk

Ersetzt seit 10.06.2026 BOD 22-01: risikobasierte Behebungsfristen (3/14/60 Tage bzw. nächstes Upgrade) aus vier Kriterien, darunter KEV-Status und Internet-Exposition.

ISO/IEC · 2022

ISO/IEC 27001:2022 – Information security management systems – Requirements

Annex-A-Control 8.8 verlangt, Informationen über technische Schwachstellen einzuholen, die eigene Exposition zu bewerten und angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) · 2025

Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025

Berichtszeitraum 07/2024–06/2025: durchschnittlich 119 neue Schwachstellen pro Tag (+24 %), Exploitation-Angriffe +38 %, anhaltender Trend zu Angriffen auf Perimetersysteme wie VPN-Gateways.

OWASP Cheat Sheet Series · 2026

Virtual Patching Cheat Sheet

Laufend gepflegtes Cheat Sheet: definiert virtuelles Patchen als vorgelagerte Schutzschicht gegen Ausnutzungsversuche (WAF/IPS) und ordnet es als Übergangsmaßnahme ein, die den Code-Fix nicht ersetzt.

Wie belastbar ist Ihr Schwachstellenmanagement?

In einem unverbindlichen Erstgespräch spiegeln wir Ihren Prozess an ISO 27001 A.8.8 – von der Priorisierung bis zu Patch-SLAs. Für die kontinuierliche Überwachung neu bekannt werdender Schwachstellen bietet VamiSec ergänzend ein Zero-Day-Monitoring als Managed Service.