Schwachstellenmanagement ist ein kontinuierlicher Prozess, kein einmaliges Projekt. Er beginnt mit einem vollständigen Asset-Inventar, denn nur bekannte Systeme lassen sich prüfen – einschließlich Cloud-Ressourcen, Containern und aus dem Internet erreichbarer Dienste. Darauf folgen regelmäßige, möglichst authentifizierte Scans von innen und außen, die risikobasierte Priorisierung der Funde, die Remediation durch Patch, Konfigurationsänderung oder kompensierende Kontrollen sowie die Verifikation per Re-Scan. Erst dieser geschlossene Kreislauf mit dokumentierten Durchlaufzeiten macht den Prozess steuer- und auditierbar.
Schwachstellen- & Zero-Day-Management
Wie Sie technische Schwachstellen über den gesamten Lebenszyklus steuern – und mit CVSS 4.0, EPSS und dem CISA-KEV-Katalog zuerst die Lücken schließen, die tatsächlich angegriffen werden.
119neue Schwachstellen pro Tag (Ø, BSI-Lagebericht 2025)
+38 %Exploitation-Angriffe, gemessen an BSI-Honeypots
30Tage: EPSS-Prognosefenster je CVE (täglich geschätzt)
3Tage: kürzeste Frist im Referenzmodell CISA BOD 26-04
Nach dem BSI-Lagebericht 2025 wurden im Berichtszeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 durchschnittlich 119 neue Schwachstellen pro Tag bekannt – rund 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum; die an BSI-Honeypots gemessenen Exploitation-Angriffe nahmen um 38 Prozent zu. „Alles sofort patchen“ ist bei diesen Mengen keine Strategie: Entscheidend ist, die kleine Teilmenge tatsächlich ausnutzbarer und bereits ausgenutzter Schwachstellen zuverlässig zu erkennen und zuerst zu beheben. Moderne Programme kombinieren dafür einen geschlossenen Lifecycle mit risikobasierter Priorisierung aus CVSS 4.0, EPSS und dem KEV-Katalog der CISA. Für Zero-Days, für die noch kein Patch existiert, braucht es zusätzlich kompensierende Kontrollen und ein systematisches Advisory-Monitoring.
Das Wichtigste im Überblick
Sechs Themenblöcke — zum Aufklappen antippen.
Drei Signale für die Priorisierung
CVSS 4.0, EPSS und CISA KEV im Vergleich – Tab antippen.
- Seit November 2023 in Version 4.0, mit vier Metrikgruppen: Base, Threat, Environmental und Supplemental.
- Die Threat-Metrik „Exploit Maturity“ bildet ab, ob Exploit-Code verfügbar ist oder bereits aktiv ausgenutzt wird.
- FIRST stellt selbst klar: CVSS misst den technischen Schweregrad und soll nicht als alleiniges Risikomaß dienen.
BaseThreatEnvironmentalSupplementalExploit MaturityCVSS-B/-BT/-BE/-BTEFIRST
- Machine-Learning-Modell von FIRST: schätzt täglich je veröffentlichter CVE die Wahrscheinlichkeit, innerhalb der nächsten 30 Tage aktiv ausgenutzt zu werden.
- Die Scores sind frei per CSV und API verfügbar.
FIRSTMachine LearningCVE30 TageCSVAPI
- Der Known-Exploited-Vulnerabilities-Katalog der US-Cybersicherheitsbehörde CISA listet Schwachstellen, deren Ausnutzung bereits nachgewiesen ist.
- KEV-gelistete Funde auf erreichbaren Systemen gehören unabhängig vom Base-Score an die Spitze der Warteschlange.
CISAKEVKnown Exploited VulnerabilitiesBase-Score
Standards & Quellen
Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.
Common Vulnerability Scoring System version 4.0 Specification Document
Offizielle CVSS-4.0-Spezifikation: vier Metrikgruppen (Base, Threat, Environmental, Supplemental), Exploit-Maturity-Metrik und CVSS-B/-BT/-BE/-BTE-Nomenklatur; der begleitende User Guide stellt klar, dass CVSS-B den Schweregrad und nicht das Risiko misst.
Exploit Prediction Scoring System (EPSS)
Täglich aktualisierte Wahrscheinlichkeits-Scores für die Ausnutzung jeder veröffentlichten CVE innerhalb der nächsten 30 Tage, frei verfügbar per CSV und API.
BOD 26-04: Prioritizing Security Updates Based on Risk
Ersetzt seit 10.06.2026 BOD 22-01: risikobasierte Behebungsfristen (3/14/60 Tage bzw. nächstes Upgrade) aus vier Kriterien, darunter KEV-Status und Internet-Exposition.
ISO/IEC 27001:2022 – Information security management systems – Requirements
Annex-A-Control 8.8 verlangt, Informationen über technische Schwachstellen einzuholen, die eigene Exposition zu bewerten und angemessene Maßnahmen zu ergreifen.
Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025
Berichtszeitraum 07/2024–06/2025: durchschnittlich 119 neue Schwachstellen pro Tag (+24 %), Exploitation-Angriffe +38 %, anhaltender Trend zu Angriffen auf Perimetersysteme wie VPN-Gateways.
Virtual Patching Cheat Sheet
Laufend gepflegtes Cheat Sheet: definiert virtuelles Patchen als vorgelagerte Schutzschicht gegen Ausnutzungsversuche (WAF/IPS) und ordnet es als Übergangsmaßnahme ein, die den Code-Fix nicht ersetzt.
Wie belastbar ist Ihr Schwachstellenmanagement?
In einem unverbindlichen Erstgespräch spiegeln wir Ihren Prozess an ISO 27001 A.8.8 – von der Priorisierung bis zu Patch-SLAs. Für die kontinuierliche Überwachung neu bekannt werdender Schwachstellen bietet VamiSec ergänzend ein Zero-Day-Monitoring als Managed Service.