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Bug Bounty & Vulnerability Disclosure

Wie Sie Schwachstellenmeldungen externer Sicherheitsforscher strukturiert entgegennehmen, bearbeiten und vergüten – von der Vulnerability Disclosure Policy bis zum privaten Bug-Bounty-Programm.

Stand: Juli 2026 · Valeri Milke, ISO 27001 & ISO 42001 Lead Auditor

2komplementäre Normen: ISO/IEC 29147 & ISO/IEC 30111
90Tage — vielfach etablierte Fristenkonvention der CVD
24Stunden bis zur Frühwarnung nach CRA Art. 14 (ab 11.09.2026)
3Grundmodelle im Betrieb: Eigenbetrieb, Plattform, Managed-Programm

Externe Sicherheitsforscher finden Schwachstellen – die Frage ist, ob Ihre Organisation dafür einen geordneten Kanal anbietet. Eine Vulnerability Disclosure Policy (VDP), ein Coordinated-Vulnerability-Disclosure-Prozess und gegebenenfalls ein Bug-Bounty-Programm sind die Ausbaustufen, mit denen aus unkoordinierten Zufallsfunden ein steuerbarer Prozess wird. Die Standards ISO/IEC 29147 und ISO/IEC 30111 sowie security.txt nach RFC 9116 liefern dafür den etablierten Rahmen. Mit dem Cyber Resilience Act wird geordnetes Schwachstellen-Handling für Hersteller zudem zur regulatorischen Pflicht – inklusive CVD-Policy, Meldekontakt und ab September 2026 geltender Meldepflichten.

Das Wichtigste im Überblick

Sechs Themenblöcke — zum Aufklappen antippen.

VDP, Bug Bounty und Betriebsmodelle im Vergleich

Vom geregelten Meldekanal bis zum Managed-Programm — die Ausbaustufen im Überblick.

Meldekanal
  • Eine Vulnerability Disclosure Policy schafft einen geregelten Meldekanal: Sie definiert Scope, Spielregeln und rechtliche Zusicherungen für externe Meldende — ohne Vergütungsversprechen.
  • Bewährt hat sich die Reihenfolge: erst VDP und interner Handling-Prozess, dann Bounty-Programm.
ScopeSpielregelnrechtliche ZusicherungenMeldekanal

Standards & Quellen

Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.

ISO/IEC · 2018

ISO/IEC 29147:2018 – Information technology – Security techniques – Vulnerability disclosure

Anforderungen und Empfehlungen zur Entgegennahme von Schwachstellenmeldungen und zur Veröffentlichung von Remediation-Informationen; Ausgabe 2, zuletzt 2024 bestätigt.

ISO/IEC · 2019

ISO/IEC 30111:2019 – Information technology – Security techniques – Vulnerability handling processes

Anforderungen an den internen Prozess zur Verifikation, Bewertung und Behebung gemeldeter Schwachstellen; Ausgabe 2, zuletzt 2025 bestätigt.

IETF (RFC Editor) · 2022

RFC 9116: A File Format to Aid in Security Vulnerability Disclosure

Definiert security.txt unter /.well-known/ mit den Pflichtfeldern Contact und Expires als maschinenlesbaren Einstiegspunkt für Schwachstellenmeldungen.

Amtsblatt der EU / EUR-Lex · 2024

Verordnung (EU) 2024/2847 (Cyber Resilience Act)

Anhang I Teil II mit den Schwachstellen-Handling-Pflichten inkl. CVD-Policy und Meldekontakt; Art. 14 Meldepflichten gelten ab 11.09.2026, die übrigen Pflichten im Wesentlichen ab 11.12.2027.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) · 2022

Leitlinie des BSI zum Coordinated Vulnerability Disclosure (CVD)-Prozess

Beschreibt den Umgang des BSI mit Schwachstellenmeldungen, seine Rolle als Koordinator und die Erwartungen an Meldende (Version 1.0, Dezember 2022).

ENISA · 2022

Coordinated vulnerability disclosure policies in the EU

Bestandsaufnahme nationaler CVD-Politiken in den EU-Mitgliedstaaten mit Ausblick auf die mit NIS2 eingeführte Pflicht, nationale CVD-Politiken zu verabschieden.

Welches Modell passt zu Ihrer Organisation?

Von der security.txt über die CVD-Policy bis zum privaten Bug-Bounty-Programm: In einem unverbindlichen Erstgespräch ordnen wir ein, welcher Einstieg für Sie sinnvoll ist.