ISO 19011 definiert ein Audit als systematischen, unabhängigen und dokumentierten Prozess, in dem Auditnachweise objektiv gegen Auditkriterien bewertet werden; der Leitfaden ist im Mai 2026 in vierter Ausgabe erschienen (ISO 19011:2026, eine technische Überarbeitung der Fassung von 2018, u. a. mit erweiterter Anleitung zu Remote-Audits). Unterschieden werden drei Konstellationen: First-Party-Audits (interne Audits) führt die Organisation selbst oder in ihrem Auftrag durch, etwa zur Normerfüllung oder zur Vorbereitung einer Zertifizierung. Second-Party-Audits erfolgen durch interessierte Parteien wie Kunden – typischerweise als Lieferantenaudit im Rahmen des Third-Party-Risk-Managements. Third-Party-Audits führen unabhängige Stellen durch, insbesondere Zertifizierungsstellen und Behörden; für diese Zertifizierungsaudits gilt nicht ISO 19011, sondern ISO/IEC 17021-1.
Audits & Zertifizierungen
Wie ISO-Zertifizierungen tatsächlich ablaufen: von der Audit-Typologie über Stage 1 und Stage 2 bis zu Überwachungsaudits, Rezertifizierung und der Akkreditierungskette dahinter.
Zertifikate nach ISO/IEC 27001 und verwandten Normen sind der gängigste Nachweis dafür, dass ein Managementsystem nicht nur dokumentiert, sondern wirksam betrieben wird. Hinter jedem Zertifikat steht ein formalisiertes Verfahren: ein zweistufiges Erstzertifizierungsaudit, jährliche Überwachungsaudits und eine Rezertifizierung im Drei-Jahres-Zyklus, geregelt durch ISO/IEC 17021-1. Belastbar wird dieser Nachweis erst durch die Akkreditierungskette – in Deutschland überwacht die DAkkS, ob Zertifizierungsstellen kompetent und unparteilich arbeiten. Zugleich verlangt die Norm selbst interne Audits als festen Bestandteil des Managementsystems; wer den Zyklus und die typischen Abweichungen kennt, kann Audits planbar und ohne Überraschungen durchlaufen.
Meilensteine im Normenumfeld
Drei Stichtage rund um Norm-Übergänge und den Audit-Leitfaden — Meilenstein antippen für Details.
Ende der Übergangsfrist ISO/IEC 27001:2022
Nach IAF MD 26 endete die Frist für die Umstellung auf ISO/IEC 27001:2022. Zertifikate nach der Fassung von 2013 sind seither ungültig.
Ende der Übergangsfrist ISO/IEC 27006-1:2024
Die Übergangsfrist für Zertifizierungsstellen endete. Die Norm stellt zusätzliche Anforderungen an ISMS-Zertifizierungen, unter anderem an Auditorenkompetenz und Mindest-Auditaufwand.
ISO 19011:2026 erschienen
Der Audit-Leitfaden erschien in vierter Ausgabe — eine technische Überarbeitung der Fassung von 2018, u. a. mit erweiterter Anleitung zu Remote-Audits.
Das Wichtigste im Überblick
Sechs Themenblöcke — zum Aufklappen antippen.
Audit-Typologie
Drei Konstellationen nach ISO 19011 — wer auditiert wen, und welche Norm gilt.
- Führt die Organisation selbst oder in ihrem Auftrag durch.
- Typische Anlässe: Normerfüllung nachweisen oder eine Zertifizierung vorbereiten.
- Maßstab ist ISO 19011 — im Mai 2026 in vierter Ausgabe erschienen.
- Durchgeführt von interessierten Parteien wie Kunden.
- Typischerweise als Lieferantenaudit im Rahmen des Third-Party-Risk-Managements.
- Durchgeführt von unabhängigen Stellen — insbesondere Zertifizierungsstellen und Behörden.
- Für diese Zertifizierungsaudits gilt nicht ISO 19011, sondern ISO/IEC 17021-1.
Standards & Quellen
Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.
ISO/IEC 17021-1:2015 – Conformity assessment — Requirements for bodies providing audit and certification of management systems — Part 1: Requirements
Regelt das zweistufige Erstzertifizierungsaudit, jährliche Überwachungsaudits, die Rezertifizierung im Drei-Jahres-Zyklus und die Sechs-Monats-Regel für Hauptabweichungen.
ISO/IEC 27006-1:2024 – Information security, cybersecurity and privacy protection — Requirements for bodies providing audit and certification of information security management systems — Part 1: General
ISMS-spezifische Zusatzanforderungen an Zertifizierungsstellen, u. a. zu Auditorenkompetenz und Mindest-Auditaufwand; Übergangsfrist nach IAF MD 29:2024 endete am 31.03.2026.
ISO 19011:2026 – Guidelines for auditing management systems
Leitfaden für First- und Second-Party-Audits mit Auditprinzipien und Audit-Definition; vierte Ausgabe (Mai 2026) als technische Überarbeitung der Fassung von 2018.
ISO/IEC 27001:2022 – Information security, cybersecurity and privacy protection — Information security management systems — Requirements
Kapitel 9.2 (9.2.1/9.2.2) verpflichtet zu internen Audits in geplanten Abständen samt Auditprogramm, objektiver Auditorenauswahl und Berichtspflichten.
IAF MD 26:2023 – Transition Requirements for ISO/IEC 27001:2022 (Issue 2)
Verbindliche Übergangsregeln für ISO/IEC 27001:2022; Zertifikate nach der Fassung von 2013 verloren zum 31.10.2025 ihre Gültigkeit.
Rechtliche Grundlagen der DAkkS (dakks.de)
Alleinige nationale Akkreditierungsstelle Deutschlands auf Basis der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 und des AkkStelleG; arbeitet nach ISO/IEC 17011.
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