Cloud-Anbieter und Kunde teilen sich die Sicherheitsverantwortung – wie genau, hängt vom Servicemodell ab. Bei IaaS verantwortet der Kunde Betriebssystem, Netzwerkkontrollen und Anwendungen; bei PaaS übernimmt der Anbieter das Betriebssystem, während Anwendungs- und Netzwerkkonfiguration geteilt bleiben; bei SaaS liegt fast der gesamte Stack beim Anbieter. Unabhängig vom Modell bleiben nach Microsofts Verantwortungsmatrix jedoch vier Bereiche immer beim Kunden: Daten, Endgeräte, Konten und Zugriffsverwaltung – ebenso Konfigurationen und Einstellungen. Das häufigste Missverständnis lautet „der Anbieter kümmert sich um die Sicherheit“: Gerade bei SaaS werden Zugriffs- und Konfigurationsverantwortung regelmäßig unterschätzt, und geteilte Zuständigkeiten bleiben ohne explizite Zuordnung faktisch unbesetzt.
Grundlagen der Cloud-Security
Wie Sie Verantwortlichkeiten, Identitäten und Konfigurationen in der Cloud strukturiert absichern – vom Shared-Responsibility-Modell bis zur unternehmensweiten Baseline.
Cloud-Nutzung verschiebt die Sicherheitsarbeit: Statt eigene Rechenzentren zu härten, steuern Unternehmen Konfigurationen, Identitäten und Verantwortlichkeiten auf fremdbetriebener Infrastruktur. Genau dort entstehen heute die meisten Probleme – die Cloud Security Alliance führt Fehlkonfigurationen sowie Identitäts- und Zugriffsmanagement auf den ersten beiden Plätzen ihrer Top Threats 2024. Für jedes dieser Felder existieren allerdings etablierte Modelle und Kataloge, vom Shared-Responsibility-Modell über die CIS Benchmarks bis zu Landing-Zone-Architekturen. Dieser Beitrag ordnet die Grundlagen für Entscheider ein – herstellerneutral und entlang der Frage, wer wofür verantwortlich ist.
Das Wichtigste im Überblick
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Shared Responsibility nach Servicemodell
Anbieter und Kunde teilen sich die Sicherheitsverantwortung — wie genau, hängt vom Servicemodell ab. Modell antippen.
- Der Kunde verantwortet Betriebssystem, Netzwerkkontrollen und Anwendungen.
- Daten, Endgeräte, Konten und Zugriffsverwaltung bleiben — wie in jedem Modell — beim Kunden, ebenso Konfigurationen und Einstellungen.
- Der Anbieter übernimmt das Betriebssystem, während Anwendungs- und Netzwerkkonfiguration geteilt bleiben.
- Geteilte Zuständigkeiten bleiben ohne explizite Zuordnung faktisch unbesetzt.
- Fast der gesamte Stack liegt beim Anbieter — Daten, Endgeräte, Konten und Zugriffsverwaltung bleiben dennoch beim Kunden.
- Das häufigste Missverständnis lautet „der Anbieter kümmert sich um die Sicherheit“: Gerade bei SaaS werden Zugriffs- und Konfigurationsverantwortung regelmäßig unterschätzt.
Standards & Quellen
Die Inhalte dieser Seite basieren auf den folgenden öffentlich verfügbaren Leitfäden und Studien.
Top Threats to Cloud Computing 2024
Befragung von über 500 Fachleuten mit elf priorisierten Bedrohungen; Fehlkonfiguration und unzureichende Änderungskontrolle auf Platz 1, IAM auf Platz 2, unsichere Schnittstellen und APIs auf Platz 3.
Top Threats to Cloud Computing - Deep Dive 2025
Analyse von acht realen Sicherheitsvorfällen entlang des Bedrohungsrasters der 2024er-Ausgabe, jeweils mit Angriffssynopse, Threat Model und Kontrollempfehlungen.
Shared responsibility in the cloud
Verantwortungsmatrix nach On-Premises, IaaS, PaaS und SaaS; Daten, Endgeräte, Konten und Zugriffsverwaltung verbleiben in jedem Modell beim Kunden.
What is an Azure landing zone?
Referenzarchitektur mit Plattform- und Anwendungs-Landing-Zones, deren Governance- und Sicherheitsrichtlinien über die Management-Group-Hierarchie vererbt werden.
CIS Benchmarks
Über 100 konsensbasierte Konfigurations-Benchmarks für mehr als 25 Produktfamilien, darunter AWS, Azure, Google Cloud und Oracle Cloud Infrastructure.
Kriterienkatalog C5
Mindestanforderungen an sicheres Cloud Computing als Grundlage standardisierter Testate; nach BSI-Angaben 2025/26 grundlegend überarbeitet (Fassung C5:2026).
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